März 2012

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Göttlich verdammt

Titelbild Autor: Josephine Angelini
Originaltitel: Starcrossed
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 496 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Göttlich verdammt ist der Auftakt zu einer neuen, aufregenden Trilogie um die Mythen der griechischen Götter und damit der erste Teil. Die Fortsetzung Dreamless, zu Deutsch Göttlich verloren wird im Frühjahr 2012 erscheinen. Der Titel des Abschluss der Reihe ist noch nicht bekannt.

Die Frau hinter der Geschichte

Josephine AngeliniJosephine Angelini, die jüngste von acht Geschwistern, wuchs in Massachusetts auf. An der New York University studierte sie Angewandte Theaterwissenschaften, wo sich ihre Vorliebe für griechische Mythologie herauskristallisierte, die sie nun auch in ihrem Debüt-Roman verarbeitet hat.
Bevor sie Autorin wurde, arbeitete sie als Bedienung. Das würde sie auch wieder tun, wenn sie müsste. Aber aufgrund ihrer Dickköpfigkeit würde sie immer wieder versuchen und alles darum geben, als Schriftstellerin leben zu können.

Darum geht's in dem Roman

Als das neue Schuljahr beginnt, geht es Helen Hamilton wie immer: Sie langweilt sich und hofft einfach nur, dass es schnell vorbei ist, damit sie bald von der Insel weg kann. Von ihrer besten Freundin Claire erfährt sie aber, dass dieses Jahr anders wird: Denn eine neue Großfamilie ist auf die Insel gezogen, die Familie Delos. Alle Familienmitglieder sind besonders attraktiv und das beste, wie Claire findet, zwei der Jungs besuchen auch noch mit ihnen die selben Kurse! Helen hingegen ist eher uninteressiert und genervt von dem ganzen Hype und spaltet sich immer mehr ab, wenn das Gespräch auf die Delos fällt.

Das ändert sich allerdings schlagartig, als sie zum ersten Mal auf einen der Söhne der Familie trifft: Lucas. Sie ist allerdings nicht wie alle anderen hin und weg von ihm, sondern verspürt plötzlich einen tiefen Hass und einen seltsamen Drang, ihn auf der Stelle zu töten. Angetrieben wird sie dabei von drei kreischenden Frauen, die ihr in den Tagen zuvor bereits in Albträumen begnetet sind. Um diese Frauen wieder zu vertreiben, geht Helen sogar auf Lucas los, der sich aber zu wehren weiß.

Helen versteht die Welt nun gar nicht mehr. Sie hat das Gefühl, verrückt zu werden, immerhin kannte sie Lucas ja gar nicht! Doch irgendetwas scheint dahinter zu stecken, denn Lucas war von dem Angriff irgendwie gar nicht so richtig überrascht. Fest entschlossen, die Wahrheit zu erfahren, besucht sie ihn einmal bei sich zu Hause. Als dann allerdings wieder diese drei Frauen auftauchen, verlässt sie fluchtartig das Gelände, bevor Schlimmeres passiert.

Die nächsten Tage und Wochen sind schwierig für Helen. Als wäre es noch nicht genug, dass sie sich immer krampfhaft zusammenreißen muss, wenn sie in die Nähe eines Familienmitglieds der Delos kommt, wird sie auch noch von einer eigenartigen Frau nächtlich angegriffen, die sie noch nie zuvor gesehen hat. Erst nach und nach findet Helen heraus, was wirklich hinter der ganzen Sache steckt: Sie ist nämlich eine Scion, ein Nachkomme von Halbgöttern, genau wie Lucas und seine Familie. Und Scions von verschiedenen Familien können nicht nebeneinander leben, ohne sich gegenseitig zu töten...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

"Göttlich verdammt" ist ein grandioser Auftakt zu einer neuen Trilogie, die jeden begeistern wird. Der Roman beinhaltet alles, was das Leserherz wünscht und es gibt kaum etwas auszusetzen, denn Josephine Angelini hat hier wahrlich ein Meisterwerk geschaffen.

Allen voran steht natürlich einmal die Handlung des Buches und die Idee, auf der diese basiert. Die Autorin hat sich immer schon für die griechische Mythologie interessiert, und lässt uns Leser nun an der fantastischen Götterwelt teilhaben. Selbst wenn man überhaupt kein Vorwissen hat, lässt sich das Buch leicht lesen, da Josephine Angelini alles Wichtige erklärt. Das liest sich aber nicht wie ein trockenes Geschichtsbuch, sondern ist liebevoll in der Handlung verpackt, sodass der Leser gemeinsam mit Helen nach und nach alles wichtige über die Götter, den Trojanischen Krieg und die Scions erfährt.

