März 2012

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Boy 7

Titelbild Autor: Mirjam Mous
Originaltitel: Boy 7
Genre: Jugendbuch / Thriller
Erscheinungsjahr: NL: 2009 / D: 2011
Seitenanzahl: 271

Das gehört dazu

Boy 7 ist ein in sich abgeschlossener Einzelband, für den bisher auch keine Fortsetzung geplant ist. Das Ende lässt diese Möglichkeit aber durch ein Hintertürchen offen.

Die Frau hinter der Geschichte

Mirjam Mous Mirjam Mous wurde 1963 geboren und wuchs in Made auf. Obwohl sie keine Geschwister hatte, wurde ihr nie langweilig, weil sie alles, was sie kriegen konnte, las. Vorzugsweise waren das dicke Schinken, da es ihr immer schwerfiel, von den Charakteren Abschied zu nehmen.
Obwohl die Holländerin bereits Schriftstellerin werden wollte, seit sie lesen kann, zog es sie zunächst als Lehrerin auf eine sonderpädagogische Grundschule. Diese Zeit hat sie sehr geprägt, weshalb sie sie auch heute noch oft Inspiration für ihre Romane nutzt.

Darum geht's in dem Roman

Ein Teenager wacht mitten auf einer großen Graslandschaft in der glühenden Sonne auf und hat keine Ahnung wer er ist, woher er kommt und was er hier macht. Sein Gedächtnis gleicht dem eines Neugeborenen. Der Junge hat keine Erinnerung an sein früheres Leben. Einzige Anhaltspunkte findet er in einem Rucksack, der offensichtlich ihm gehört.

In diesem Rucksack befinden sich eine Rolle Geld, eine Bestellliste von Pizza Hat, ein altes Foto von einem grauen Gebäude und ein Handy, in dem aber keine Kontakte eingespeichert sind. Es befindet sich nur eine Nachricht auf dem Handy: "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei.", gesprochen von dem Jungen selbst.

Völlig verwirrt versucht sich der Junge zurechtzufinden und sich vor der Hitze zu schützen. Als er eine Baseballkappe findet entdeckt er außerdem, dass überall auf seiner Kleidung "Boy 7" eingestickt ist. Der Teenager hat keine Ahnung, was das für eine Marke sein soll.

Als dann plötzlich ein Auto durch die Graslandschaft fährt, stoppt der Junge es, weil er Hoffnung auf Auskunft im nächsten Ort hat. Der Fahrerin, Lara, stellt er sich als "Boy Seven" vor. Sie nimmt ihn mit zu ihrer Tante Bobbie, die eine Pension führt. In dieser soll sich der Junge ausruhen können. Er hofft, dass er sich danach wieder in der Welt zurecht findet.

Aber das tut er nicht. Im Gegenteil: Er ist sich selbst völlig fremd. Den Jungen, den Boy 7 im Spiegel sieht, kennt er nicht. Immer nervöser will er mit Hilfe von Lara herausfinden, was mit ihm passiert ist.

Nach und nach deckt er die Hinweise auf, die er im Rucksack gefunden hat - und findet schließlich Dinge, die ihm große Einblicke in seine erschreckende Vergangenheit bescheren, an die er sich nicht erinnern kann ...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Schon der Klappentext von Boy 7 klingt wirklich spannend und vielversprechend - einer der vielen Gründe, warum ich mir das Buch gekauft habe. Ich habe mir viel Spannung und Mysterien davon erwartet, und meine Erwartungen wurden im Großen und Ganzen auch erfüllt.

Das Buch selbst ist in 5 Teile gegliedert. Im ersten Teil geht man gemeinsam mit Boy 7 auf die Suche nach seiner wahren Identität, im zweiten Teil erfährt man viele Hintergründe zu seiner Vergangenheit. Im dritten Teil wird versucht, den Konflikt zu lösen und im vierten Teil erfährt man, wie Sam auf die entlegene Grasebene kam und wie es kommt, dass er sich an nichts erinnern kann. Im letzten Teil klärt sich so gut wie alles auf.

Diese Unterteilung fand ich wirklich spannend und mal etwas anderes. Jeder Teil steht irgendwie für sich, hat eine andere Handlung und eine andere Art der Schreibweise - und trotzdem fügt sich das alles gut zu einem Ganzen: Das Buch Boy 7. Bei jedem Teil gibt es Besonderheiten, die ich im Folgenden auch ausführen werde.

