März 2012

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Gone - Lügen

Titelbild Autor: Michael Grant
Originaltitel: Lies
Genre: Jugendbuch / Science Fiction
Erscheinungsjahr: USA: 2010 / D: 2011
Seitenanzahl: 445 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Gone - Lügen ist der dritte Teil einer neuen Reihe des Autors. Die Serie soll sechs Teile umfassen, deren englische Titel wie folgt lauten werden: Gone, Hunger, Lies, Plague, Fear, Light. Die gesamte Serie erzählt von einer Welt ohne Erwachsene, und wie diese die Kinder verändert.

Der Mann hinter der Geschichte

Michael GrantMichael Grant wurde 1954 in Los Angeles geboren. Laut eigenen Angaben hat er bisher 150 Bücher geschrieben, die meisten gemeinsam mit seiner Frau.
Schriftsteller zu sein bedeutet für den Reiseliebenden einen jener Jobs zu haben, der ihn nicht an einen bestimmten Ort bindet.
Mit seinem neuesten Werk, Gone, möchte er den Leser dazu bringen, die ganze Nacht zu lesen und am nächsten Tag müde in die Schule zu gehen und einen Test zu verhauen. Und das kann er!

Darum geht's in dem Roman

Nachdem Drake gestorben ist und die Dunkelheit vermeintlich vernichtet ist, könnte man meinen, dass in der FAYZ nun Ruhe eingekehrt ist. Aber es gibt immer noch keine Elektrizität und abgesehen vom Essen, das schon lange aus ist und wofür die Jugendlichen nun jagen und fischen, gehen jetzt auch die Wasservorräte zur Neige. Der "Stadtrat" von Perdido Beach weiß sich schön langsam nicht mehr zu helfen, wodurch immer noch mehr Streitereien und Meinungsverschiedenheiten auftreten.

Aber das sind bei weitem noch nicht alle Probleme. Die Ereignisse überschlagen sich und es treten viele verschiedene, mysteriöse Dinge auf, die dem Stadtrat und auch allen anderen Bewohnern der FAYZ Rätsel aufgeben.

So beginnt Orsay plötzlich, jedem zu prophezeien, dass man durch Selbstmord oder an seinem 15. Geburtstag zurück zu seinen Eltern kommt. Ein Mädchen namens Nerezza, das niemand zu kennen scheint, ist dabei ihr Mentorin. Die Kinder sind begeistert und haben nun die Hoffnung, endlich wieder "nach Hause" zu kommen. Zu den Hoffnungsvollen gehört auch Mary, die in der Kita für die Kleinen zuständig ist. Sie wird immer depressiver und es wächst ihr alles über den Kopf, so dass auch sie an ihrem 15. Geburtstag aus der FAYZ aussteigen will - was zum Problem vieler werden könnte.

In der FAYZ geht zur Zeit außerdem eine schreckliche Grippe um, die jeden enorm schwächt. Kaum jemand, der erkrankt ist, ist noch zu irgendetwas fähig. So gehen auch viele nützliche Kräfte verloren, da zum Beispiel Wirbelwind Brianna nicht mehr so schnell hin und her laufen kann.

Sam macht zudem eine schreckliche Entdeckung - Brittneys Grab ist leer, und die Leiche von Brittney verschwunden. Manche behaupten, sie lebendig gesehen zu haben. Und als wäre das noch nicht alles, soll auch der gefürchtete Drake, die Peitschenhand, vom Toten auferstanden sein. Aber wie ist das möglich?

All diese Dinge verschweigt Sam auch vor Astrid, um sich keine Moralpredigten von ihr anhören zu müssen. Als sie früher oder später aber davon erfährt, streiten sich die beiden so heftig, dass in Folge die ganze Stadt auseinanderzubrechen droht, weil die beiden Helden und Leitfiguren nicht mehr zusammenhalten.

Caine und der Rest der Coates Academy bekommen von all dem Tumult hingegen nichts mit. Sie werden immer schwächer und schwächer, und weil sie kaum noch zu Essen haben, sind sie kurz davor, zu verhungern. Als die Wanze dann aber erfährt, dass es eine Insel geben soll, auf der reiche Filmleute gelebt haben und auf der es Essen geben soll, beschließt er, noch eine letzte aufwändige Tour zu unternehmen - und schließt dafür einen schrecklichen Pakt mit Zil, dem Anführer der "Normals", der alles andere als gut ausgeht ...

Viele Fragen werden aufgeworfen: Wie lange ist Sam dem Druck, der auf ihm lastet, noch gewachsen? Wird der Stadtrat wieder zueinanderfinden und sich endlich wieder einigen? Was ist mit Brittney und Drake? Stimmt es, was Orsay prophezeit? Und welchen bösen Plan haben Zil und Caine, die sich zusammentun?

