März 2012

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Rubinrot

Titelbild Autor: Kerstin Gier
Originaltitel: Rubinrot
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenanzahl: 345 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Rubinrot ist der Auftakt zu der ersten Jugendbuch-Serie von Kerstin Gier und damit der erste Teil. Alle Bände sind bereits erschienen und werden auch in mehrere Sprachen übersetzt. Die Titel der Edelstein-Trilogie lauten: Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün.

Die Frau hinter der Geschichte

Kerstin GierKerstin Gier wurde 1966 in Bergisch Gladbach geboren und studierte nach ihrem Abitur Einiges. Zunächst begann sie mit Germanistik, Musikwissenschaften und Anglistik, dann wechselte sie aber zur Betriebspädagogik und Kommunikationspsychologie, was sie dann als Diplompädagogin abschloss. Nach mehreren Jobs begann sie 1995, überwiegend Frauenromane zu schreiben. Diese erschienen sowohl unter ihrem Namen, als auch den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérard.

Darum geht's in dem Roman

Die 16jährige Gwendolyn, genannt Gwen, führt eigentlich ein ganz normales Leben, wenn man mal von der magischen Seite ihrer Familie absieht. Denn in ihrer Familie gibt es ein bestimmtes Zeitreise-Gen, das an manche weibliche Nachkommen vererbt wird. Für Gwen ist das alles jedoch relativ nebensächlich, da sie selbst scheinbar nicht betroffen ist. Denn alle glauben, dass ihre Cousine Charlotte das Gen in sich hat. Diese wurde ihr ganzes Leben lang auf die Zeitreisen vorbereitet und konnte so kein so normales Leben wie Gwen führen.

Doch dann passiert etwas sehr Eigenartiges: Denn obwohl Charlotte schwindelig wird und das eines der ersten Symptome für eine anstehende Zeitreise ist, ist es plötzlich Gwen, die sich in ihrer Straße neben mehreren von Oldtimern wiederfindet. Der Grund: Gwens Mutter hat das wahre Geburtsdatum ihrer Tochter um einen Tag später angegeben, um ihr ein normales Leben ermöglichen zu können. In Wirklichkeit kam aber Gwen ebenso wie Charlotte für das Zeitreise-Gen in Frage, was nur niemand wusste.

Für Gwen ist das aber alles andere als leicht. Als sie es nach dem dritten unkontrollierten Zeitreisesprung endlich ihrer Mutter beichtet, kommt nämlich so einiges auf sie zu: Sie trifft auf Gideon, einem männlichen Genträger aus der Familie de Villiers, und muss gemeinsam mit ihm einige Aufgaben erfüllen. Zusätzlich muss Gwens Blut in den Chronographen eingelesen werden, damit sie täglich kontrollierte Zeitsprünge machen kann und nicht immer plötzlich in eine andere Zeit geworfen wird. Aber nicht alles ist so ungefährlich, wie es scheint. Denn Gwen fehlt das jahrelange Training für die Zeitsprünge, weshalb sie sich in der Vergangenheit gar nicht auskennt. Und nun soll sie auch noch gemeinsam mit Gideon das Blut aller anderen Zeitreisenden im Chronographen sammeln, damit es von allen 12 wieder vereint ist und ein Geheimnis gelüftet werden kann. Es ist aber nicht eindeutig, ob das Geheimnis auch wirklich gelüftet werden soll...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Rubinrot beruht auf einer recht interessanten Idee und ist ein schöner Auftakt für eine Reihe. Obwohl ich selbst eigentlich kaum ein Geschichte-Fan bin, historische Romane immer meide und es micht oft nervt, wenn man Dinge aus älterer Vergangenheit lesen muss, konnte mich der Roman doch überzeugen, da die Handlung insgesamt in eine sehr schöne, witzige und angenehme Atmosphäre eingebaut wurde.

