März 2012

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Die Tribute von Panem - Flammender Zorn

Titelbild Autor: Suzanne Collins
Originaltitel: The Hunger Games - Mockingjay
Genre: Jugendbuch / Science Ficition (Dystopie)
Erscheinungsjahr: UK/USA: 2010, D: 2011
Seitenanzahl: 431 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Flammender Zorn ist der dritte Teil und damit auch der Abschluss einer äßerst mitreißenden Trilogie von Suzanne Collins. Die Serie wurde bereits in viele Sprachen übersetzt, auf Deutsch heißen die einzelnen Teile immer "Die Tribute von Panem" mit einem Untertitel: Tödliche Spiele, Gefährliche Liebe, Flammender Zorn. Eine Verfilmung ist bereits geplant und wird auch schon umgesetzt.

Die Frau hinter der Geschichte

Suzanne Collins Die amerikanische Autorin Suzanne Collins wurde 1962 in New Jersey geboren. Ihre Karriere begann 1991 als Autorin für das Kinderfernsehen, unter anderem für Nickelodeon. Bald wollte sie aber selbst eigene Kinderbücher schreiben. 2009 wurde dann ihr erster Jugendroman veröffentlicht: The Hunger Games. Das erwies sich sofort als Erfolg und noch im selben Jahr erschien das Buch auch in Deutschland. Daraufhin wurde Suzanne Collins vom Time Magazine auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2010 gewählt. Heute lebt und schreibt die Autorin in Connecticut.

Darum geht's in dem Roman

Nach der spektakulären Rettung von Katniss sowie einigen anderen Siegern aus der Arena des Jubel-Jubiläums findet man sich zu Beginn des Buches in Distrikt 13, der noch existiert, auch wenn das Kapitol den Bewohnern von Panem etwas anderes weismacht. Distrikt 12 wurde zerstört und die wenigen Überlebenden, darunter Katniss' Familie und Gale, haben Zuflucht in 13 gesucht. Die Präsidentin von 13, Coin, leitet die Rebellion an, und will Katniss unbedingt zum Symbol ebendieser machen - zum Spotttölpel. Ihr Gesicht soll die restlichen Distrikte dazu bringen, das Kapitol endgültig zu stürzen.

Das ist aber leichter gesagt als getan. Zunächst einmal hat Katniss es satt, für jeden nur eine Figur in ihren Spielen sein und will nur noch ihre Ruhe haben. Sie hat keine Lust, den Spotttölpel zu mimen, eine Rolle, die ihr bisher auch nur aufgezwängt wurde. Außerdem haben die Distrikte immer noch Angst vor dem Kapitol - nachdem Distrikt 12 verbrannt wurde und auch die anderen Distrikte, die zur Rebellion neigen, bombadiert werden, wollen sich nur wenige Präsidentin Coin und Distrikt 13 anschließen. Katniss soll die Distrikte der Reihe nach von der Rebellion überzeugen - dann erst wollen sie in das Kapitol eindringen und Präsident Snow stürzen.

Auf Katniss Schultern befindet sich also eine große Last. Und als wäre das noch nicht alles, wird Peeta auch noch im Kapitol festgehalten und dort gefoltert. Präsident Snow denkt, dass das seine einzige Waffe gegen Katniss und damit gegen die herannahende Rebellion ist. Werden Distrikt 13 und Katniss es dennoch schaffen, das Kapitol endgültig zu stürzen?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Der Abschluss der Trilogie - Flammender Zorn - unterscheidet sich grundlegend von den ersten beiden Teilen. Die Hungerspiele, die die ersten beiden Bände ausgemacht haben, spielen in Band 3 so gut wie keine Rolle mehr. Im Vordergrund stehen nun der Krieg und die Rebellion gegen das Kaptiol, das die Distrikte jahrelang unterdrückt und benutzt hat. Und genau das ist einer der großen Kritikpunkte in diesem Teil.

Nachdem ich die ersten beiden Bände gelesen habe, konnte ich Teil 3 gar nicht mehr erwarten, weshalb ich das Buch auf Englisch sofort gelesen habe. Aber auch da hat es mich schon nur wenig überzeugt - und auch auf Deutsch war es nicht viel besser. Flammender Zorn ist einfach nicht mehr das, was wir von Suzanne Collins gewohnt sind - es kommen kaum noch die selben Charaktere vor, die Schauplätze sind grundlegend anders und die gesamte Handlung dreht sich nur um den Krieg. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, aber das Problem ist die Umsetzung.

Zu Beginn ein paar Worte zu den Charakteren. Die alten Charaktere wie Katniss, Gale und Peeta haben sich in meinen Augen vollkommen verändert. Sie sind nicht mehr die Personen, die wir von Teil 1 und 2 kennen. Natürlich verändern einen so ein Krieg und auch die Hungerspiele, aber ich habe Katniss wirklich nicht mehr wiedererkannt. Wenn sie stärker geworden wäre, oder auch wenn sie labiler geworden wäre, wäre das ganze ja noch okay. Aber eine so drastische Veränderung ist einfach zu viel des Guten. Nur wenige Charaktere leben so weiter, wie wir sie kennen: allen voran Prim und Haymitch.

Das wars aber dann auch schon so ziemlich mit den bekannten Charakteren. In Flammender Zorn kommen durch Distrikt 13 nämlich viele neue Charaktere hinzu, die meist eine ziemlich bedeutende Rolle spielen. Aber auch das ist ein großes Problem, denn mit so vielen neuen Personen wird es unübersichtlich. Ich konnte sie kaum voneinander unterscheiden, ich wusste lange nicht einmal dass Mesalla männlich ist, bis zum Schluss öfters das Wort "er" vorkam, wenn es um ihn ging. Die neuen Charaktere sind zwar alle relativ wichtig, aber für mich war das einfach eine große Gruppe wichtiger Leute von Distrikt 13 - ich konnte keine Einzelpersonen erkennen, weil sie sich alle so ähnelten.

