März 2012

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Die Flammende

Titelbild Autor: Kristin Cashore
Originaltitel: Fire
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: US: 2009 / D: 2011
Seitenanzahl: 210 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Die Flammende ist ein in sich abgeschlossener Einzelband. Die Autorin zählt Die Flammende trotzdem zu einer Art Reihe, deren Bestandteile in der selben Welt spielen, aber von anderen Personen handeln. Lediglich einzelne Personen kann man als Leser wiederfinden. Die Teile können unabhängig voneinander gelesen werden. Die Titel der bisher drei geplanten Bücher lauten: Die Beschenkte, Die Flammende, Die Könglichie.

Die Frau hinter der Geschichte

Kristin CashoreDie amerikanische Autorin Kristin Cashore wurde in Pennsylvania geboren. Sie hat bis zur ihren ersten schriftstellerischen Erfolgen mit Graceling und Fire in verschiedenen Berufen gearbeitet, unter anderem auch als Lektorin und Texterin der Werbebranche.
2011 lebte sie in Boston, wo sie bereits am Center for the Study of Children's Literature studierte. Dort schrieb an ihrem dritten Roman, Bitterblue, dessen Fertigstellung aber noch nicht bekannt ist.

Darum geht's in dem Roman

Fire lebt in den Dells, ein Königreich das westlich von Monsea hinter einem riesigen Gebirgszug liegt. Getrieben von Habgier und Machtgelüsten stehen die beiden einflussreichsten Lords Gentian und Mydogg jedoch kurz davor einen Krieg anzuzetteln. Spionage und Intrigen stehen schon längst an der Tagesordnung, und die Armeen werden mit Soldaten aus dem Nachbarland Pikkia aufgestockt. Der Schein vom Frieden wird nicht mehr lange halten.

Die siebzehnjährige Fire bekommt von alldem aber herzlich wenig mit. Denn sie lebt abgeschieden bei ihrem Freund Archer in einem Wald und führt ein recht normales Leben. Bis auf eine Kleinigkeit, denn Fire ist ein Monster. Monster sind farbenprächtige, erstaunliche Wesen, die sich rein äußerlich kaum von anderen Artgenossen unterscheiden. Innerlich jedoch besitzen die Wesen eine interessante Gabe: Sie können das Bewusstsein von anderen beeinflussen, ganz wie es ihnen passt.

Für Fire war diese Gabe aber nie etwas Besonderes. Denn eigentlich verabscheut sie es, ein Monster zu sein. Ihre Gabe benutzt sie nur in äußersten Notfällen und ihre leuchtend roten Haare versteckt sie immer unter einem Schal. Auch Kinder will Fire nie haben. Denn sie ist das letzte Menschenmonster, und will verhindern, dass es weitere gibt. Grund dafür ists ihr Vater Cansrel, der nicht nur äußerlich ein Monster war, sondern sich auch so verhalten hat. Er ist zum Großteil für die politischen Umstände in den Dells verantwortlich, weshalb Fire gelernt hat, ihn zu hassen.

Doch dann wird Fire von Prinz Brigan mit dem hasserfüllten Gesicht besucht, der sie nach King's City bringen soll. Der König benötigt dringend ihre Hilfe, um herauszufinden, was die Verräter in seinen Verliesen im Schilde führen. Doch dafür müsste Fire in deren Bewusstsein eindringen, was sie partout vermeiden will. Aber kann sie sich weigern, dem Wohl des Köngireichs zu dienen? Oder wird der Krieg durch ihr Einmischen nur noch stärker angefacht, wo ihre Macht doch einen so entscheidenen Vorteil bringen kann?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Die Dells sind ein wunderbares Land, das viele Geheimnisse und Mythen beherbergt, in die man als Leser im Laufe des Romans immer tiefer eindringt. Kristin Cashore hat es auf jeden Fall geschafft, noch einmal sehr viel frischen Wind in die Reihe über die sieben Königreiche zu bringen, denn man erkennt kaum noch die Welt aus "Die Beschenkte" wieder. Die Monster sind zwar genauso spannende Wesen, wie die Beschenkten, unterscheiden sich jedoch in vielen Dingen von ihnen, was für zusätzliche Spannung sorgt, wenn dann die Beschenkten auch ihre Rolle in der neuen Handlung einnehmen.

