März 2012

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Cassia & Ky - Die Auswahl

Titelbild Autor: Ally Condie
Originaltitel: Matched
Genre: Jugendbuch / Science Fiction (Dystopie)
Erscheinungsjahr: US: 2010 / D: 2011
Seitenanzahl: 456 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Die Auswahl ist der Auftakt zu einer Trilogie von Ally Condie und damit der erste Teil. Der zweite Teil ist bereits erschienen, der dritte soll auf Englisch im November 2012 veröffentlicht werden, auf Deutsch vermutlich wieder im Januar darauf. Die Titel der Reihe lauten bisher auf Englisch: Matched, Crossed, Reached.

Die Frau hinter der Geschichte

Ally Condie Die amerikanische Autorin Ally Condie arbeitete nach ihrem Studium als Englischlehrerin in Utah und New York. Mit ihrem erfolgreichen Debütroman, Matched, dessen Filmrechte bereits verkauft wurden und der in 30 Sprachen übersetzt wurde/wird, hat sie damit aber aufgehört. Seitdem widmet sie sich nur noch dem Schreiben und ihren beiden Kindern. Für den Fall der Fälle, wie sie selbst scherzhaft sagt, behält sie ihre Lehrlizenz aber natürlich noch.

Darum geht's in dem Roman

Die 17-jährige Cassia Reyes lebt in einer Welt in der Zukunft - einer Welt in der es keine Zufälle gibt und in der alles nach Statistik und Wahrscheinlichkeit geregelt abläuft. Die Gesellschaft verspricht den Menschen ein außerordentlich glückliches Leben. Es gibt keine Krankheiten, ihr idealer Partner mit dem sie die gesündesten Kinder bekommen und am glücklichsten werden, wird für sie ausgesucht und mit 80, wie man herausgefunden hat das beste Alter dafür, wird sie sterben. Es gibt nur eine wirklich wichtige Regel, die die Menschen im Ausgleich für dieses glückliche Leben einhalten müssen: Sie dürfen die Entscheidungen der Gesellschaft nie in Frage stellen, denn alles, was diese macht ergibt Sinn.

Cassia fühlt sich in dieser Welt pudelwohl. Sie lebt glücklich mit ihrer Familie in einem kleinen Häuschen, hat viele Freunde in ihrer Siedlung und kann sich absolut nicht beschweren. Als ihr dann bei ihrem Paarungsbankett auch noch mitgeteilt wird, dass ihr bester Freund Xander ihr idealer Partner ist, ist sie das glücklichste Mädchen in Bria. Die Wahrscheinlichkeit, dass Cassia ihren Partner bereits kannte, war außerordentlich gering - und nun es ist auch noch ihr bester Freund! Aber als sie sich zu Hause dann den Mikrochip ansieht, auf dem Informationen über Xander und die Verlobungsregeln bekannt gegeben werden, passiert etwas Seltsames: Auf dem Mikrochip befindet sich zusätzlich zu den Informationen über Xander ein Foto von Ky - auch einer ihrer Nachbarn - und das bringt sie völlig aus der Ruhe, denn so ein grober Fehler passiert sonst nie.

Cassia beginnt sich nun für Ky zu interessieren. Sie beginnt sich zu fragen, ob es denn möglich ist, dass zwei Jungen ihre idealen Partner sein könnten, ob sie nicht doch eine Wahl hätte. Sie will mehr über Ky herausfinden, aber sie will auch ein glückliches Leben mit Xander führen. Als Cassia dann noch erfährt, dass Ky eine Aberration ist und eigentlich gar nicht im Paarungspool hätte sein dürfen, kann sie aber nicht mehr anders und beginnt sich in Ky zu verlieben, auch wenn eigentlich Xander ihr idealer Partner ist und die Liebe zu einer Aberration verboten ist.

Die Gesellschaft darf nie erfahren, was Cassia passiert ist. Denn Cassia will sich nicht gegen die Gesellschaft auflehnen, sie will nur ein glückliches Leben haben, oder?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Die Welt, die Ally Condie geschaffen hat, hat mich von Anfang an fasziniert. Vorrangig habe ich mir das Buch gekauft, weil mich der Hintergrund interessiert hat, die Welt und die Gesellschaft, das absolute Überwachungsregime. Ally Condie zeichnet ein wirklich authentisches Bild dieser Welt und lässt keine Details aus, sie hat wirklich an alles gedacht.

