März 2012

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Gone - Verloren

TitelbildAutor: Michael Grant
Originaltitel: Gone
Genre: Jugendbuch / Science Fiction
Erscheinungsjahr: USA: 2008 / D: 2010
Seitenanzahl: 500 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Gone - Verloren ist der Auftakt zu einer neuen Serie des Autors und damit der erste Teil. Die Serie soll sechs Teile umfassen, deren englische Titel wie folgt lauten werden: Gone, Hunger, Lies, Plague, Fear, Light. Die gesamte Serie erzählt von einer Welt ohne Erwachsene, und wie diese die Kinder verändert.

Der Mann hinter der Geschichte

Michael GrantMichael Grant wurde 1954 in Los Angeles geboren. Laut eigenen Angaben hat er bisher 150 Bücher geschrieben, die meisten gemeinsam mit seiner Frau.
Schriftsteller zu sein bedeutet für den Reiseliebenden einen jener Jobs zu haben, der ihn nicht an einen bestimmten Ort bindet.
Mit seinem neuesten Werk, Gone, möchte er den Leser dazu bringen, die ganze Nacht zu lesen und am nächsten Tag müde in die Schule zu gehen und einen Test zu verhauen. Und das kann er!

Darum geht's in dem Roman

Die Hauptpersonen, Sam und seine Mitschüler, sitzen gerade in der Schule, als das Unfassbare passiert: Der Lehrer ist von einem Augenblick auf den anderen einfach weg. Ohne irgendein Puffen, oder Knallen. Er ist einfach verschwunden. Mit ihm gehen alle Personen, die älter 15 Jahre alt sind.

Zunächst halten Sam und sein bester Freund Quinn, sowie alle anderen Schüler das für einen schlechten Scherz. Aber bald wird ihnen der Ernst der Lage klar: Alle Erwachsenen sind weg. Jeder hat Angst, keiner weiß, was geschehen ist. Viele sorgen sich um ihre Geschwister und machen sich auf die Suche nach ihren Eltern, weil sie einfach nicht glauben können und wollen, dass wirklich alle weg sind.

Auch Sam sucht gemeinsam mit seinem Freund Quinn und der intelligenten Astrid nach ihren jeweiligen Eltern in ihren Häusern. Aber nirgends ist auch nur eine Person, die älter als 15 Jahre alt ist, zu sehen. Astrid macht sich Sorgen um ihren kleinen autistischen Bruder Pete, der wahrscheinlich bei einem ihrer Elternteile war.

Als sie sich auf die Suche nach ihm machen, finden sie eine Wand, eine undurchdringliche Barriere, die Perdido Beach umschließt. Die Kinder stellen schnell fest, dass sie eingeschlossen sind, und es keinen Ausweg zurück in die normale Welt gibt, auch wenn sie es nicht glauben wollen.

Es herrscht also ein richtiges Chaos in Perdido Beach, seit alle Erwachsenen weg sind, weil die Kinder doch noch recht jung sind und sich nicht zurecht finden. Zu allen bereits bestehenden Sorgen kommt auch noch hinzu, dass die Kinder eigenartige Kräfte entwickeln, die sie mit ihren Handflächen steuern können. So kann zum Beispiel Sam Lichtblitze abfeuern und ein anderes Mädchen Feuer aus ihren Händen kommen lassen, mit dem es vor lauter Angst sogar einen Hausbrand verursacht und dabei ums Leben kommt.

Als wäre das alles noch nicht kompliziert und gefährlich genug, versucht dann auch noch Caine aus der nahegelegenen Coates Academy, die dafür bekannt ist, dass ihre Schüler etwa "schwierig" sind, die Macht in Perdido Beach an sich zu reißen. Er ist zweifelsohne gut organisiert und schafft es, dass die Stadt wieder einigermaßen auf den Beinen ist. Aber er führt nicht nur Gutes im Schilde...

Wird Astrid ihren kleinen Bruder Pete wieder finden? Was hat es mit den sich plötzlich entwickelnden Kräften auf sich? Werden die Kinder es schaffen, dem machtgierigen und brutalen Caine die Stirn zu bieten? Und was geschieht mit Sam, dessen Geburtstag immer näher rückt, wenn er 15 wird?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Das Buch beginnt so spannend, wie kaum ein Buch beginnt. Die ersten drei Absätze habe ich vor dem Kauf gelesen, und die haben mich mehr als überzeugt, das Buch mitzunehmen:

Der Lehrer, der gerade noch über den Bürgerkrieg gesprichen hatte, war auf einmal weg.
Da.
Weg.
Kein Puff. Kein Blitz. Kein Knall.

