März 2012

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Numbers - den Tod im Blick

Autor: Rachel Ward
Originaltitel: Numbers
Genre: Jugendbuch / Thriller
Erscheinungsjahr: UK: 2009 / D: 2010
Seitenanzahl: 363

Das gehört dazu

Numbers - den Tod im Blick ist der erste Teil einer Trilogie. Auf Englisch sind bereits alle Teile erschienen, der letzte Teil erscheint im Frühjahr 2012 auf Deutsch. Die englischen Titel der Reihe nach sind Numbers, The Chaos, Infinity.

Die Frau hinter der Geschichte

Rachel Ward Rachel Ward wurde 1964 geboren und wuchs in der Grafschaft Surrey südlich von London auf. Sie studierte Geografie in Durham und widmete sich erst mit 40 Jahren dem Schreiben. Numbers ist das Debüt der englischen Autrin, wurde international vielfach ausgezeichnet und 2011 sogar für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
Die Autorin wohnt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bath, England.

Darum geht's in dem Roman

Jem ist kein gewöhnliches Londoner Mädchen, und das aus mehreren Gründen. Nicht nur, dass ihre Mutter gestorben ist, als Jem erst sieben war und sie seitdem andauernd die Pflegefamilie wechseln muss - nein, sie hat auch noch eine besondere Gabe: Wenn sie anderen Menschen in die Augen sieht, dann weiß sie, wann diese Menschen sterben werden. Gebracht hat ihr das Ganze nie etwas: Im Gegenteil, sie fühlt sich schuldig und fragt sich immer wieder, ob sie ihre Mutter eventuell von der Überdosis bewahren hätte können, wäre ihr die Bedeutung der Zahlen früher bewusst gewesen.

Um sich nicht noch schuldiger zu fühlen, meidet Jem Augenkontakte und hält sich von Menschen fern. Sie hat daher auch keine Freunde und ist eher eine Außenseiterin. Bis sie den großen, schwarzen Spinne unter einer Brücke trifft, der sich einfach nicht von ihr fern halten möchte. Jem freundet sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit jemandem richtig an, auch wenn sie das lieber vermieden hätte: Denn Spinne wird schon das nächste Weihnachten nicht mehr überleben, sein Todestag: der 15.12.2010.

Trotzdem verbringt sie immer mehr Zeit mit ihm und lernt dabei sogar seine Oma Val kennen, eine rauchende, aber äußerst robuste alte Frau, die spürt, dass Jem irgendeine außergewöhnliche Gabe hat. Jem hat sich aber geschworen, nie jemandem davon zu erzählen und hält Distanz zu Val. Lieber spaziert sie mit Spinne durch London.

Eines Nachmittags, als sich die beiden gerade am London Eye befinden und Spinne sich über die Fahrkartenpreise beschwert, bemerkt Jem, dass viele der umstehenden Touristen plötzlich die gleiche Zahl aufweisen: Heute. Sie ist sich sicher, dass etwas Schreckliches passiert, und ergreift gemeinsam mit Spinne, der die Welt überhaupt nicht mehr versteht, die Flucht. Kurz darauf geschieht tatsächlich etwas: Eine heftige Explosion erschüttert das Riesenrad, viele Menschen sterben.

Weil Jem und Spinne weggelaufen sind, geht die Polizei davon aus, dass die beiden Genauers zu den Umständen des vermeintlichen Terroranschlags wissen und sind auf der Suche nach ihnen. Jem und Spinne wollen aber nichts damit zu tun haben, und sind nun auf der Flucht vor London und dem ganzen Land...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Numbers ist ein äußerst spannender Roman, dem eine interessante Idee zugrunde liegt. Diese hat mir von Anfang an gefallen und mich auch vom Kauf überzeugt. Meine Erwartungen waren hoch, und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Durch die Ich-Perspektive der Protagonistin Jem erfährt man besonders viel über jene Gabe, die das Buch so besonders macht. Man kann sich gut in Jem hineinversetzen, und ihr Leid nachvollziehen. Obwohl Jem aufgrund ihres Hasses gegenüber der ganzen Welt recht unsympathisch rüber kommt, fiebert man mit ihr mit und hofft, dass alles gut für sie ausgeht.

Ihre und Spinnes Flucht wird durchwegs spannend und interessant erzählt, immer wieder gibt es aufregende Wendungen. Inhaltlich gibt es also absolut nichts zu kritisieren, im Gegenteil: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es letzendlich für Jem und Spinne endet. Hier wird man auch überhaupt nicht enttäuscht, denn zu dem abgeschlossenen Ende gibt es auch noch einen extrem spannenden Epilog, der einiges erklärt und schon einen Vorgeschmack auf den zweiten Teil gibt.

Schade fand ich lediglich ein paar Dinge: Zum ersten war ich vom Schreibstil nicht sonderlich überzeugt. Zu häufig finden sich Schimpfworte und eine "harte" Sprache, das ", Mann!" am Ende von Spinnes Sätzen hat mich extrem genervt. Dies gehört aber in der sozial schwächeren Welt von London wohl dazu, und man liest sich auch nach einigen Seiten ein.

Schlimmer fand ich dagegen, dass man über Spinnes Oma nicht mehr erfährt. Da sie von Jems Aura und ihrer Gabe weiß, hätte ich mir mehr Informationen über Val gewünscht. Diese haben mir gefehlt. Auch nähere Details zum Anschlag auf das London Eye wären wünschenswert gewesen, hier erfährt man nämlich nicht besonders viel.

Wem diese "Randgeschichten" nicht so wichtig sind, wird mit Numbers aber einen Volltreffer landen - denn was die Flucht von Jem und Spinne betrifft, ist die Handlung wirklich gut, spannend und detailliert beschrieben. Auch der Epilog ist gut gelungen: Er macht Lust auf mehr!

In wenigen Worten

Numbers ist ein Roman, der auf eine äußerst interessante Idee aufbaut, die auch großteils gut umgesetzt ist. Lediglich die Nebenhandlungsstränge hätte ich mir detaillierter gewünscht. Über die sprachliche Gestaltung lässt sich meiner Meinung nach streiten. Ich vergebe gute 4 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 5 von 5
    Hat mich von Anfang an überzeugt und neugierig gemacht!
  • Figuren: 4 von 5
    Jem und Spinne sind gut gelungen, über Spinnes Oma Val hätte ich mir mehr gewünscht
  • Spannung: 5 von 5
    konnte das Buch nicht weglegen!
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    man fühlt sich sofort mitten im Geschehen und kann Jems Gabe miterleben
  • Spaß: 2 von 5
    kommt immer mal wieder vor!
  • Cover: 1 von 5
    Genau genommen gefällt mir das deutsche Cover überhaupt nicht - schon gar nicht im Vergleich mit den englischsprachigen! Ich finds komisch, dass das Wort Numbers auf zwei Zeilen aufgeteilt wurde und die Farbgebung ist auch nicht meins. Schade!

Kommentare

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