Die Gesellschaft ist durchdachter, als man zu Beginn denkt. Es gibt zum Beispiel von allen Kulturgütern (Lieder, Gedichte, Bilder, ...) nur hundert. Alle übrigen, die von der vorherigen Menschheit erzeugt wurden, wurden vernichtet, um die Gehirne der Menschen nicht zu überfordern. Gegessen wird in der Gesellschaft nur, um zu überleben, nicht zum Genuss. Jedem Menschen wird sein optimaler Kaloriengehalt zugeführt und wenn ein Bankett ansteht, wird die Nahrung vorher reduziert, damit man dann so viel essen kann, wie man möchte.

Kaum ein Bürger hat die Möglichkeit über irgendwas zu wählen. Die Gesellschaft entscheidet all ihre Berufe, ihre Kleidung, ihre Anzahl an Freizeitstunden, ihre Partner, die Anzahl ihrer Kinder und so weiter. Dadurch soll den Menschen jene Belastung abgenommen werden, die die vorherige Gesellschaft im Endeffekt zugrunde gerichtet hat.

Mich hat während des Lesens wirklich vor allem fasziniert, wie detailgetreu und genau Ally Condie diese Welt skizziert hat. Alles wirkt durchdacht und authentisch, man beginnt nie an der Welt zu zweifeln.

Auch die Charaktere in "Die Auswahl" sind gut beschrieben. Cassia ist ein sympathisches Mädchen, das sofort von allen ins Herz geschlossen werden muss und bei ihrem Dilemma um Xander und Ky (die sich übrigens ähneln, aber doch ganz unterschiedlich sind) leidet man wirklich mit. Auch Nebencharaktere wie Cassias beste Freundin Em oder ihr Bruder Bram gefallen mir außerordentlich gut. Auch da hat sich die Autorin wohl selbst übertroffen, so detailgetreu wie diese skizziert worden sind.

Durch das ganze Beschreiben und Erklären geht aber leider gerade zu Beginn der Handlung ziemlich viel Spannung verloren. In den ersten Seiten passiert fast gar nichts, man bekommt einfach nur mit, wie Cassia und die anderen in der Welt mit der Gesellschaft zurecht kommen, wie ihr Alltag abläuft und erfährt auch viel über die Personen selbst. Das Dilemma um Xander und Ky wird recht bald eingeführt und man merkt Cassias Entwicklung auch richtig - aber spannend ist es eigentlich erst zum Schluss, wo dann viel Action aufkommt und man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Der Anfang ist mehr oder weniger nur eine Einführung in die Welt und die Köpfe der Hauptcharaktere. Ally Condie hat das alles so detailliert gemacht, dass die Spannung der Handlung dabei zu kurz kommt. Nichtsdestotrotz lassen sich die Seiten flüssig lesen, der Schreibstil gefällt mir gut, und die Welt wird auch nicht langweilig, im Gegenteil, sie ist sogar sehr interessant. Aber die Spannung in der Handlung fehlt, weshalb ich leider nicht so wirklich animiert war, weiterzulesen.

Gegen Ende überschlagen sich dann aber die Ereignisse und man wartet sehnsüchtig auf den zweiten Teil, wo bestimmt mehr passieren wird.

In wenigen Worten

Die Auswahl hat mir wirklich gut gefallen. Besonders die Detailtreue der Welt und der Charaktere haben mich fasziniert. Leider hat Ally Condie darüber hinaus vergessen, etwas Spannung in die Handlung einzubauen, und erst gegen Ende geht es richtig los. Darauf, wie es weitergeht, bin ich dafür wirklich schon gespannt! Für einen guten, soliden Auftakt zu dieser neuen Reihe vergebe ich 4 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 5 von 5
    Eine wahnsinnig gute Idee mit Liebe zu vielen Details. Hat mich wirklich begeistert!
  • Figuren: 5 von 5
    Die Charaktere sind sehr gut gelungen, man ist interessiert, noch viel mehr zu erfahren, vor allem über Ky.
  • Spannung: 3 von 5
    Kommt leider erst gegen Ende auf, dafür dann aber so richtig!
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Die Welt ist so gut beschrieben, dass man sich sofort als Teil von ihr fühlt.
  • Spaß: 2 von 5
    Hin und wieder kommen schon lustige Szenen und Dialoge vor.
  • Cover: 2 von 5
    Im Vergleich zu all den anderen schönen Covern finde ich das deutsche schrecklich, besonders die Farbgebung. Warum konnte man das nicht so lassen? Schade!

Kommentare

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