Wenn das mal nicht einer der besten Einstiege in ein Buch ist, den es bisher gab. Als Leser fühlt man sich sofort mitten im Geschehen, als säße man selbst in dieser Klasse und der Lehrer vor einem wäre einfach weg.

Michael Grant beschreibt auch besonders gut, was während diesen Geschehnissen in den Schülern vorgeht. Dass sie das zuerst für einen schlechten Scherz halten, bevor sie den Ernst der Lage erkennen, ist absolut realistisch.

Auch im weiteren Verlauf der Geschichte hat man trotz der vielen fiktiven Elemente das Gefühl, dass die Geschichte wirklich so passieren könnte. Die Handlungen der einzelnen Personen sind wahnsinnig nachvollziehbar. Erschreckend, aber doch real.

Der Autor beschreibt seine Charaktere und die Handlungen dieser ausgesprochen gut. Jede Person ist unterschiedlich, was zeigt, dass sich Michael Grant mit den Figuren auseinandergesetzt hat und sie auch gut beschreiben kann. Besonders gefallen hat mir auch, dass keine der Personen "perfekt" war, sondern alle absolut authentisch rüberkamen, als würde es sie wirklich geben.

Neben dem ausgezeichnet beschriebenen Umfeld des Buches und dessen Charakteren ist aber auch der Inhalt und die Handlung gut gelungen. Durch das Geschehen vieler unerwarteter Dinge, wie zum Beispiel das Auftauchen der Coates-Schüler oder der mutierten Tiere wird die Spannung eigentlich immer aufrechterhalten.

Leider gibt es in dem Buch immer wieder Erzählperspektivenwechsel. Grundsätzlich mag ich das, weil man so nicht nur in einer Person gefangen ist, sondern auch etwas über die Gedanken und Gefühle anderer erfährt. Es ist aber fast unerträglich, wenn ein Kapitel sehr spannend endet und das nächste dann am anderen Ende von Perdido Beach beginnt. Aber durch das Erzählen aus der anderen Perspektive lässt die Spannung vom alten Kapitel während man das neue liest immer wieder nach und man ist dann gar nicht mehr so interessiert in die Dinge, die im vorherigen Kapitel geschehen sind. Das ist aber Geschmacksache, wie es einem besser gefällt.

Besonders gut gefallen hat mir der Countdown vor jedem Kapitel bis zu Sams Geburtstag. Das ist ein wirklich gut gelungenes Extra des Buches.

In wenigen Worten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch durchwegs spannend ist und viele Fragen aufwirft, deren Antworten der Leser kaum erwarten kann. Nur wenige Rätsel werden am Ende des Buches aufgeklärt, aber doch genug um zumindest ein wenig zufriedengestellt zu sein.

Das Buch hat mich also auf jeden Fall begeistert und mir gut gefallen. Ich freue mich auf die Fortsetzungen, denn man will unbedingt mehr über die mysteriöse Welt erfahren. Für diesen grandiosen Auftakt einer neuen Serie vergebe ich 5 Schlüssel.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

Zusätzlich kennzeichne ich dieses Buch als Geheimtipp.

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Eine Welt ohne Erwachsene in der plötzlich alles Kopf steht. Nicht hundertprozentig neu, aber anders verarbeitet und gut gelungen!
  • Figuren: 5 von 5
    Die Charaktere sind alle verschieden, was mir gut gefällt, denn da erkennt man, dass der Autor sich mit ihnen auseinandergesetzt hat und sie auch gut beschreiben kann.
  • Spannung: 4 von 5
    Das Buch ist durchwegs sehr spannend, es geschehen immer wieder neue fragwürdige Dinge, aber durch den Perspektivenwechsel wird diese Spannung leider immer wieder etwas runtergeschraubt.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Man fühlt sich sofort, als wäre man bei den Geschehnissen dabei!
  • Spaß: 1 von 5
    Das Buch ist alles andere als spaßig, eher sehr erschreckend und geheimnisvoll! Es sind auch nur wenige witzige Dialoge vorhanden.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover gefällt mir sehr gut. Das Schwarz zeigt die düstere Atmosphäre in dem Buch und durch die unterschiedlichen Farben der Teile sieht die Serie auch im Regal gut aus.

Kommentare

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