März 2012

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Evermore - Die Unsterblichen

Titelbild Autor: Alyson Noël
Originaltitel: The Immortals: Evermore
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenanzahl: 383

Das gehört dazu

Die Unsterblichen ist der Auftakt zu einer sechsteiligen Reihe und damit der erste Teil. Alle Bände sind bereits erschienen, die deutschen Titel lauten der Reihe nach: Die Unsterblichen, Der blaue Mond, Das Schattenland, Das dunkle Feuer, Der Stern der Nacht, Für immer und ewig. Die Reihe wurde in viele Sprachen übersetzt und trägt auch in jedem Land seine eigenen Titel.

Die Frau hinter der Geschichte

Alyson Noël Alyson Noël wuchs in Orange County auf und lebte nach ihrer High School eine Zeit lang auf der griechischen Insel Mykonos. Danach zog sie nach Manhatten, wo sie einen ihrer vielfältigen Jobs, Stewardess, annahm. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete hatte sie noch eine Vielzahl an anderen Arbeiten, zum Beispiel Warenhausverkäuferin, Verwaltungs- assistentin, Juwelier, T-Shirt-Bedruckerin, Rezeptionistin und viele mehr.
Mittlerweile führt sie aber ein ruhigeres Leben und wohnt und schreibt an ihren Romanen in Kalifornien.

Darum geht's in dem Roman

Nach einem schrecklichen Autounfall ist die sechszehnjährige Ever eine Waise. Ihre gesamte Familie ist umgekommen, nur Ever blieb alleine zurück. Gemeinsam mit ihrer Tante Sabine ist sie nun umgezogen, und versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Aber nichts ist mehr so, wie es früher war.

Das liegt nicht nur daran, dass Ever mittlerweile kaum noch Wert auf ihr Äußeres legt und in der Schule nicht mal annähernd so beliebt ist, wie sie früher war. Obwohl sie zwei recht gute Freunde gefunden hat, die aber auch für sich etwas eigenartig sind, ist Ever an ihrer neuen Schule eher ein Außenseiter. Grund dafür ist vermutlich ihre seltsame Gabe, mit der sie seit dem Tod ihrer Familie kämpfen muss. Sie kann nämlich die Auren aller Personen sehen und bei Berührung deren tiefsten Gedanken, Erinnerungen und Wünsche erkennen.

Ever sieht das Ganze eher als einen Fluch, weil sie nicht mehr richtig leben kann. Die ganze Welt ist für sie ein riesiger, bunter Haufen und Berührungen mit anderen Menschen sind eigentlich fast unmöglich. Ever ist sich sicher, dass sie so nie wieder einen Freund haben kann - und vernachlässigt sich selbst dafür immer mehr. Bis sie Damen kennenlernt. Damens Aura kann Ever nicht sehen, und auch seine Gedanken und Wünsche bleiben ihr bei Berührung verborgen. Abgesehen davon sieht er auch noch extrem gut aus.

Obwohl Damen sich Ever immer mehr annähert, weiß sie nicht recht, wie sie auf ihn reagieren soll. Immer wieder beschäftigt sie die Frage, warum er keine Aura hat. Tot kann er nicht sein, immerhin können ihn auch andere Personen außer Ever sehen. Gemeinsam mit ihrer toten Schwester Riley, von der Ever immer wieder Besucht erhält, versucht sie herauszufinden, was es mit dem eigenartigen Damen auf sich hat. Warum isst er nie? Und woher weiß er Dinge über Ever, die sie nie jemandem erzählt hat?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Der Inhalt von Evermore klang für mich anfangs wahnsinnig interessant, sodass ich mich schon sehr auf das Buch gefreut hatte. Zu sehr vermutlich, denn leider wurde ich schwer enttäuscht.

Knapp die ersten 200 Seiten schildern nur den Schulalltag, und ab und an mal das Wochenende von Ever. Zwar ist es zweitweise ganz nett mitzuerleben, wie Ever Damen empfindet, und viele eigenartige Seiten von ihm kennenzulernen, aber auf die Dauer doch ziemlich langweilig. Gäbe es wenigstens ab und zu mal einen kleinen Spannungsmoment, der den Leser wieder aufweckt, wäre es schon um einiges besser. Aber leider bin ich selbst beim Lesen dieser Seiten fast eingeschlafen. Ich war es Leid, über 200 Seiten lang zu lesen, dass Damen ja so eigenartig und komisch ist, ohne irgendetwas Genaueres zu erfahren.