Josephine Angelini's Schreibstil ist daher zwar sehr beschreibend und erklärend, die Spannung bleibt aber keineswegs aus. Durchwegs treten immer wieder Hindernisse auf und es gibt viele Rätsel zu klären, die den Leser davon abhalten, das Buch auch nur für eine kleine Pause zur Seite zu legen. Gegen Ende gibt es dann noch einen Spannungshöhepunkt, bei dem man kaum noch zu Atem kommt. Die vielen lustigen Alltagsszenen unterhalten zusätzlich und sorgen dafür, dass das Ganze auch authentisch wirkt. Langweilig wird es aber nie.

Ein weiterer riesengroßer Pluspunkt des Romans ist die Vielfalt der Charaktere. Dadurch, dass die Familie Delos eine Großfamilie ist, herrscht kein Mangel an Figuren. Die Autorin hat es aber auch geschafft, dass keine Figur der anderen gleicht, sondern jede für sich selbst eigene Charakterzüge, Wünsche und Träume hat, in die der Leser auch Einblick bekommt. So ist zum Beispiel Helen besonders liebevoll gezeichnet, über sie erfährt man am meisten. Sie ist ein schüchternes Mädchen, das sich nur in Gegenwart ihrer besten Freundin Claire öffnet und von zu viel Aufmerksamkeit Bauchschmerzen bekommt. Helen weiß, dass sie nicht so ist, wie alle anderen, versucht ihre besonderen Fähigkeiten aber schon ihr ganzes Leben lang zu verstecken. Auch Claire lernt man im Laufe der Handlung immer besser kennen und von der Familie Delos erfährt man ebenfalls sehr viel. Josephine Angelini hat sich wirklich Mühe gegeben, die Charaktere unterschiedlich und einzigartig werden zu lassen, was ihr auch wunderbar gelungen ist.

Besonders gut gefallen hat mir auch, wie die Autorin Gefühle beschreibt. Diese sind wirklich gut nachzuvollziehen, was man in einem Debüt fast nie erlebt, da die Autoren erst in die Geschichte hineinwachsen müssen. In "Göttlich verdammt" ist das aber nicht der Fall. Sowohl der anfängliche Hass als auch die Liebe zwischen Lucas und Helen sind so authentisch, als würde man selbst so fühlen. Auch die Beziehungen zwischen den Figuren wurden sehr gut beschrieben. So erkennt man die Liebe zwischen Helen und ihrem Vater Jerry, aber auch das typische Geschwisterdasein in der Familie Delos. Ein großes Lob an Josephine Angelini an dieser Stelle!

Alles in allem ist "Göttlich verdammt" also ein sehr facettenreicher Roman, der kaum Wünsche offen lässt. Das Ende ist zwar sehr offen gehalten, aber das kann man einem Autor kaum vorwerfen. Umso mehr freut man sich dann natürlich auf die Fortsetzung!

In wenigen Worten

"Göttlich verdammt" ist ein Roman, der auf einer völlig neuen, spannenden Idee basiert, die auch gut umgesetzt ist. Besonders die Vielfalt der Charaktere und das schrittweise Aufklären der vielen Rätsel machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Jospehine Angelini beschreibt Alltagssituationen und spannende Handlungsstränge außerordentlich gut. Auch Gefühle wie Liebe und Hass können vom Leser nachvollzogen werden. Für einen solch grandiosen Auftakt ohne Hürden kann man nur 5 Schlüssel vergeben!

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

Zusätzlich kennzeichne ich dieses Buch als Geheimtipp.

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Griechische Mythologie und Halbgötter verknüpft mit einer Liebesgeschichte. Gefällt!
  • Figuren: 5 von 5
    Es gibt wahnsinnig viele Charaktere, die man aber alle für sich kennen lernt.
  • Spannung: 4 von 5
    Ein sehr spannendes Buch, das vor allem viele Rätsel aufwirft
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Nicht schwierig, man wird sanft in die Welt hineingeschoben.
  • Spaß: 3 von 5
    Es gibt immer wieder Witze und spaßige Szenen.
  • Cover: 3 von 5
    Das deutsche Cover gefällt mir recht gut, es sticht aber leider nicht wirklich aus anderen hervor. Und das Mädchen darauf, das wohl Helen darstellen soll, ist meiner Meinung nach nicht das hübscheste Mädchen, das es überhaupt gibt.

Kommentare

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