März 2012

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Gone - Hunger

Titelbild Autor: Michael Grant
Originaltitel: Hunger
Genre: Jugendbuch / Science Fiction
Erscheinungsjahr: USA: 2009 / D: 2010
Seitenanzahl: 489 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Gone - Hunger ist der zweite Teil einer neuen Reihe des Autors. Die Serie soll sechs Teile umfassen, deren englische Titel wie folgt lauten werden: Gone, Hunger, Lies, Plague, Fear, Light. Die gesamte Serie erzählt von einer Welt ohne Erwachsene, und wie diese die Kinder verändert.

Der Mann hinter der Geschichte

Michael GrantMichael Grant wurde 1954 in Los Angeles geboren. Laut eigenen Angaben hat er bisher 150 Bücher geschrieben, die meisten gemeinsam mit seiner Frau.
Schriftsteller zu sein bedeutet für den Reiseliebenden einen jener Jobs zu haben, der ihn nicht an einen bestimmten Ort bindet.
Mit seinem neuesten Werk, Gone, möchte er den Leser dazu bringen, die ganze Nacht zu lesen und am nächsten Tag müde in die Schule zu gehen und einen Test zu verhauen. Und das kann er!

Darum geht's in dem Roman

Nach Sams 15. Geburtstag und dem fürchterlichen Kampf zwischen ihm und seinem Bruder sowie gegen die Koyoten ist viel passiert. Sam wurde zum Bürgermeister gewählt und Caine ist geflüchtet. Auch von den Koyoten ist nichts mehr zu sehen.

Trotzdem ist die Lage in Perdido Beach schlechter als je zuvor: Die vielen Kekse und Konservendosen, die in den Häusern der Erwachsenen gelagert waren, wurden alle bereits verzehrt und alles Frische wie Fleisch oder Obst und Gemüse ist inzwischen verdorben. Es gibt kaum noch etwas zu essen.

Die einzige Möglichkeit, wie die Kinder wieder zu Kräften kommen können, ist die Felder, die es rund um Perdido Beach gibt, zu ernten, bevor auch dort alles Obst und Gemüse verdirbt oder die Vögel alles fressen. Aber keiner hat Lust zu arbeiten, ohne irgendeine Gegenleistung ... und außerdem besetzen eine Reihe von mutierter schwarzer Würmer einige Felder, die jeden, der sie betritt, sofort töten.

Als hätten die Bewohner von Perdido Beach nicht schon genug Sorgen, versucht auch noch Sams Zwillingsbruder Caine, das Kernkraftwerk an sich zu reißen, um den Strom steuern zu können. Damit will er scheinbar Sam dazu zwingen, ihm Essen zu geben - ansonsten wird auch der Strom in Perdido Beach ausbleiben - was ein unvorstellbares Chaos mit sich ziehen würde.

Die Kinder in Perdido Beach sind durch die schwierige Lage auch so gereizt, dass sie beginnen, sich wegen völlig banaler Dinge in die Haare zu kriegen und andauernd streiten. Außerdem bildet sich langsam aber sicher eine groß Kluft zwischen Kindern mit Kräften (Freaks) und "Normalos", der zu eskalieren droht, als ein Junge namens Hunter versehentlich einen "Normalo" mit seiner Kraft tötet ...

Sind Sam, Astrid, Edilio und die anderen Bewohner Perdido Beachs dem ganzen Stress gewachsen? Schaffen sie es, genug Nahrung zu finden, um weiterhin zu überleben? Oder kann die Dunkelheit ihren Plan durchziehen und die gesamte Menschheit auslöschen?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Die Fortsetzung von Gone - Verloren ist Michael Grant wirklich gut gelungen. Sie ist genauso spannend und fesselnd wie schon der erste Teil und der Leser kommt vor lauter Schrecken kaum noch zum Atmen. Was Michael Grant im ersten Teil geschaffen hat - eine Welt ohne Erwachsene, die FAYZ - überzeugt den Leser immer noch.

Schon nach den ersten Sätzen fühlt sich der Leser wieder mitten in der FAYZ, als wäre man nie fort gewesen. Das erste Kapitel setzt genauso spannend, mysteriös und erschreckend fort, wie der Leser es von Gone - Verloren bereits gewöhnt ist. Die mutierten Würmer, die Sam und die anderen daran hindern, die Felder zu ernten, bringen noch zusätzliche Probleme zu dem immer größer werdenden Hunger der 332 Überlebenden der FAYZ. Aber das ist noch lange nicht das einzige Problem, denn Michael Grant schafft es, ein Problem nach dem anderen auftauchen zu lassen, ohne die Story dahinter gekünstelt wirken zu lassen.

Überhaupt ist Gone - Hunger genauso realistisch wie Band 1. Trotz der vielen fiktiven Elemente, den Kids mit Kräften, den vielen "Mutationen" und der Dunkelheit kann der Leser alles, was in dem Buch passiert, nachvollziehen. Es ist erschreckend, wie die Kinder versuchen ihre Probleme zu lösen, aber dennoch überzeugend.

