März 2012

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Cassia & Ky - Die Flucht

Titelbild Autor: Ally Condie
Originaltitel: Crossed
Genre: Jugendbuch / Science Fiction (Dystopie)
Erscheinungsjahr: US: 2011 / D: 2012
Seitenanzahl: 458 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Die Flucht ist der zweite Teil einer Trilogie von Ally Condie. Der dritte und letzte Teil soll auf englisch im November 2012 veröffentlicht werden, auf Deutsch vermutlich wieder im Januar darauf. Die Titel der Reihe lauten bisher auf Englisch: Matched, Crossed, Reached.

Die Frau hinter der Geschichte

Ally Condie Die amerikanische Autorin Ally Condie arbeitete nach ihrem Studium als Englischlehrerin in Utah und New York. Mit ihrem erfolgreichen Debütroman, Matched, dessen Filmrechte bereits verkauft wurden und der in 30 Sprachen übersetzt wurde/wird, hat sie damit aber aufgehört. Seitdem widmet sie sich nur noch dem Schreiben und ihren beiden Kindern. Für den Fall der Fälle, wie sie selbst scherzhaft sagt, behält sie ihre Lehrlizenz aber natürlich noch.

Darum geht's in dem Roman

Nachdem Ky zum Arbeiten als Soldat in die Grenzprovinzen geschickt wurde, verdonnerte Cassias Vater seine Tochter dazu, selbst eine dreimonatige harte Arbeit weit weg von zu Hause zu machen, damit sie sich wieder beruhigt. Cassia denkt aber überhaupt nicht daran, wieder in ihr altes Leben zurückzukehren. Sie will nach Ky suchen und ihr Leben von nun an nur noch mit ihm verbringen - fernab von der Gesellschaft, die sie mit Xander gepaart hat.

Um von den anderen Mädchen in ihrem Arbeitslager nicht erkannt zu werden und sich selbst zu schützen, verheimlicht Cassia ihren Status als Bürgerin. Ihre drei Tabletten, die rote, die blaue und die grüne, hält sie versteckt in einem Beutel. Als sie bei der Reise zum nächsten Arbeitslager von Funktionären kontrolliert wird, scheint alles aufzufliegen - aber ein Mädchen aus dem Lager, Indie, hilft ihr, ihren Status weiterhin geheim zu halten.

Im neuen Lager trifft Cassia endlich auf eine Spur von Ky. Ein Junge hat gemeinsam mit ihm gearbeitet, scheint ihn zu kennen und weiß, wo er ist: Ky ist in die Canyons geflüchtet, vermutlich auf der Suche nach den Farmern, mit denen sein Vater Handel betrieben hat. Obwohl die Canyons ein weites, gefährliches Gebiet sind und es fast unmöglich scheint, Ky jemals wieder zu finden, gibt Cassia nicht auf - und flieht gemeinsam mit Indie und dem Jungen selbst aus dem Lager. Sie will Ky unbedingt wieder finden, koste es was es wolle - selbst eine Abstufung zur Aberration, wäre ihr egal. Aber ob es das wert ist? Wird sie Ky überhaupt jemals wieder sehen? Wäre es nicht viel einfacher, das von der Gesellschaft für sie geplante Leben gemeinsam mit Xander zu führen?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

"Gegen Ende überschlagen sich dann aber die Ereignisse und man wartet sehnsüchtig auf den zweiten Teil, wo bestimmt mehr passieren wird." - Das war mein letzter Satz der Rezension zum ersten Teil der Trilogie um Cassia und Ky. Als ich "Die Flucht" endlich in Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten, es zu lesen und zu wissen, wie es denn nach diesem spannenden Ende weitergeht. Ich habe mir wahnsinnig viel erwartet, und wurde deshalb letztlich auch ziemlich enttäuscht. Aber beginnen wir mal von vorne...

"Die Flucht" beginnt völlig unerwartet - nämlich aus der Sicht von Ky. Diese ist einmal etwas völlig Anderes, Erfrischendes, und sorgt für Abwechslung beim Lesen des Romans. Im Laufe der Handlung wechseln sich die Kapitel aus Cassias und Kys Sicht immer ab und der Leser erfährt so zu Beginn, dass nicht nur Cassia auf der Suche nach Ky ist, sondern auch umgekehrt. Die Suche von Cassia nach Ky wird so auch viel spannender, weil man manchmal genau weiß, dass Ky bereits an jenem Ort war, an dem Cassia sich gerade befindet und so weiter. Für mich war das zu Beginn eine wirklich spannende Art des Erzählens.
Was zu Beginn noch sehr interessant war, weil sich die beiden an verschiedenen Orten befanden, wurde für mich später sehr anstrengend, weil ich Ky dauernd mit Cassia verwechselt habe. Immer wieder habe ich mich gewundert warum da "Cassia sagt" statt "Ich sage" steht und Ähnliches. Meiner Meinung nach hat die Autorin die Unterschiede zwischen Cassia und Ky in der Erzählweise der Kapitel nicht wirklich herausgearbeitet, was ich sehr schade finde.

