März 2012

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Holundermond

Titelbild Autor: Jutta Wilke
Originaltitel: Holundermond
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 316 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Holundermond ist ein für sich allein stehender Einzelroman, der auch gut in sich abgeschlossen ist. Eine Fortsetzung ist nicht geplant.

Die Frau hinter der Geschichte

Jutta WilkeJutta Wilke wurde 1963 in Hanau geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern lebt und arbeitet. Obwohl sie eigentlich andere Wünsche hatte, hat die deutsche Autorin viele Jahre lang als Rechtsanwältin gearbeitet, bevor sie ihre Robe endgültig an den Nagel hängte und sich nur noch dem Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern widmete.
Holundermond ist ihr Romandebüt.

Darum geht's in dem Roman

Nach der Trennung ihrer Eltern ist die 12jährige Nele schockiert und enttäuscht. Sie hätte nie gedacht, dass es auch in ihrer Familie dazu kommen kann. Als ihr Vater Jan ihr dann auch noch verkündet, dass sie ihn am nächsten Wochenende nicht besuchen könne, weil er zu einer dringenden Geschäftsreise nach Wien müsse, ist Nele unglaublich wütend. Sie packt kurzerhand ihre Koffer und versteckt sich im Bus ihres Vaters, der Nele erst bemerkt, als ihre Mutter sie besorgt anruft.

Jan lässt sich schließlich überzeugen, Nele mit nach Wien zu nehmenei ihm ist. Als die beiden auf ihrer Fahrt aber von einem anderen Fahrzeug gerammt werden, ahnt Jan bereits, dass das kein Unfall war und er Nele in eine große Gefahr gebracht hat. Jan ist nämlich einem Geheimnis auf der Spur: In Wien wurden in verschiedenen Kirchen und Klostern drei Gegenstände gestohlen. Die Diebstähle verbindet die Tatsache, dass sich das gesamte Diebesgut auf dem Altarbild des alten Klosters in Mauerbach befindet. Aber nicht nur das ist eigenartig. Der deutsche Historiker hat noch viel mehr über das seltsame Altarbild herausgefunden, das nicht jeder wissen soll...

In Wien angekommen, sind Jan und Nele trotzdem guter Dinge. Bis dann der Wiener Historiker Stephan Holzer auftaucht, der von Jans Aufzeichnungen und Erkenntnissen gar nichts hält. Als Jan dann nach einem Ausflug in die Kartause in Mauerbach mit Holzer auch noch verschwindet, ist Nele sich sicher: Holzer will nicht, dass Jan an diesem Fall arbeitet. Aber warum nicht? Welches Interesse hat Holzer daran, allein an dem Fall zu arbeiten? Was verbirgt er? Und vor allem, wo befindet sich Jan? Gemeinsam mit Flavio, den sie in der Pension in Wien kennengelernt hat, macht Nele sich auf den Weg, Antworten zu finden...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Holundermond ist ein von Anfang bis Ende gut durchdachtes Buch. Allein der Prolog hat mich schon so gefesselt, wie es sonst kaum ein Einstieg in ein Buch tut, und das obwohl er mit der eigentlichen Geschichte scheinbar nur wenig zu tun hat.

Auch das erste Kapitel dann, in dem man Nele und ihre Familie kennen lernt, gefällt mir sehr gut. Nele ist ein überaus sympathischer Charakter und man kann ihre detailliert beschriebene Gefühlslage auch gut nachvollziehen. Zwölf ist ja auch gerade das beste Alter, wenn sich die Eltern trennen. Es ist daher auch logisch, dass Nele sich nicht von ihrem Vater trennen will und ihn auf seine Reise nach Wien begleitet. Komisch fand ich nur, dass Nele ihre Eltern beim Vornamen nennt. Ich kenne eigentlich keinen, der das mit zwölf macht, und wenn dann nur, wenn man eine große Distanz zu den Eltern hat.

Aber das ist nur ein kleines Detail, das im späteren Verlauf des Buches kaum noch vorkommt und so auch nicht stört. In Wien treten nämlich andere Dinge in den Vordergrund: Nele lernt Flavio kennen und erkundet Wien mit ihm, und sie erfährt, was ihr Vater in Wien zu suchen hat. Als Leser brennt man darauf, das Rätsel um die gestohlenen Gegenstände gemeinsam mit Nele zu lösen.

Besonders gut gefallen hat mir abgesehen vom zwar recht kindlichen, aber angemessenen Schreibstil, dass auch die Erzählperspektive immer wieder wechselt. Ich fand es besonders toll etwas aus Holzers Sichtweise zu lesen, aber auch Jans Gedankengänge habe ich mit Freude gelesen. Eine gute Abwechslung, durch die auch die Spannung nie unterbrochen wird.

Überhaupt bleibt die Spannung bis zum Schluss eigentlich durchwegs erhalten und es treten immer wieder unerwartete Wendungen auf, die mich als Leser begeistert haben. So gibt es zum Beispiel ein eigenartiges Mädchen, das jede Nacht in den Garten der Pension schleicht, in der Nele wohnt, und sich dort ein Bündel holt. Wie Nele ist man verwirrt und möchte unbedingt wissen, was das zu bedeuten hat - und man wird auch nicht allzu lange auf die Folter gespannt, was ich gut fand.

Alles in allem ist Jutta Wilke eine interessante, spannende und lustige Geschichte eingefallen, die sie auch gut umgesetzt hat.

In wenigen Worten

Holundermond ist ein schönes Buch, das ich jedem empfehlen würde. Es ist zwar eher für jüngeres Lesepublikum geeignet, aber es ist auch nicht ausgeschlossen, dass das Buch Erwachsenen gefällt. Für eine gut durchdachte, spannende Geschichte, die auch noch toll geschrieben wurde, vergebe ich 5 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Eine spannende Idee mit vielen interessanten Details. Gut!
  • Figuren: 4 von 5
    Die Charaktere haben mir alle gut gefallen, hätten aber noch detaillierte und individueller skizziert werden können.
  • Spannung: 5 von 5
    Bleibt durchwegs erhalten - ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Allein schon der Prolog ist super. Wow!
  • Spaß: 3 von 5
    Immer wieder gibt es lustige Situationen und Gespräche.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover gefällt mir eigentlich ganz gut, vor allem auch die mystische Stimmung, die es rüberbringt. Die Farbgebung ist dafür leider nicht so meins.

Kommentare

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