Die Charaktere haben sich in Band 2 noch mehr gefestigt. Man kann sich noch besser mit ihnen auseinandersetzen, und auch die, die neu hinzukommen wirken real. Michael Grant schafft es dabei auch immer wieder neue Charaktereigenschaften einzubringen - noch immer ähnelt keine Person einer anderen.

Besonders die Probleme, mit den die Hauptcharaktere zu kämpfen haben, überzeugen den Leser. Hunger, die Kluft zwischen "Freaks" und "Normalos", Caine, der die Macht an sich reißen will und die Dunkelheit in der Goldmine - sie trägt inzwischen den Namen Gaiaphage - sind nur wenige davon. Sam als Bürgermeister soll für alles eine Lösung finden - und scheitert mehrmals. Wie soll auch ein 15jähriger die Probleme von 332 Kindern lösen?

Das Schlimmste und gleichzeitig Überzeugendste ist aber die Sache, wie die Kinder versuchen, ihre Probleme lösen. Gewalt kennt keine Grenzen mehr, kaum jemand geht unbewaffnet außer Haus und vor lauter Hunger denken nicht wenige sogar an Kannibalismus. Beste Freunde streiten sich, weil ein Bonbon verschwunden ist und eine Fraktion von "Normalos" bildet sich um den "Freaks" das Oberhaupt zu entreißen. Erschreckend beschreibt Michael Grant all diese Dinge - als Leser hat man das Gefühl es herrscht Krieg, obwohl sich die Kinder doch eher zusammentun sollten, um dem Gaiaphagen die Stirn zu bieten.

Und trotz allem hat man immer noch das Gefühl, das alles könnte tatsächlich geschehen. Mal angenommen plötzlich wären alle Erwachsenen verschwunden - ich bin überzeugt, dass die Kinder die im Hier und Jetzt leben sich nicht anders verhalten würden, auch wenn es erschreckend ist.

In Gone - Hunger stört mich auch der Perspektivenwechsel nicht mehr so. Band 2 ist nicht mehr ganz so mysteriös, es gibt nicht ganz so viele Geheimisse aufzudecken, sodass es eher von Vorteil ist, auch einmal in die Köpfe anderer blicken zu können. Man erlebt den "Krieg" von verschiedenen Seiten und erfährt von allen Problemen in der FAYZ.

Übrigens gibt es auch in Band 2 einen Countdown zu Beginn jedes Kapitels, der für mich aber eher gekünstelt wirkt. Das Ereignis, das nach 106 Stunden, 29 Minuten eintritt, ist zwar ein Schlüsselereignis, aber der Countdown bringt nicht wirklich viel. Man versteht bis zum Schluss nicht, was denn passiert, wenn die Zeit abgelaufen ist, und im Nachhinein fragt man sich, wozu der überhaupt nötig war. Er erhöht die Spannung nur minimal, weil der Leser unbedingt wissen will, was denn nun passiert, wenn die 106 Stunden, 29 Minuten abgelaufen sind ... Trotzdem eher ein Griff ins Klo, leider.

In wenigen Worten

Mit Gone - Hunger ist Michael Grant aber auf jeden Fall eine würdige Fortsetzung gelungen. In Band 2 überwiegen zwar eher die erschreckenden Methoden, mit denen die Kinder ihre Probleme lösen wollen, als das Mysteriöse, aber das ist mindestens genauso spannend. Der Leser kommt kaum zum Atmen, und wenn, dann nur um das Schreckliche, das gerade passiert ist, einmal kurz zu verarbeiten.

Leider werden die offenen Fragen von Band 1 nur wenig beantwortet. Das Mysteriöse kommt in Band 2 leider zu kurz, man erfährt nur wenig über die Umstände, die die FAYZ auslösten und steht am Ende von Band 2 mit fast genauso wenig Wissen da, wie am Ende von Gone - Verloren. Trotzdem ist das Buch gelungen, es liefert nur ein erneutes sehnliches Warten auf Gone - Lügen. Gone - Hunger hat 5 Schlüssel verdient.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 5 von 5
    Die Fortsetzung grenzt sich stark von TheTribe ab - die Idee dieser Geschichte ist super durchgeführt.
  • Figuren: 5 von 5
    Die Charaktere sind genauso gut beschrieben und authentisch wie schon im ersten Teil.
  • Spannung: 4 von 5
    Der zweite Teil ist nicht ganz so spannend wie Teil 1, aber fesselt den Leser doch.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Schon nach wenigen Sätzen fühlt man sich sofort wieder mitten in der FAYZ.
  • Spaß: 1 von 5
    Spaß gibt es in diesem Buch wirklich gar nicht mehr. Es ist sehr ernst und erschreckend, ganz selten kommt bittere Ironie zum Ausdruck.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover finde ich, wie auch alle anderen der Reihe, gut gelungen. Das Schwarz zeigt die düstere Atmosphäre des Romans.

Kommentare

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