Der Schreibstil von Ally Condie ist auch in "Die Flucht" wieder sehr beschreibend und weniger erzählend. Die trockene Atmosphäre in den Canyons, die Kälte und der viele Staub geht auf den Leser über, sodass man sich wirklich sehr gut vorstellen kann, wie es Cassia und Ky geht. Wie gewohnt wird alles sehr detailliert beschrieben, sodass man auch die neuen Charaktere Indie, Vick und Eli (Begleiter von Ky) und Hunter gut kennenlernen kann. Hier hat sich die Autorin wieder um viele Unterschiede in den charakterlichen Eigenschaften bemüht, wie ich es auch schon im ersten Teil sehr mochte.

Auch die Gedichte spielen wieder eine große Rolle, vielleicht sogar eine noch größere als bereits im ersten Teil. "Die Flucht" ist außerordentlich poetisch und tiefgründig, in sehr vielen Kapitel tauchen verschiedenste Gedichte auf und Cassia möchte sogar selbst eines für Ky schreiben. Die Macht der Worte ist ein Thema, das die Autorin wohl für sehr wichtig erachtet und auch immer wieder aufgreift - das mich selbst aber leider nur mäßig interessiert. Mit Gedichte und Poesie konnte ich persönlich noch nie wirklich etwas anfangen.

Darum war es für mich vermutlich auch besonders schwierig, mich mit dem Roman anzufreunden. Denn abgesehen von den vielen Beschreibungen, der Poesie und der Suche nach Ky passiert in "Die Flucht" nur sehr, sehr wenig bis gar nichts - und auf Dauer wurde es mir einfach zu langweilig. Ich habe mich wirklich quälen müssen, Kapitel für Kapitel zu lesen, weil in meinen Augen einfach gar nichts an Action passiert ist. Gott sei Dank mag ich die Charaktere, die Ally Condie geschaffen hat, denn sonst hätte ich vermutlich tatsächlich aufgegeben. Lediglich einmal passiert etwas Spannendes - diejenigen die das Buch gelesen haben, wissen worauf ich anspiele - denn Cassia und Ky finden heraus, dass die Gesellschaft nun auch in die äußeren Provinzen, in die Canyons vordringt. Zu diesem Zeitpunkt hätte man wirklich viel Action in die Handlung bringen können, denn die Protagonisten befinden sich tatsächlich in Gefahr, aber das hat die Autorin wohl versäumt. Viel zu schnell ist das wieder abgehandelt und wird kaum noch erwähnt.

Das Ende kam dann für mich nicht überraschend, und konnte das Buch dieses Mal auch leider nicht mehr herausreißen. Ich hege immer noch Hoffnung für den letzten Teil der Trilogie, Hoffnung, dass Ally Condie endlich etwas weniger beschreibend und poetisch schreibt und etwas mehr Spannung und Handlung in die Geschichte bringt - aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen, was die Autorin mit ihrem ausschweifenden Schreibstil noch alles in einem letzten Teil unterkriegen will (wenn das Buch nicht mehr als 1000 Seiten hat). Aber ich lasse mich überraschen - und werde wohl nicht mehr mit so hohen Erwartungen an den Roman beginnen.

In wenigen Worten

Die Flucht hat mich leider ziemlich enttäuscht, was vermutlich auch an den hohen Erwartungen lag. Der Schreibstil von Ally Condie ist zwar wie gewohnt außergewöhnlich detailliert, beschreibend und poetisch - darüber hinaus vergisst die Autorin aber wieder darauf, Spannung in die Handlung einzubauen. Nicht mal das Ende kann mich dieses Mal überzeugen - mir war einfach alles zu langweilig. Leider kann ich hier nur 3 Schlüssel vergeben.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 2 von 5
    Wo bleibt hier eine Idee?! Es passiert eigentlich gar nichts!
  • Figuren: 4 von 5
    Die Charaktere sind wieder sehr gelungen, jedoch hätte man in der Erzählperspektive von Cassia und Ky etwas mehr differenzieren müssen.
  • Spannung: 1 von 5
    Fehlanzeige!
  • Einstieg in das Buch: 3 von 5
    Nach der Überraschung, dass plötzlich Ky erzählt, und man sich nur noch an wenige Dinge erinneren kann, gehts eigentlich.
  • Spaß: 1 von 5
    Konnte ich nicht finden.
  • Cover: 4 von 5
    Viel besser als das deutsche Cover vom ersten Teil - die Farbgebung harmoniert hier mehr. Trotzdem gefällt mir das Original noch immer besser.

Kommentare

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