März 2012

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Arkadien fällt

Titelbild Autor: Kai Meyer
Originaltitel: Arkadien fällt
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 443 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Arkadien fällt ist der dritte Teil einer neuen Serie von Kai Meyer und damit vorerst der Abschluss der Reihe. Es ist aber nicht klar, wie viele Teile die Serie schlussendlich haben wird. Bisher erschienene Teile sind: Arkadien erwacht, Arkadien brennt, Arkadien fällt. Nach eigenen Angaben des Autors gibt es noch genug Stoff für weitere Bände.

Der Mann hinter der Geschichte

Kai MeyerKai Meyer wurde 1969 in Lübeck geboren. Nach einigen Jahren als Journalist arbeitet er seit 1995 als freier Schriftsteller. Er schreibt vorwiegend phantastische Serien, aber auch einige Einzelbände, Drehbücher und Comics. Seine Werke werden heute in 27 Sprachen übersetzt.
Am liebsten schriebt Meyer Kinder- und Jugendbücher, weil er der Meinung ist, dass Bücher, die in der Kindheit gelesen werden, den Leser am meisten prägen.

Darum geht's in dem Roman

Schon wieder ein Tod, den Rosa verdauen muss, seit sie nach Sizilien gezogen ist! Fundling ist tot, und seine Beerdigung steht an. Aber das Trauern wird Rosa nicht lange gewährt, denn es steht ein Treffen mit Richterin Trevini ins Haus, die Rosa unbedingt sprechen will. Obwohl Alessandro nichts damit zu tun haben will, nimmt Rosa ihn mit zu dem Treffen.

Dort werden sie auch bereits erwartet, aber nicht nur von der Richterin und ihren Begleitern. Wie es scheint, wussten auch Gegner von Alessandro und Rosa um das Treffen und haben einen schrecklichen Hinterhalt inszeniert: Harpyien, also Arkadier die sich in menschensgroße Vögel verwandeln können, greifen plötzlich an. Trevini stirbt bei dem Anschlag und Rosa und Alessandro werden schwer verletzt. Der Tod der beiden war aber offensichtlich nicht geplant, denn was den beiden nun blüht, scheint viel besser für die Gegner zu sein: Rosa und Alessandro werden dem Mord an Trevini bezichtigt und müssen vor dem ganzen Land fliehen!

Während ihrer Flucht bringen Rosa und Alessandro dann einige interessante Dinge in Erfahrung: Fundling ist Leonardo Moris Sohn. Und Leonardo Mori ist derjenige Autor, der sich sehr viel mit den Arkadischen Dynastien und den so genannten Löchern in der Menge beschäftigt hat. Musste er sterben, damit seine neuesten Erkenntnisse nicht an die Öffentlichkeit gelangen?

Um mehr zu erfahren begeben sich die beiden in das Hotel, in dem Leonardo Mori ermordet und Fundling aufgenommen wurde. Dort bringen sie aber nur sehr wenig in Erfahrung, denn ein erneuter Hinterhalt steht an: Zum einen ist Rosa und Alessandro die Polizei dicht auf den Fersen, zum andern sind aber auch wieder Harypien hinter ihnen her. Als die beiden Teenager dann auch noch erfahren, dass Fundling noch lebt, wissen sie überhaupt nicht mehr, wo sie nun eigentlich stehen und wem sie noch trauen können. Die Aufträge zu den Anschlägen der Harypien scheinen nämlich aus den eigenen Reihen der Familien Alcantara und Carnevare gekommen zu sein. Aber warum will man Rosa und Alessandro unbedingt gefangen nehmen, und auf keinen Fall töten?

Während die beiden versuchen, das herauszufinden, stoßen sie auf viele weitere Rätsel, die auf eine Lösung warten. So gibt es immer noch TABULA, die schreckliche Tierversuche mit Arkadiern machen, und mit denen Rosas Familie in Verbindung stand. Dann ist es für Rosa immer noch wichtig, herauszufinden, ob ihr Vater überhaupt noch lebt, und warum er bei ihrer Vergewaltigung dabei war. Hat er sie in Auftrag gegeben? Außerdem treffen die jungen Clan-Oberhaupte auf Hybriden, also Arkadier, die mitten in ihrer Verwandlung "stecken geblieben" sind und ihnen erzählen, was der Hungrige Mann, der ehemalige capo dei capi vorhat, sobald er aus dem Gefängnis entlassen wird: Er will die alten Arkadischen Dynastien wieder aufleben lassen und die Götter um Gnade bitten, indem er ihnen Rosa und Alessandro opfert...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Nach dem kleinen Cliffhanger am Ende des zweiten Teils, muss der Leser zunächst einmal verdauen, was wirklich mit Fundling passiert ist: Er ist tot. Aber ebenso wie Rosa hat auch er keine Möglichkeit, lange zu trauern, denn sofort wird man wieder mitten ins Geschehen geworfen: Die Schlacht mit den Harpyien schockiert von Anfang an. Es gibt nur ein kurzes Kapitel, um sich wieder an die Umgebung zu gewöhnen, mit Rosa und Alessandro wieder warm zu werden, und schon geht es so richtig spannend los, wie man es von den beiden Vorgängern gewohnt ist.

