März 2012

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Heaven - Stadt der Feen

TitelbildAutor: Christoph Marzi
Originaltitel: Heaven - Stadt der Feen
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenanzahl: 358 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Heaven ist ein für sich allein stehender Einzelroman, der auch in sich abgeschlossen ist. 2011 erschien wiederum bei Arena zwar ein weiterer Roman mit ähnlicher Aufmachung: Memory - Stadt der Träume, größere Überschneidungen zu Heaven als nur den Schauplatz der Handlung soll es aber nicht geben.

Der Mann hinter der Geschichte

Christoph MarziChristoph Marzi wurde 1970 in Mayen geboren. Der deutsche Schriftsteller arbeitet hauptberuflich als Lehrer für Wirtschaftslehre und begann bereits im Alter von 15 Jahren zu schreiben. Ähnlich wie Kai Meyer, der den Autor auch inspiriert, schreibt Marzi vorwiegend phantastische Romane und Kurzgeschichten. Einige seiner Bücher wurden auch für den Deutschen Phantastik Preis nominiert, gewonnen hat bisher aber nur Lycidas, sein Romandebüt.

Darum geht's in dem Roman

Als David eines Tages auf den Dächern von London auf ein verstörtes Mädchen namens Heaven trifft, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben in nächster Zeit komplett ändern wird. Dieses Mädchen behauptet nämlich, dass ihm das Herz gestohlen worden sei, im wahrsten Sinne des Wortes. Laut Heavens Angaben haben ihr zwei böse, dunkle Männer einfach das Herz aus der Brust geschnitten. David hält Heaven für völlig verrückt, kann sie aber aus irgendeinem Grund trotzdem nicht alleine lassen und möchte ihr zumindest helfen, wieder nach Hause zu finden.

Dann verschlechtert sich Heavens Zustand aber merklich, sie hat immer mehr Schwindelgefühle und David entscheidet, Heaven ins Krankenhaus zu bringen, wo daraufhin tatsächlich kein Herzschlag festgestellt werden kann. Zusätzlich zu dieser Information erzählt die Krankenschwester David, dass zwei Männer vorhin nach einem Mädchen ohne Herz gesucht haben. Aus lauter Angst ergreift David gemeinsam mit Heaven die Flucht. Nur knapp können sie den bösen Gestalten, die die beiden inzwischen ausfindig gemacht haben, entkommen weshalb David Heaven, der er inzwischen glaubt, vorerst mit zu sich nach Hause nimmt.

In ihrer Angst vor den beiden Männern lernen sich David und Heaven immer besser kennen und David erfährt, dass Heaven eine Waise ist. Heavens Mutter starb bei der Geburt und ihr Vater stürzte mit einem Flugzeug ab. Mit der Zeit finden die beiden dann aber heraus, dass es einige Unstimmigkeiten in der Geschichte gibt. Seit ihrem Tod wurde Heavens Mutter nämlich nie mehr gesehen, in ihrem Grab liegt eine Fremde, und auch die Leiche ihres Vaters wurde nie gefunden.

Was hat es mit dieser Geschichte auf sich? Warum kann Heaven auch ohne ihr Herz noch weiterleben, wenn auch nur mit Schwindelgefühlen oder in großer Kälte? Und warum suchen die beiden Männer, die ihr das Herz gestohlen haben, immer noch nach ihr?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Schon der Einstieg in den Roman konnte mich bereits überzeugen. Obwohl ich Prologe normalerweise nicht so gerne mag, da sie nur Rätsel aufgeben, kaum etwas verraten und auch nach Ende des Buches nicht immer verständlich sind, hat mir dieser hier sehr gut gefallen. Er schildert, wie Heaven auf das Dach gekommen ist und ihr Herz gestohlen wurde, sodass man unbedingt mehr erfahren will.

