März 2012

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Die Komplizin

Autor: Alex Flinn
Originaltitel: Accomplice
Genre: Jugendbuch / Thriller
Erscheinungsjahr: US: 2010 / D: 2011
Seitenanzahl: 303

Das gehört dazu

Die Komplizin ist ein für sich allein stehender Einzelroman, der auch gut in sich abgeschlossen ist. Eine Fortsetzung des Romans ist trotz eines Cliffhangers am Ende nicht geplant, aber auch nicht nötig.

Die Frau hinter der Geschichte

Eireann CorriganEireann Corrigan wurde 1977 geboren und wuchs am Stadtrand von New Jersey, USA auf. Oft hat sie gemeinsam mit ihren Schwestern Geiselnahmen gespielt, was ihr wohl auch die Grundidee für den Roman lieferte. Sie schrieb aber ebenso gerne Rapsongs über den Familienhund oder kleine Gedichte für ihren Bruder.
Die Autorin hat am Sarah Lawrence College und der New York University ihren Abschluss in kreativem Schreiben und Poesie gemacht und unterrichtet heute neben dem Schreiben. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Haustieren wohnt sie in New Jesery.

Darum geht's in dem Roman

Seit ihre beste Freundin Chloe verschwunden ist, fällt Finn jeder neue Tag schwer. Sie will nicht aufstehen und anderen Menschen nicht in die Augen blicken, sich am liebsten nur in ihrem Zimmer verkriechen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Chloe ist weg. Aber Finn ist nicht die trauernde Freundin, die sie zu sein scheint. Sie weiß, dass es Chloe gut geht. Denn Finn und Chloe haben das Verschwinden nur inszeniert, um später eine gute Geschichte für die Colleges zu haben, an denen sie sich bewerben wollen. Um berühmt zu sein, und aus der Masse herausstechen zu können.

Von Anfang an schien der Plan perfekt. Wenn Chloe für mehrere Tage verschwindet und Finn dann ihre Retterin ist, würden die beiden in die Geschichte eingehen und die ganze Welt stünde ihnen offen. Die beiden Freundinnen haben alles durchdacht, damit nichts schief gehen kann. Wochenlang Listen angefertigt und überlegt, was zu tun ist, worauf zu achten ist und für so gut wie jeden Fall, der eintreten kann, vorgesorgt. Während Finns Oma auf Urlaub ist, würde Chloe sich in deren Keller verstecken. Unter dem Vorwand nach dem Haus ihrer Großmutter zu schauen, würde Finn Chloe Nahrung bringen und sie ab und zu auf dem Laufenden halten. Und der Polizei würde sie erzählen, dass sie von nichts wisse und gnaz schrecklich um Chloe trauere.

Doch dann läuft alles schief. Finns Vater will nach dem Haus ihrer Großmutter schauen, ein ganzer See wird trocken gelegt, um nach Chloes Leiche zu suchen und ein Schulkamerad von Finn und Chloe wird verdächtigt, Chloe etwas angetan zu haben. Finn, die die verängstigte Freundin spielen muss, wird alles zu viel. Sie will aussteigen und alles zugeben, bevor es zu spät ist. Aber Chloe hält gar nichts davon, denn das würde sie nur zum Gespött der ganzen Nation machen. Sie will alles durchziehen und hält an ihrem Plan fest... Kann überhaupt noch alles gut werden?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Von "Die Komplizin" habe ich mir sehr viel erwartet, da die Handlung extrem spannend klingt. Ich wusste noch nicht so recht, wie die Autorin die Idee umsetzen würde, bin mit dem Ergebnis aber mehr als zufrieden.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Finn geschrieben und ermittelt so einen großartigen Einblick in die Hintergründe von Chloes Verschwinden. Eireann Corrigan ist es gelungen, Finns Gedanken und Gefühle wirklich authentisch zu beschreiben. Man kann nachvollziehen, dass es ihr in manchen Situationen schwer fällt, die Klappe zu halten und nicht mit allen Plänen herauszuplatzen. Ebenso ist es toll mitzuerleben, wie Finn mit anderen Personen umgeht, die um Chloe trauern, sie teilweise sogar für tot halten, während Finn weiß, dass Chloe seelenruhig und quicklebendig im Keller ihrer Oma sitzt und Chips futtert, während sie die neuesten Erkenntnisse über sich selbst im Fernsehen ansieht.

Finn ist ein außergewöhnlicher Charakter, in den man sehr viel Einblick bekommt. Aber auch Chloe und viele nahe Verwandte und Freunde lernt der Leser sehr gut kennen. Besonders Chloe ist auch eine sehr einzigartige Figur, die die Autorin wirklich wundervoll gezeichnet hat. Gegen Ende ergeben sich immer mehr ihrer Charakterzüge, und in der schwierigen Zeit merkt Finn, dass sie ihre beste Freundin gar nicht so gut kannte, wie sie bisher dachte.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Roman, dass alles so echt und nachvollziehbar wirkt. Die Dinge, die schief laufen, überraschen den Leser mehr als einmal. So staunt man schockiert, als Chloes Eltern eine Beerdigung vorbereiten oder als Dean verhaftet wird. Man fiebert mit der Handlung mit, die auf 303 Seiten lang und breit geschildert wird. Auch wenn weniger Seiten leicht möglich gewesen wären, wird das Buch trotzdem nie langweilig, eine gewisse Spannung bleibt immer erhalten.

Gegen Ende ergeben sich noch einmal viele Spannungspunkte, sodass man kaum noch aufhören kann, zu lesen, bis sich alles aufgeklärt hat. Ganz am Schluss erfährt Finn und damit auch der Leser dann noch etwas besonders Heikles. Zu diesem Zeitpunkt bin ich kaum noch zu Atem gekommen und habe die wenigen letzten Seiten noch verschlungen.

Die Komplizin ist in sich abgeschlossen, und endet trotzdem in gewisser Hinsicht mit einem gemeinem Cliffhanger. Der ist Eireann Corrigan aber besonders gut gelungen, da er dem Leser noch ein wenig Freiraum für die eigene Fantasie lässt.

In wenigen Worten

Alles in allem ist "Die Komplizin" ein spannender, fesselnder Roman der viele Einblicke in die Hauptperson gibt. Er wirkt authentisch und echt, gleichzeitig aber auch richtig schockierend. Eireann Corrigan ist wirklich alles gelungen, und ich habe rein gar nichts auszusetzen. Ich vergebe ausgezeichnete 5 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

Zusätzlich kennzeichne ich dieses Buch als Geheimtipp.

im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Spannend, fesselnd, schockierend. Gut!
  • Figuren: 5 von 5
    Man kann sich in alle hineinversetzen, und jeder weist gewisse, eigene Charakterzüge auf.
  • Spannung: 5 von 5
    Trotz aller Ausführlichkeit durchgehend enthalten.
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Sofort kann man sich in Finns schwierige Lage hineinversetzen, auch wenn die Details erst später erklärt werden.
  • Spaß: 2 von 5
    Spaß gibt es bei dieser ernsten Geschichte genügend, aber eine Komödie ist das Ganze natürlich nicht.
  • Cover: 3 von 5
    Ich finde das deutsche Cover nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt gut. Das englische mit dem Handabdruck gefällt mir viel besser!

Kommentare

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