Der erste Teil (er nennt sich im Buch: "Der Junge ohne Gedächtnis") handelt wie bereits erwähnt davon, dass Boy 7 sich auf einer einsamen Grasebene befindet und sich an nichts mehr erinnern kann. Er hat nur einige Hinweise - und so begibt sich der Leser gemeinsam mit dem Jungen und dem Mädchen namens Lara, das ihn gefunden hat, auf eine Reise der Vergangenheit. Besonders gut gefallen hat mir hier, dass der Leser wirklich miträtseln kann. Der Einstieg ist also gut gelungen und sehr spannend.

Im zweiten Teil ("Das Notizbuch") erfährt Boy 7 wer er wirklich ist. Aufgrund der vielen Hinweise hat er einige Dinge gefunden, die ihm etwas über seine Vergangenheit verraten - und diese kann der Leser sich nun "interaktiv" ansehen. Dieser Teil lässt sich etwas holprig lesen (Tagebucheinträge), aber er ist spannend und als Leser verfolgt man die bestürzende Geschichte von Boy 7 interessiert. Ich konnte das Buch für den gesamten Teil 2 nicht aus der Hand legen, weil mich diese Tagebucheinträge so schockiert haben.

Ab dem Teil drei - also der Aufklärung des Konflikts von Boy 7's Vergangenheit - ließt sich das Buch wie jedes andere gute Buch. Es ist spannend und man kann es flüssig lesen. Der Schreibstil hat mir gefallen und auch die vielen Ideen für unerwartete Wendungen haben mich begeistert. Gröbere Besonderheiten gab es hier aber nicht mehr.

Neben der Gliederung des Buchs in diese spannenden Teile haben mir auch die wenigen Charaktere, die neben Boy 7 noch eine große Rolle spielen, begeistert. Lara fand ich besonders toll - überhaupt aufgrund der Rolle, die ihr zugeschrieben wurde, die ich hier aber nicht verraten möchte. Boy 7 selbst ist sowieso ein fazinierender Charakter und auch die anderen Boys (ja, es gibt mehrere, mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten) nehmen den Leser für sich ein. Die Charaktergestaltung ist Mirjam Mous also gut gelungen.

Im Großen und Ganzen hat die Autorin ein wirklich gutes Buch geschrieben, die Handlung ist durchwegs spannend und die Ideen für die Konflikte haben mich sehr begeistert. Eine Möglichkeit für eine Fortsetzung bestünde meiner Meinung nach auch. Das Ende ist zwar in sich abgeschlossen, aber noch ist alles offen. Ich würde einen zweiten Teil auf jeden Fall lesen!

In wenigen Worten

Mit Boy 7 ist Mirjam Mous ein wirklich guter Jugendthriller gelungen. Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt und ich habe die Geschichte von Boy 7 mit viel Begeisterung verfolgt. Meiner Meinung nach gibt es an diesem Buch so gut wie nichts auszusetzen, weshalb ich auch 5 Schlüssel vergebe.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

Zusätzlich kennzeichne ich dieses Buch als Geheimtipp.

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Die Geschichte von Boy 7 ist eine wirklich tolle Idee. Punktabzug gibt es nur, weil ich mir schon so etwas Ähnliches gedacht habe, wie Boy 7 tatsächlich wiederfahren ist.
  • Figuren: 5 von 5
    Boy 7 und Lara, die zwei Hauptpersonen, haben mir sehr gut gefallen. Auch die vielen Nebenpersonen sind gut gelungen!
  • Spannung: 5 von 5
    Der Leser brennt darauf, zu erfahren, was mit Boy 7 geschehen ist - und bekommt auch fortlaufend spannende Antworten.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Man kennt sich zwar selbst kaum aus, aber das ist bei diesem Buch gut so, weil man sich so viel besser in die Hautperson, die aus der Ich-Form erzählt hineinversetzen kann.
  • Spaß: 2 von 5
    eher selten, aber ab und an kommt schon etwas durch
  • Cover: 3 von 5
    Das deutsche Cover sieht zwar nicht schlecht aus, sagt aber auch nicht wirklich viel aus. Auch aus der Masse sticht es denke ich nicht hervor.

Kommentare

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