Leider wird das erste Kapitel dann sofort aus Sicht Davids geschrieben, weswegen man seine Neugier zunächst einmal etwas zurückschrauben muss. Der Klappentext verspricht zwar, dass David Heaven noch kennen lernt, wann das passiert steht aber nicht fest. Von anderen Büchern bin ich es schon gewöhnt, dass Dinge die im Klappentext stehen auch erst nach Hälfte des Romans eintreten können. Bei dem Roman von Christoph Marzi wurde ich jedoch positiv überrascht. Nach einer kurzen Einführung in den Charakter David (seine Vorgeschichte und Beweggründe für das Wohnen in London) trifft er sofort auf Heaven und der Leser kann sich freuen, dass er wieder in die spannende Geschichte des gestohlenen Herzens eintauchen kann. Mir hat besonders gut gefallen, dass damit alles, was im Klappentext stand, erledigt war und man so überhaupt nicht wissen konnte, was sonst noch so in der Handlung passiert.

Unter anderem dadurch ist der Roman auch durchwegs sehr spannend und fesselnd. Da man noch nichts weiß, ist jedes kleine Detail, das Heaven und David in Erfahrung bringen, eine interessante Wendung, die den Leser immer wieder überzeugen kann. Gegen Ende überschlagen sich dann die Ereignisse und es gibt noch viel viel mehr Überraschungen, sodass ich, obwohl ich sehr müde war, in den letzten 100 Seiten keine Pause mehr machen konnte und die halbe Nacht lang noch gelesen habe. Christoph Marzi hat es durch die unvorhersehbaren Wendungen tatsächlich geschafft, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte!

Der Schreibstil des Autors ist auch besonders zu erwähnen. Abgesehen von den vielen Spannungselementen schafft Christoph Marzi es auch mit seinem bildlichen Schreibstil zu überzeugen. Die Schauplätze in London sind so detailliert beschrieben, dass man sich gut vorstellen kann, wo sich David und Heaven befinden. Für diejenigen, die sich in London ein wenig auskennen, wird es auch ein ganz besonderes Leseerlebnis sein, genau zu wissen, wo sich die Protagonisten befinden.

Das wäre aber nur halb so interessant, wenn man nicht andauernd mit David und Heaven mitfiebern würde. Da die beiden aber sehr sympathische Figuren sind, die sofort das Herz des Lesers gewinnen, will man immer auf dem Laufenden sein und so viel wie möglich über sie erfahren. Das kommt in dem Roman auch überhaupt nicht zu kurz, denn selbst die eher unwichtige Vorgeschichte von David wird immer wieder aufgewärmt, sodass der Leser die Charaktere wirklich gut kennenlernen kann. Fast alle Figuren sind authentisch, lediglich die beiden bösen Männer kamen mir ein wenig undurchsichtig vor und ihre tatsächlichen Beweggründe sind mir leider bis heute noch nicht vollständig bekannt. Das macht aber überhaupt nichts, denn mit dem Rest der ganzen Geschichte, insbesondere seiner tollen Ideen für die Handlung, kann Christoph Marzi auf jeden Fall überzeugen!

In wenigen Worten

Alles in allem ist Heaven - Stadt der Feen ein sehr spannender Roman, der alles bietet, was das Leserherz begehrt. Neben einer außergewöhnlichen Handlungsgrundlage kann Christoph Marzi vor allem mit seinem Schreibstil und den authentischen Charakteren überzeugen. Ich vergebe sehr gute 5 Schlüssel.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:

  • Idee: 5 von 5
    Völlig neuartig und so spannend, dass man sofort in die Geschichte eintaucht!
  • Figuren: 4 von 5
    Außergewöhnliche, authentische und sympathische Charaktere. Ein Punkt Abzug für die eigenartigen bösen Männer.
  • Spannung: 5 von 5
    Marzi schafft es die Spannung durchwegs aufrecht zu erhalten, sodass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Sogar bereits im Prolog fiebert man mit Heaven mit und hat Angst um sie! Sehr gut!
  • Spaß: 2 von 5
    Spaßige Szenen gibt es eher selten, diese sind aber auch nicht notwendig.
  • Cover: 4 von 5
    Das originale deutsche Cover mit der Skyline von London bei Nacht finde ich wirklich außergewöhnlich schön. Das zweite deutsche Cover ist im Vergleich dazu eher langweilig.

Kommentare

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