Als Leser wird man von Anfang an mit den Umständen, unter denen Gwen aufgewachsen ist, konfrontiert. Gwens Familie wird kaum genauer erklärt, im Gegenteil wirkt es eher so, als ginge man davon aus, dass der Leser bereits alles weiß. Das stört aber nur bedingt, da man mit der Zeit in die Geschichte hineinwächst und so die Situation von Gwen, die eigentlich auch so gut wie nichts über Zeitreisen weiß, viel besser nachvollziehen kann. Auch die Ich-Perspektive von Gwen, die sich durch den ganzen Roman zieht, trägt dazu bei, dass man Gwens Gefühle gut versteht. Lediglich etwas eigenartig war es für mich, dass Gwen ihrer Mutter nicht sofort nach der ersten Zeitreise davon erzählt hat - die Angst, die sie davor hatte, es zu erzählen, war für mich absolut unbegründet. Abgesehen davon war die gesamte Geschichte aber besonders durch viele lustige Alltagsszenen sehr authentisch und echt.

Extrem gut gefallen haben mir die Sprüche und Auszüge vor jedem Kapitel. So sieht man einmal einen Stammbaum der Familien mit Zeitreisegen oder kann Auszüge aus Briefen von Leuten lesen, die bereits in der Vergangenheit mit Zeitreisen zu tun hatten. Dadurch kann man sich immer wieder auf die neuen Kapitel, die doch recht lang sind, einstimmen.

Um den Leser bei Laune zu halten wurden viele überraschende, spannende Wendungen eingebaut, die aber erst gegen Ende häufiger werden, da der Anfang doch eine relativ lange Einführung in die Geschichte ist. Dabei werden viele Geheimnisse gelüftet, die bisher jedoch leider noch keine Antworten finden. Man merkt, dass Gwen selbst so gut wie nichts über das Zeitreisen weiß und man ihr nach wie vor noch nicht so richtig traut, um ihr alles zu erzählen. Viele Angehörige vermuten einen Boykott dahinter, dass Gwens Mutter das wahre Geburtsdatum verheimlicht hat. Gerade weil auch der alte Chronograph, in den schon das Blut von vielen Zeitreisenden eingelesen wurde, verschwunden ist, glaubt man, dass auch Gwens Mutter nicht will, dass das Geheimnis ans Licht kommt, und vertraut Gwen deshalb auch nur sehr wenig an.

So bekommt auch der Leser nur die nötigsten Informationen, was anfangs noch recht spannend ist. Gegen Ende wird es aber ziemlich anstrengend, gar nichts zu erfahren, da einem der doch recht dicke Roman dann nur wie eine einzig große Einführung für die restlichen zwei Teile vorkommt. Das Ende selbst kommt dann sehr plötzlich und wirkt irgendwie auseinandergerissen, als hätte man die Autorin gezwungen einen Mehrteiler zu schreiben und sie ihre allein stehende Geschichte irgendwo trennen müssen. Das ist sehr schade, da man als Leser sehr unbefriedigt zurückgelassen wird.

Kerstin Gier hat in den Roman übrigens auch noch einen Prolog und einen Epilog eingebaut, die aber nur sehr vage Dinge andeuten, die der Leser selbst nach Beenden des Buches noch nicht wirklich verstehen kann. An sich finde ich so etwas spannend, aber nur dann, wenn man auch viele Verknüpfungen zur Handlung aufstellen kann, und nicht wenn man die übrigen Teile zuerst lesen muss, um Prolog und Epilog vom ersten Band zu verstehen.

In wenigen Worten

Insgesamt ist Kerstin Gier ein interessanter Auftakt zu einer Reihe gelungen, der aber leider Punktabzug bekommt, weil es eben doch nur ein "Auftakt" ist, eine einzig große Einführung in eine Geschichte, die noch viel Potential hat. Es wird zu wenig erklärt und zu viele Fragen aufgeworfen, sodass der Leser am Ende einfach nur verwirrt und unbefriedigt zurückgelassen wird. Schade!

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Zeitreisen sind an sich nichts Neues, aber gut umgesetzt!
  • Figuren: 4 von 5
    Alle Figuren haben mir eigentlich recht gut gefallen.
  • Spannung: 3 von 5
    Ist zwar durchwegs vorhanden, kommt aber erst gegen Ende so richtig auf.
  • Einstieg in das Buch: 3 von 5
    Dauert ein paar Seiten, da man dem Leser nicht alles in kleinen Häppchen erklärt.
  • Spaß: 5 von 5
    Sehr viele lustige Szenen!
  • Cover: 3 von 5
    Im Vergleich zu den anderen Covern gefällt mir das deutsche Cover eigentlich nicht so gut. Wäre wohl besser, wenn die Farbe kräftiger wäre und eher in Richtung wirkliches Rubinrot gehen würde, anstatt von Rosa.

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