Auch Evers Gespräche mit ihrer toten Schwester Riley konnten mich nicht aufheitern. Zwar waren diese recht lustig und ich habe sie, da ich die Serie um Riley schon kenne, auch interessiert verfolgt, aber einen richtigen Sinn dahinter konnte ich nicht finden. Irgendwie langweilen die dann doch auch, und man würde sie am liebsten streichen, nur um endlich mehr über die eigenartigen Eigenschaften von Damen herauszufinden.

Auch mit den Charakteren bin ich anfangs absolut nicht warm geworden. Ever hat mir viel zu viel gejammert, wie schwierig für sie nun alles ist, weil sie als einziges Familienmitglied noch lebt und konnte sich wirklich über gar nichts so richtig freuen. Ihre Tante Sabine hat ihr einen wahren Traum von Jugendzimmer eingerichtet, und gerade Evers früheres Ich wäre dabei völlig aus dem Häuschen gewesen. Leider ist von Evers früherem Ich gar nichts mehr übrig. Klar, der Tod der ganzen Familie verändert einen schon ziemlich. Aber für mich war es ziemlich anstrengend, dass Ever sich nur selbst bemitleidet und von der "alten" Ever gar nichts mehr da ist. Unter anderem vermutlich auch, weil ich die Serie um Riley schon kenne und Ever in dieser ganz anders beschrieben wurde.

Damen war sowieso eigenartig, und auch die Freunde von Ever, Haven und Miles, konnten mich nicht überzeugen. Sie waren für mich nur sehr schwammig beschrieben und spielten sowieso eher kleinere Nebenrollen. Schade! Aber eine detaillierte Beschreibung der Figuren hätte die langweiligen ersten 200 Seiten vermutlich zu mindestens 400 langweiligen Seiten gemacht, was auch nicht unbedingt von Vorteil wäre.

Als ich den Roman dann schon fast aufgeben wollte, war ich ungefähr auf Seite 230 glücklich, es doch nicht getan zu haben. Denn hier passiert endlich etwas RICHTIG Spannendes, das mich kaum noch zu Atem kommen ließ. Unbedingt wollte ich wissen, was es mit dieser Situation auf sich hat, und habe sogar eine Lesepause eingelegt, um meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und die Spannung vollends auskosten zu können, auf die ich schon so lange gewartet habe. Mit dem Erfolg, dass sich in den nächsten Kapiteln rein GAR NICHTS tut - denn die liebe Ever hat alles vergessen, was sie erlebt hat. Normalerweise halte ich das für ein sehr gutes Stilmittel, denn so kann der Leser noch ein bisschen länger auf die Folter gespannt werden. In Evermore war das jedoch ziemlich daneben, da Ever wieder in ihr Alltagsleben reinfällt und die Handlung wieder langweiliger wird.

Spoiler [...lesen]

Gegen Ende gibt es dann noch einmal eine überraschende Wendung, die den gesamten Roman meiner Meinung nach aber leider nicht mehr herausreißen kann. Denn 400 Seiten langweilige Alltagsgeschichten zu lesen, nur um davon zu erfahren, ist es meiner Meinung nach nicht wert. Wenigstens gibt es ganz zu Schluss noch einige Aufklärungen und der Roman ist in sich abgeschlossen. Das wars dann aber auch schon wieder.

In wenigen Worten

Evermore basiert auf einer interessanten Idee, ist in der Umsetzung aber leider total daneben gegangen. Langeweile wechselt sich mit kurzen Spannungspunkten, die aber nach fünf Seiten wieder zu Ende sind und der Langeweile platzmachen. Die Charaktere sind platt und in der Handlung tut sich kaum etwas. Das Ende ist zwar in sich abgeschlossen, aber nichts Besonders. Schade, aber mehr als 1 Schlüssel kann ich einfach nicht vergeben! (Und den gibt es auch nur für die eine Szene, die mir echt den Atem geraubt hat und das schöne, deutsche Cover)
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 3 von 5
    Eine gute Idee, die eine spannende Handlung versprechen könnte.
  • Figuren: 1 von 5
    Leider wurde ich mit den Charakteren überhaupt nicht warm - es hat zu viel Beschreibung gefehlt.
  • Spannung: 1 von 5
    Es gibt genau zwei Spannungsmomente, die dann aber leider sofort wieder zerstört werden.
  • Einstieg in das Buch: 2 von 5
    War für mich ziemlich schwierig, da man sofort mit Evers Gabe konfrontiert wird, ohne irgendetwas zu wissen.
  • Spaß: 3 von 5
    Lustige Gespräche mit Schwester Riley!
  • Cover: 5 von 5
    Das deutsche Cover finde ich wunderschön, es strahlt etwas Beruhigendes aus und passt zugleich sehr gut zur Handlung, da Tulpen und allgemein Blumen eine große Rolle in dem Roman spielen.

Kommentare

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