Die von Beginn an aufgebaute Spannung lässt bis zum Ende nur ganz selten bis gar nicht nach. Wie gewohnt, liefert Kai Meyer immer wieder kleine Puzzlestücke die für die Lösung der verschiedenen Rätsel hilfreich zu sein scheinen, aber auch wieder viele neue Fragen aufwerfen. Der Leser wird dadurch mehr als einmal überrascht und muss am Ende eines Kapitels immer einmal kurz aufatmen und verdauen, was eigentlich gerade geschehen ist. Die Ereignisse werden durch die vielen überraschenden Wendungen immer wieder in ein ganz anderes Licht gerückt, sodass man als Leser selbst nicht weiß, was denn nun eigentlich die Wahrheit ist.

Dabei fühlt man immer mit Rosa und Alessandro mit. Wie auch schon in den vorherigen Teilen ist dem Autor die Charakterzeichnung extrem gut gelungen. Seine detaillierte Beschreibung schafft es, dass man sich als Leser mit jedem von ihnen identifizieren kann und zum Teil sogar die Bösewichte versteht. Auch die vielen neuen Charaktere, die auftreten oder eine größere Rolle einnehmen, sind Kai Meyer gut gelungen und werden vom Leser sofort akzeptiert und im Gedächtnis gespeichert. Auch sehr gut gelungen ist es, dass man als Leser selbst ebenso wenig wie Rosa und Alessandro weiß, wem der Figuren man eigentlich trauen kann und wer eigentlich nichts Gutes im Schilde führt. Auch hier gibt es immer wieder kleine Überraschungen, die man so nicht erwartet hätte und viel Spannung erzeugen.

Ebenso gut gefallen hat mir, dass die gesamte Geschichte so real wirkt, als könnte sie tatsächlich so passieren. Es ist absolut nachvollziehbar, wie sich die Dinge entwickeln, und welche Gefühle die einzelnen Figuren haben. Die Kälte und Härte die Rosa und Alessandro in all den Problemen, denen sie ausgesetzt sind, entwickeln, ist zwar erschreckend, aber genauso gut echt. Niemand, dem die selben Dinge verfahren, kann so ruhig und gelassen, gutmütig und nett bleiben, wie er zuvor war. Auch, dass viele der Charaktere sehr berechnend sind, ist absolut nachvollziehbar in dieser Welt. Denn wie sonst soll ein Mafia-Oberhaupt wohl sein? Jedenfalls nicht großzügig und liebenswert. Gut zu erkennen war auch die Unsicherheit in Bezug auf das Vertrauen, das die beiden Protagonisten entwickeln. Kai Meyer hat die Gefühle und die Atmosphäre in dem Roman wirklich außergewöhnlich gut beschrieben.

Ein wenig unzufrieden war ich dann aber leider mit dem Ende, das für meinen Geschmack zu schnell kam und viel zu schnell wieder ging. Viele Dinge sind zu schnell und zu einfach geklärt und leider passen einige Erklärungen nicht so ganz zum Rest der Geschichte, wo doch immer wieder versucht wurde, rationale und vernünftige Gründe zu finden. Dieser Grundsatz wurde plötzlich zunichte gemacht - was mich persönlich einfach nicht so ganz überzeugen konnte. Hier wirkte es für mich leider fast so, als hat Kai Meyer zu wenig Zeit und freie Seiten gehabt, um das ausführlich und passend zu allem, was bisher geschehen ist, beschreiben zu können. Sehr schade!

Nichtsdestotrotz ist Arkadien fällt auf jeden Fall ein gelungener Roman, der als vorerst letzter Band der Reihe auf jeden Fall akzeptiert werden kann.

In wenigen Worten

Arkadien fällt ist ebenso spannend und überwältigend, wie es bereits die Vorgänger waren. Die Charaktere sind noch besser beschrieben, die Gefühle wirken echt und die vielen überraschenden Wendungen rauben dem Leser den Atem. Lediglich das Ende tut dem ganzen einen kleinen Abbruch, der aber im Gesamtbild kaum stört. Ich vergebe trotzdem gute 5 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Kai Meyer hatte viele Ideen, die er für die Lösung der unzähligen Rätsel umgesetzt hat. Lediglich am Ende hätte ich mir mehr Einfallsreichtum gewünscht!
  • Figuren: 5 von 5
    Immer noch einwandfrei, gut gelungen!
  • Spannung: 5 von 5
    Wird nur ganz selten bis gar nie unterbrochen. Spannung pur!
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Bereits nach wenigen Seiten ist man wieder mitten im Geschehen und kennt sich aus. Gut!
  • Spaß: 3 von 5
    Immer noch kleinere Witze hier und da, aber nicht ganz so lustig wie Arkadien brennt.
  • Cover: 4 von 5
    Das Cover zu Arkadien fällt gefällt mir gut, aber ich finde es fast ein wenig zu düster. Zudem finde ich es schade, dass der Buchrücken nicht lila ist, sondern fast die Farbe vom ersten Teil hat. Sieht nicht ganz so gut aus im Regal!

Kommentare

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