Verwirrend waren auch die vielen Kriege. Ich habe mir wirklich schwer getan, der Handlung zu folgen, weil in den ganzen Schlachten einfach alles so schnell ging, und es nicht wirklich interessant geschrieben war. Ich muss zugeben, dass ich die zum Schluss dann auch nur noch überflogen habe - was das ganze nur noch verwirrender machte, aber es war mir so lieber.

Gut an Band 3 war dafür, dass es Suzanne Collins wieder schaffte viel Spannung und unerwartete Wendungen einzubauen. Die Sache mit Peeta, die vielen Tode und das Ende waren wirklich mehr als überraschend, was mich immerhin dazu brachte, das Buch weiterzulesen, weil man ja doch wissen möchte, was nun passiert. Fast nach jedem Kapitel gibt es einen Cliffhanger, der einen zwingt, das nächste Kapitel sofort zu lesen. Außerdem ist der Krieg authentisch beschrieben, dass Leute über Leichen gehen und Distrikte einfach so bombadiert werden. Natürlich ist das alles erschreckend, aber gleichzeitig auch so wirklich - das hat Suzanne Collins gut gelöst. Mit Band 3 regt sie noch viel mehr zum Nachdenken an, als mit den ersten beiden Bänden, was wirklich ein Pluspunkt ist.

Leider hat mich das Buch als Ganzes absolut nicht überzeugt. Besonders das Ende ist gewaltig misslungen. Kurz vor dem Höhepunkt bricht Katniss nämlich einfach zusammen und wacht erst Stunden später auf - wo dann alles innerhalb von 3 Seiten nacherzählt wird. Generell ist "Flammender Zorn" eher als Nacherzählung geschrieben. Bei vielen Schlüsselereignissen ist Katniss nicht mit von der Partie, sondern liegt in irgendeinem Krankenhausbett und bekommt erst danach erzählt, was denn nun passiert ist. Dadurch geht viel spannender Lesestoff verloren - das Buch scheint sich ewig zu ziehen, weil Katniss nur bei "unwichtigeren" Ereignissen dabei ist und der Leser nur Szenen liest, die die Handlung eigentlich kaum weitertreiben.

Um nochmal zurück zum Ende zu kommen: Ungefähr 60-40 Seiten vor Schluss hat sich immer noch kaum etwas getan. Als Leser habe ich mich gefragt, was denn bitte in den wenigen Seiten noch alles passieren soll - das Kapitol stürzen, Katniss Entscheidung (Peeta oder Gale? Das kommt übrigens in Band 3 nur noch auf vielleicht 2 Seiten vor!), was passiert danach, ... In den ersten 300 Seiten ist nämlich kaum etwas geschehen, das die Handlung bezüglich dieser Fragen weitertreibt. Und am Ende geht alles viel zu schnell, es wirkt abgehackt und schnell abgehandelt, so als hätte Suzanne Collins keine Lust mehr gehabt, an dem Teil weiterzuschreiben, beziehungsweise als wären keine Seiten mehr übrig gewesen.

Spoiler [...lesen]

Suzanne Collins hat viele Sachen einfach offen gelassen, nicht erwähnt, die die Handlung aber viel interessanter gemacht hätten und bestimmt nicht nur ich wissen wollte. Schade, denn man hätte so viel aus dem machen können, was Teil 1 und 2 hinterlassen haben!

In wenigen Worten

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mich das Buch fürchterlich enttäuscht hat. Ich hatte bestimmt auch hohe Erwartungen, klar, aber es sind doch recht große Sachen, die "Flammender Zorn" in meinen Augen zerstört haben. Das Buch ist einfach nicht richtig durchdacht, die Handlung wird nicht vorangetrieben, bricht dann plötzlich ab und wird nacherzählt ... das sind schon alles Punkte, die ich nicht ignorieren kann. Schweren Herzens vergebe ich leider nur 2 Schlüssel, auch wenn ich die gesamte Reihe jedem weiterempfehlen würde. Nur der Abschluss ist leider in die Hose gegangen.
Schlüssel Schlüssel kein Schlüssel kein Schlüssel kein Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Die Ideen für Teil 3 sind wirklich gut, die unerwarteten Wendungen, die Suzanne Collins einbaut unvorhersehbar. Leider passiert aber in der Handlung zu wenig - vielleicht wären da etwas mehr Ideen von Nutzen gewesen.
  • Figuren: 1 von 5
    Die alten Charaktere haben sich zu sehr verändert, die neuen sind undurchsichtig und ähneln sich zu sehr. Man lernt sie kaum kennen und es besteht große Verwechslungsgefahr. Einzig die Nebencharaktere wie Prim, Haymitch, Finnick und andere Sieger sind noch gut gelungen.
  • Spannung: 3 von 5
    Durch die vielen Cliffhanger und unerwarteten Wendungen recht solide, leider geht durch die vielen indirekten Nacherzählungen der Geschehnisse auch viel Spannung verloren.
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Nicht wirklich schwierig, es dauert nur etwas, bis man sich an die neue Umgebung (Distrikt 13) gewöhnt hat.
  • Spaß: 0 von 5
    Im Abschluss der Trilogie gibt es genau gar nichts mehr zu lachen. Ein sehr ernster und erschreckender Band!
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover finde ich schön, mich stört aber ein wenig das typische Frauengesicht darauf. Ein Spotttöpel wie auch in anderen Ländern hätte viel besser gepasst. Das schlichte, neue englische finde ich viel besser gelungen!

Kommentare

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