Können die Bewohner der FAYZ sich wieder arrangieren und noch weiterleben? Und wenn ja, wie lange noch?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Gone - Lügen ist der spannendste und erschreckenste Band bisher. Gleich zu Beginn wird der Leser in einen Topf voller Probleme geworfen und man ist gespannt, wie die Hauptpersonen diese zu lösen versuchen.

Wie bereits üblich hat man als Leser Einblick in verschiedenste Personen und erfährt somit mehr über die Absichten der Einzelnen. Man sieht die sich ergebenden Probleme aus unterschiedlichen Sichten, was das Ganze noch viel spannender und interessanter macht. In Band 3 treten außerdem mal wieder neue Personen auf: die Filmstars, die die Insel bewohnten, zu der Caine will, hatten auch Kinder, die sich nun auch in der FAYZ zurechtfinden müssen. Diese Personen sind wie bereits gewohnt wirklich detailliert skizziert und haben alle so ihre Eigenarten, was sie genauso authentisch macht wie die bisherigen Hauptpersonen. Ich bin gespannt ob sie noch eine größere Rolle spielen werden.

Der Schreibstil ist wieder genauso fesselnd wie der Leser es bereits gewohnt ist. Man schlägt Seite für Seite um und kann das Ende kaum noch erwarten. Dadurch, dass die Handlung nur über wenige Stunden verteilt ist, ist der Zwang, das Buch am Stück auszulesen, noch viel größer. Auch die Authentizität besteht trotz der vielen fiktiven Elemente immer noch und als Leser kann man die wenige Zeit m tden Protagonisten wirklich nur gebannt verfolgen.

Einen Countdown gibt es in Band 3 ebenfalls wieder. Diesesmal deutet er auf Marys 15. Geburtstag hin, an dem Mary vor hat, aus der FAYZ auszusteigen. Das würde natürlich eine große Katastrophe bedeuten - denn was würde mit all den Kleinkindern geschehen? Diesesmal ist Michael Grant der Countdown wieder durchaus gelungen.

Besonders loben muss ich Michael Grant für seine vielen, einfallsreichen Ideen. Dieses Buch strotzt geradezu vor interessanten, spannenden, fantastischen Handlungssträngen. Dass Grant sich all diese ausdenken und sie auch sinnvoll verarbeiten konnte, grenzt nahezu an ein Wunder. Ich war vor allem von der Fülle dieser begeistert - aber auch von der Umsetzung. Als Leser kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus, weil man nie im Leben darauf gekommen wäre, was denn alles passieren kann.

In Gone - Lügen erfährt man übrigens endlich wieder mehr über die Umstände, die die FAYZ auslösten und sie am Leben erhalten. Der kleine Pete, Astrids Bruder, spielt wieder eine größere Rolle und auch die Dunkelheit, der Gaiaphage ist, wie bereits erwartet, noch nicht gänzlich vernichtet. Insgesamt haben sich für Band 3 der Reihe also viele Dinge in die Liste jener Handlungsstränge eingereiht, die alle verarbeitet werden müssen - und das werden sie auch, was den Roman nur noch besser macht.

In wenigen Worten

Michael Grant hat in Gone - Lügen wirklich eine Meisterleistung vollbracht. Die vielen verschiedenen unerwarteten Begebenheiten und Handlungsstränge überzeugen den Leser von Anfang an. Man ist gespannt, wie sich alle Probleme auflösen und klären und kommt von der ersten bis zur letzten Seite kaum zum Durchatmen. Auch die neuen Personen, die in Band drei auftauchen, sind wieder völlig anders als die bisherigen, was Michael Grants Bücher ja fast auszeichnet. Auch die Umstände für die Entstehung der FAYZ, die mir in Gone - Hunger gefehlt haben, kommen nicht zur kurz. Ich kann also gar nicht anders, als 5 Schlüssel zu vergeben.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:
  • Idee: 5 von 5
    Viele neue, gute Ideen haben in Gone-Lügen Platz gefunden.
  • Figuren: 5 von 5
    Die Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren, die das Buch unter anderem ausmacht, bleibt wie eh und je, wird sogar eher noch besser.
  • Spannung: 5 von 5
    Da die Handlung nur über wenige Tage, eher sogar nur über Stunden verteilt ist, bleibt auch die Spannung durchwegs erhalten.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Bereits nach den ersten paar Sätzen kann man sich schon wieder total in die Handlung einfügen.
  • Spaß: 1 von 5
    Spaß kommt eigentlich kaum vor. Aber das ist auch nicht die Absicht des Buches.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover finde ich, wie auch alle anderen der Reihe, gut gelungen. Das Schwarz zeigt wie immer die dunkle Atmosphäre des Romans, und die Farben passen gut ins Regal.

Kommentare

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