März 2012

Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 0 0 2 3 4
0 0 7 8 9 10 11
0 13 0 15 16 17 0
0 20 21 22 0 24 25
26 27 28 29 0 31 0

Crashed

Titelbild Autor: Robin Wasserman
Originaltitel: Crashed
Genre: Jugendbuch / Science Fiction (Dystopie)
Erscheinungsjahr: USA: 2009 / D: 2010
Seitenanzahl: 432 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Crashed ist zweite Teil einer Reihe, die 200 Jahre in der Zukunft spielt. Die Titel der Cold-Awakening-Trilogie lauten sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch Skinned, Crashed und Wired. Alle Teile sind bereits erschienen. Für eine englische Neuauflage aller Bände wurden die Titel geändert und Crashed wurde in Shattered umbenannt.

Die Frau hinter der Geschichte

Robin Wasserman Robin Wasserman, geboren 1978, wuchs in Philadelphia auf und studierte an der Harvard University. Bevor sie das Schreiben zu ihrem Beruf machte, arbeitete sie als Lektorin für einen Kinderbuchverlag.
Die amerikanische Autorin lebte einige Zeit lang in Los Angeles, bemerkte dann aber doch, dass sie trotz des schönen Wetters und des Strandes den Lärm und die Bagels von New York vermisste. Heute lebt sie deshalb in Brooklyn und schreibt liebend gerne Bücher für junge Erwachsene.

Darum geht's in dem Roman

Nachdem Lia sich bei ihrer Familie nicht mehr wohl fühlt, weil sie glaubt, dass ihre Eltern es bereuen, sie zur Mech gemacht zu haben, zieht sie zu Jude und den anderen Mechs. Sie weiß, dass sie ihr Leben nicht mehr so führen kann, wie sie es gewohnt ist, und beginnt sich anzupassen, auch wenn sie immer noch nicht ganz von Judes Ansichten überzeugt ist.

Auf dem großen Anwesen lebt Lia mit vielen anderen Mechs vor sich hin und führt immer wieder kleine Aufträge für Jude aus. Dazu gehört auch, die neuen Mechs davon zu überzeugen, dass sie nun anders sind und nicht mehr so leben können wie früher. Das fällt Lia sehr schwer, da sie selbst noch nicht ganz dieser Meinung ist, aber sie bemüht sich, um allen Ärger mit Jude aus dem Weg gehen zu können.

Der Ärger kommt dann aber von einer ganz anderen Seite, als die Bruderschaft, die Erleuchteten, wieder einmal eine Kampagne gegen die Existenz der Mechs starten. Sie halten Mechs nicht für Menschen, sondern nur für Maschinen, die anderen Personen ihre Identität geklaut haben. So sei Lia zum Beispiel nur ein Computer, dem man weisgemacht hat, dass er Lia Kahn sei.

Das allein wäre aber noch gar nicht so schlimm, denn auch bisher sind die Mechs sehr gut mit der Bruderschaft zurecht gekommen. Doch die Zahl der Anhänger wächst, insbesondere seit Auden der neue Anführer ist. Auden, der Lia als einzige Person auch nach ihrem Download noch als eigenständige Person wahrgenommen hat, dann aber durch einen schrecklichen Unfall fast jegliche Lebensqualität verloren hat. Ein Unfall, der nicht passiert wäre, wenn Lia noch menschlich gewesen wäre. Der charismatische Auden erzählt jedem seine Geschichte, und diese erregt sehr viel Mitleid und Hass auf Lia und andere Mechs.

Die Lage scheint dann zu eskalieren, als Lia gemeinsam mit Riley einen Auftrag für Jude übernimmt und in einen Konzern fährt, in dem wenige Minuten nach ihrer Ankunft ein Attentat geschieht. Viele Menschen sterben dabei. Riley und Lia können fliehen, müssen dann aber die schreckliche Wahrheit erkennen: Es gibt ein Video auf dem eine Mech, die genauso aussieht und spricht wie Lia, den Krieg an alle Orgs erklärt...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Die Fortsetzung von Skinned ist noch spannender und fesselnder als der Vorgänger. Die Handlung knüpft an die vorherige gut an, und viele Ereignisse aus dem ersten Band spielen noch einmal eine Rolle. Damit regt Crashed noch mehr zum Nachdenken an als Skinned, und bleibt dem Leser noch lange in Erinnerung.