So viel Spannung die neuen Mythen und Geheimnisse aber auch bringen, so mühsam wird es, wenn wieder alles von vorne erklärt werden muss. Glaubt man, sich mit "die Beschenkte" schon in die Welt eingelebt zu haben und nun mit vollem Elan direkt in eine spannende Geschichte eintauchen zu können, so liegt man falsch. Denn genau wie im ersten Band muss Kristin Cashore wieder viele Dinge aufklären, erzählen und beschreiben, bis sich der Leser auch in den Dells zurechtfindet. Mir persönlich war das in "die Flammende" zu viel des Guten. Die eigentliche Geschichte hat für mich erst weit nach 200 Seiten begonnen, denn vorher plätschert die Story einfach nur so vor sich hin. Es gibt zwar immer wieder kleine Spannungselemente, die sich aber in Grenzen halten. Zudem gibt es viele schwierige und komplizierte Vergangenheitsrückblicke, deren Sinn sich teilweise erst gegen Ende erklärt. Das strengt das Hirn sehr an, was den Lesegenuss leider etwas abschwächt.

Trotzdem war die Geschichte über Fire und die Monster so faszinierend, dass ich auch dieses Mal mit Begeisterung dran geblieben bin. Ich wollte endlich wissen, wie es mit den Dells und Fire weitergeht, denn Fire ist ein überaus sympathischer Charakter, der sehr viel Mitgefühl beim Leser hervorruft. Sie führt ein recht schwieriges und kompliziertes Leben, auch wenn sie sich schon daran gewöhnt hat. Als Monster hat sie es nicht leicht. Es gibt viele Menschen, die sie hassen, aber auch viele Menschen, die sie abgöttisch lieben und sie am liebsten sofort heiraten möchten. Aber die Menschen sind noch lange nicht Fires einzige Probleme. Denn es gibt auch noch andere Monster, Greifvögel zum Beispiel, die Fire gerne als Abendmahlzeit hätten. Kein einfaches Leben also. Als sie dann aber nach King's City kommt verändert sie sich, denn trotz der neuen Aufgaben fällt ihr nun einiges leichter.

Die Figurenbeschreibungen sind Kristin Cashore in "Die Flammende" damit noch viel besser gelungen, als man es bereits gewohnt ist. Auch Archer, Brigan, Hanna und Brocker, sowie viele andere kleine Charaktere schaffen es in das Herz des Lesers. Sie sind einfach wahnsinnig unterschiedlich und detailliert gezeichnet, sodass man ihre Geschichte gern verfolgt, auch wenn die richtige Handlung erst spät auftritt. Allein schon die Gedanken- und Gefühlwelt der Figuren ist so unterschiedlich, dass man gar keine Kriege und Action braucht, um die Handlung zu verfolgen.

Nach der ersten Hälfte ist man aber auf jeden Fall mitten im Geschehen. Besonders spannend wird es, als dann der Prolog mit der eigentlichen Handlung verknüpft wird. Schön langsam ergibt alles ein rundes Bild, das man gebannt verfolgen kann. Auch die komplizierten Vergangenheitsgeschichten klären sich später endlich auf.

Im letzten Drittel tauchen dann immer wieder spannende Wendungen auf, die den Leser kaum noch zu Atem kommen lassen. Kristin Cashores bildlicher Schreibstil untersteicht all diese Faktoren, weil man das Gefühl hat, selbst im Raum zu stehen und am Krieg teilzuhaben. Das ist der Autorin noch besser gelungen als im Vorgänger.

Insgesamt ist die Flammende also ein spannender Roman, der auf vor allem durch seine fantastische Welt und die bildhafte Beschreibung überzeugen kann. Auch wenn die Handlung selbst etwas lahm ist, können die immer wieder auftretenden, spannenden Wendungen überzeugen.

Bewertung:

"Die Flammende" ist ein Roman, der vor allem durch seine Liebe zum Detail und Charakterstärke überzeugt. Leider ist das auch zugleich ein Schwachpunkt, da die eigentliche Handlung vernachlässigt wird und in den ersten 200 Seiten auf jeden Fall zu kurz kommt. Trotzdem verfolgt man die Geschichte aufgrund vom außergewöhnlichen Schreibstil der Autorin gebannt, und kann das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Für eine spannende "Fortsetzung" mit vielen neuen Geheimnissen und Mythen vergebe ich sehr gute 4 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 5 von 5
    Viele neue Mythen und Geheimnisse in einer überaus spannenden Welt!
  • Figuren: 5 von 5
    Fantastische Charakterbeschreibungen.
  • Spannung: 3 von 5
    Spannung kommt leider erst gegen Ende auf, dafür dann aber so richtig.
  • Einstieg in das Buch: 3 von 5
    Dauert etwas, da wieder viele wichtige Erklärungen notwendig sind.
  • Spaß: 2 von 5
    Hier und da finden sich ein paar Witze.
  • Cover: 3 von 5
    Mir gefällt das deutsche Cover eigentlich sehr gut, aber abgesehen von den roten Haaren gibt es leider keinen Bezug zur Handlung. Schade!

Kommentare

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