März 2012

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Faunblut

Titelbild Autor: Nina Blazon
Originaltitel: Faunblut
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenanzahl: 479 (im Taschenbuch)

Das gehört dazu

Faunblut ist ein für sich allein stehender Einzelroman, der auch in sich abgeschlossen ist. Nina Blazon hat aber noch einen weiteren Roman verfasst, der in der selben Welt spielt und in dem man auch einige bekannte Figuren antrifft, wie auch schon die Leseprobe im Taschenbuch zeigt. Er trägt den Titel Ascheherz. Größere Überschneidungen der Handlung gibt es aber nicht.

Die Frau hinter der Geschichte

Nina BlazonNina Blazon wurde 1969 in Slowenien geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend aber in Bayern. Nach ihrem Germanistik- und Slawistikstudium unterrichtete sie als Lehrbeauftragte an Universitäten und arbeitete für Tageszeitungen sowie als Werbetexterin. Heute arbeitet sie leidenschaftlich als Journalistin und Jugendbuchautorin, bevorzugt in den Genres Thriller, Krimi und Fantasy.

Darum geht's in dem Roman

Unter dem strengen Regime von Lady Mar führt Jade gemeinsam mit ihrem Vater ein Hotel, in dem sie auch wohnen, seit ihre Mutter im Winterkrieg gestorben ist. Obwohl die beiden das Hotel mitunter auch FÜR die Lady führen und daher auch ihre Gunst haben, ist ihr Leben nicht unbedingt einfach. Denn die Lady ist sehr launisch, weshalb man auf keinen Fall auch nur irgendetwas gegen sie sagen, geschweige denn etwas gegen sie unternehmen soll, wenn einem sein Leben lieb ist.

Aber das Leben in der Stadt ist schon lange nicht mehr das, was es war. Abends alleine unterwegs sein ist gefährlich, denn immer öfter tauchen die eigenartigen Echos in der Stadt aus, die ausnahmslos jeden töten sollen, der ihnen über den Weg läuft. Als Jade jedoch eines Abends auf der Flucht vor den Jägern der Lady auf einen Echo trifft, wird sie vom Gegenteil überzeugt: Denn dieser Echo hat ein menschliches Gesicht und scheint Jade schier darum zu bitten, dass sie ihm nichts tut. Aus irgendeinem Grund verspürt Jade daraufhin den Drang, den Echo auch vor den Jägern zu schützen.

Am nächsten Tag ist sie sich aber nicht mehr im Klaren darüber, was sie eigentlich getan hat. Um ihrem Vater aus dem Weg zu gehen und ihm nichts erklären zu müssen, flüchtet sie sich zu den Schiffsleuten, bei denen sie immer wieder einmal gerne aushilft. Dort trifft sie auf eigenartige Männer aus dem Norden, die schwere Kisten mit sich herumschleppen, in denen scheinbar gefährliche Tiere wohnen. Das ist Jade aber herzlich egal, da es sie nicht direkt trifft.

Am Abend erfährt sie dann aber von ihrem Vater, dass die Lady angeordnet hat, die Nordländer von vorhin in ihrem Hotel unterzubringen. Nun macht sich Jade mehr Sorgen über die gefährlichen Tiere und vor allem über ihren Vater, dem das Ganze so gar nicht passt. Aber wie jeder weiß, darf er sich nicht gegen das Regime der Lady wehren, wenn ihm sein Leben lieb ist.

Mit dem Einziehen der beiden Männer hat Jade mit immer noch mehr Schwierigkeiten klarzukommen. Da gibt es zum Beispiel immer noch diesen Echo, den Jade gerettet hat, und von dem sie bis heute nicht versteht, warum er ihr nichts getan hat. Sie will unbedingt mehr über diese Wesen herausfinden! Bei ihren Nachforschungen trifft sie dann auf eine Rebellengruppe, die gegen das Regime der Lady arbeitet, und erfährt Schreckliches. So Schreckliches, dass Jade sogar selbst überlegt, den Rebellen nicht beizutreten, auch wenn sie weiß, was auf dem Spiel stehen könnte...

Zudem gibt es auch noch die komischen Nordländer, insbesondere Faun. Faun ist der "Wächter" des augenscheinlich gefährlichsten Tieres, und scheint Jade aus tiefstem Herzen zu hassen. Obwohl dieser grundlose Hass auf Gegenseitigkeit beruht, ist da auch diese eigenartige Anziehung zwischen Faun und Jade... Was hat diese zu bedeuten?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Nachdem mir Ascheherz recht gut gefallen hat, habe ich mich voller Vorfreude auf Faunblut gestürzt, von dem ich bisher nur Gutes gehört hatte. Nina Blazon hat mich bereits mit ihrem weiteren Roman verzaubert, der in der selben Welt spielt - da kann doch eigentlich gar nichts mehr schief gehen, dachte ich!

Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Denn allein schon der Einstieg in den Roman ist sehr schwierig. Als Leser wird man sofort mitten in die Flucht vor den Echos geworfen, sodass man erst einmal gar nicht weiß, wo vorne und hinten ist. Man kennt niemanden, die Stadt nicht und die eigenartigen Wesen nicht und soll gleich vor den Echos UND den Jägern fliehen? Für mich war das sehr schwierig zu lesen. Ich wusste überhaupt nicht, worum es geht, was das alles soll, und welchen Figuren ich trauen kann. Verwirrung pur!