Nach einem recht schwachen Einstieg geht es ungefähr ab Seite 80 gleich los. Für Leute, bei denen das Lesen von Skinned schon etwas länger zurück liegt sind diese ersten Seiten bestimmt nicht schlecht, da man sich so wieder mit Lia und ihrem Leben auseinandersetzen und sich wieder besser in sie hineinfühlen kann. Für andere sind diese Seiten langweilig - aber hat man sie erst mal geschafft, wird es umso spannender!

Das Auftauchen von Auden und das Attentat auf den Konzern sind zwei wirklich fesselnde Wendungen der Handlung. Aber es gibt auch viele kleine Überraschungen, die im Laufe der Handlung immer wieder auftreten und den Leser überzeugen können. Robin Wasserman hat sich diesmal wirklich viel einfallen lassen, um die Spannung aufrecht zuerhalten, denn nach dem Attentat kommt man als Leser kaum noch zur Ruhe.

Abgesehen von dem Mysterium des Anschlags und der Bruderschaft gibt es aber auch wieder viele Einblicke in die Charaktere, die den Leser immer mal wieder aufatmen lassen. So gibt es immer wieder einzelne Kapitel, in denen Lias Gefühle beschrieben werden, und sonst eigentlich kaum was passiert. Das mag vielleicht langweilig klingen, ist es aber nicht, denn nur so kann man sich in Lias Lage versetzen und die Handlung gut nachvollziehen. Für mich wurde die Geschichte so nur authentischer und noch spannender.

Neben dem großen Handlungsstrang, dem Aufklären des Attentats, gibt es noch viele kleine nebensächliche Dinge, die der Leser gerne mitverfolgt. Dazu gehört zum Beispiel die Beziehung, die sich langsam zwischen Riley und Lia anbahnt. Diese Teile der Handlung habe ich immer wieder gerne gelesen, auch wenn dadurch nicht viel bei der eigentlichen Geschichte passiert ist. Gut gefallen haben mir außerdem die vielen Einblicke, die man in die Bruderschaft bekommen hat. Diese sind der Autorin so gut gelungen, dass man als Leser deren Handlungen zum Großteil nachvollziehen kann, und man nicht immer sicher ist, auf wessen Seite man eigentlich selbst steht. Und das ist eigentlich genau das, was Crashed, wie auch schon Skinned, ausmacht: Die ganzen philosophischen Fragen, mit denen sich der Leser auseinandersetzen muss, da das Buch selbst keine Antworten geben kann. Was macht einen Menschen aus, und ab wann gilt er als menschlich? Sind Lia und ihre Freunde wirklich nur Maschinen oder steckt nicht doch noch der Mensch in ihnen drinnen? Was bedeutet Freundschaft, Liebe, Familie? Das sind nur wenige Beispiele der Fragen, die immer wieder auftauchen und den Leser auch nach Ende des Buches noch beschäftigen.

Trotz der vielen Nebenhandlungen, Gefühlseinblicke und philosophischen Fragen wird es in Crashed nie langweilig. Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse dann nochmal, und die Spannung ist kaum noch auszuhalten. Crashed ist in sich abgeschlossen, hat aber doch ein sehr offenes Ende, das viel für den Abschluss der Trilogie verspricht.

In wenigen Worten

Crashed ist nicht nur eine gute Fortsetzung von Skinned, sondern übertrifft den ersten Band sogar noch. Die Handlung ist spannender, die Charaktere noch besser beschrieben und der Leser wird noch mehr zum Nachdenken angeregt. Es bleiben noch genügend Fragen für den Abschluss der Trilogie offen, und trotzdem ist man nach dem Ende mehr als zufrieden mit dem Roman. Dafür kann ich nur 5 Schlüssel vergeben.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Viele spannende Handlungsstränge und Ideen!
  • Figuren: 5 von 5
    Noch besser als im Vorgänger, man erhält sehr viele Einblicke!
  • Spannung: 4 von 5
    Spannung ist eigentlich durchwegs erhalten, und wird nur selten durch Gefühlseinblicke unterbrochen.
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Nicht ganz so einfach, aber auf jeden Fall noch sehr gut!
  • Spaß: 3 von 5
    Immer wieder gibt es lustige Szenen und Dialoge.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover gefällt mir genau so gut, wie das von Skinned. Ganz perfekt ist es aber nicht.

Kommentare

Ich garantiere nicht für Spoilerfreiheit in den Kommentaren!

Keine Verbindung zu der Datenbank möglich.