Auch nach einigen mehreren Kapiteln gibt es noch kaum Erklärungen zu den Wesen und der Stadt, in der Jade wohnt (Ich weiß nicht mal, wie die Stadt heißt. Wenn, dann wurde das nur am Rand erwähnt). Nach und nach wächst man zwar in die Geschichte rein und findet kleine Details hier und da raus, aber zu einem Ganzen fügt sich das nicht wirklich, auch wenn Nina Blazons Schreibstil wie auch schon in Ascheherz sehr detailliert ist.

Die Autorin beschreibt die Welt, in der wir uns befinden, wirklich sehr genau, sodass man sich alle Schauplätze sehr gut vorstellen kann. Mir kamen dabei aber die für die Handlung relevanten Details zu kurz. Im Wesentlichen wird man als Leser wirklich nur mit einigen Handlungsfetzen beworfen: mit dem Schutz des Echos durch Jade, mit dem Auftauchen Fauns, den eigenartigen Tieren, die Rebellen. Wie das alles zusammengehört, bleibt dem Leser bis zum Schluss vorenthalten, sodass ich fast die ganze Zeit über einfach nur mit einem riesengroßen Fragezeichen vor dem Roman gesessen bin. Denn trotz des ausführlichen Schreibstils, kratzt Nina Blazon ihre Geschichte dieses Mal nur an der Oberfläche an. Man erfährt kaum Hintergründe über Faun, Lady Mar und die Flussleute. Nina Blazon klärt zwar die wichtigsten Handlungsstränge am Schluss auf, aber trotzdem fehlt einfach noch etwas, um dem Roman mehr Tiefgang zu verleihen. Für mich waren die Nebencharaktere alle sehr flach und hohl, ich konnte sie mir kaum richtig vorstellen.

Faun ist sowieso ein Kapitel für sich, denn seine Figur konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Da ist dieser unendliche Hass, den er Jade über verspürt, und der dem Leser auch deutlich gemacht wird. Aber dann liegen die beiden sich plötzlich in den Armen und küssen sich. Ja, schön und gut. Mit einem Kuss allein wäre ich ja noch zufrieden gewesen, aber die Beziehung wurde mir dann viel zu schnell zu eng. Für mich kann eine Liebesgeschichte so schnell nicht funktionieren. Sie war für mich leider völlig unnachvollziehbar.

Am Ende erfährt man zwar die Gründe für den Hass zwischen Jade und Faun und auch einige Hintergründe über Jade selbst und das Regime der Lady, aber mir haben da noch so einige Informationen gefehlt. Fauns Herkunft und das Wesen der Echos wurden mir viel zu wenig beschrieben, obwohl man daraus so viel hätte machen können.

Mir fällt es ziemlich schwer, Faunblut irgendwie zu bewerten. Denn einerseits war es doch immer wieder einmal spannend und eine gute Lektüre für zwischendurch. Auch der Schreibstil von Nina Blazon hat es mir wieder angetan, sodass ich dem Handlungsverlauf doch folgen wollte. Andererseits fehlt mir einfach zu viel an Tiefgang, das für mich leider ziemlich viel zerstört. Hier hätte die Autorin ihren Schwerpunkt vielleicht woanders hin legen sollen, als auf die Anschaulichkeit der Schauplätze.

In wenigen Worten

Insgesamt ist Faunblut ein solider Roman, dem es aber entscheidend an Tiefgang fehlt, sodass er bei mir leider nicht allzu gut ankam. Sehr lange wird man als Leser hingehalten, bis man überhaupt einmal irgendwelche Hintergründe der Geschichte erfährt, die Aufklärung lässt einen dann aber enttäuscht zurück. Denn die spannenden Mysterien um Echos und Faun wurden leider nur an der Oberfläche angekratzt, aber nicht entsprechend ausgearbeitet. Ich vergebe gerade noch so 3 Schlüssel, weil ich Nina Blazons Schreibstil sehr gerne lese.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Eine spannende, neue Idee, die aber nicht entsprechend ausgearbeitet wurde.
  • Figuren: 2 von 5
    Leider alle sehr, sehr durchsichtig und viel zu wenig Informationen!
  • Spannung: 3 von 5
    Spannung wird immer wieder Mal aufgebaut, aber dann leider auch gleich wieder abgebaut.
  • Einstieg in das Buch: 2 von 5
    Ist mir sehr schwer gefallen, man weiß zu Beginn gar nicht wo oben und unten ist. Erklärungen sind auch recht dürftig. Schade!
  • Spaß: 1 von 5
    An spaßige Szenen kann ich mich kaum erinnern.
  • Cover: 3 von 5
    Das Cover finde ich eigentlich recht gut, es sagt aber leider nur wenig aus. (Übrigens war das ursprüngliche Cover viel schöner, als das aktuelle!) Die ausländischen Cover finde ich nicht so toll.

Kommentare

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