März 2012

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Saphirblau

Titelbild Autor: Kerstin Gier
Originaltitel: Saphirblau
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenanzahl: 400 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Saphirblau ist der zweite Teil der ersten Jugendbuch-Serie von Kerstin Gier. Alle Bände sind bereits erschienen und werden auch in mehrere Sprachen übersetzt. Die Titel der Edelstein-Trilogie lauten: Rubinrot, Saphirblau, Smaragdgrün.

Die Frau hinter der Geschichte

Kerstin GierKerstin Gier wurde 1966 in Bergisch Gladbach geboren und studierte nach ihrem Abitur Einiges. Zunächst begann sie mit Germanistik, Musikwissenschaften und Anglistik, dann wechselte sie aber zur Betriebspädagogik und Kommunikationspsychologie, was sie dann als Diplompädagogin abschloss. Nach mehreren Jobs begann sie 1995, überwiegend Frauenromane zu schreiben. Diese erschienen sowohl unter ihrem Namen, als auch den Pseudonymen Jule Brand und Sophie Bérard.

Darum geht's in dem Roman

Gideon und Gwendolyn, die beiden jüngsten Zeitreisenden, müssen immer noch das Blut der fehlenden Zeitreisen besorgen, um es in den Chronographen einzulesen, den Blutkreis zu schließen und das Geheimnis zu lüften. Für Gwen ist das alles ein riesengroßes Ärgernis. Vermutlich würde sie viel engagierter arbeiten, wenn sie endlich wüsste, worum es sich bei dem Geheimnis handelt und einige Anhaltspunkte erhalten würde, aber jeder der Wächter misstraut ihr und möchte Gwen in so wenig Machenschaften der Loge einweihen, wie nur möglich.

Grund für das Misstrauen ist nicht nur, dass Gwens Mutter verheimlicht hat, dass Gwen auch als Genträgerin in Frage kommt, sondern auch das plötzliche Auftauchen von Lucy und Paul bei einer der Zeitreisen von Gwendolyn und Gideon. Diese schienen nämlich genau zu wissen, wann und wo sie die beiden treffen könnten und möchten die beiden Jüngsten davon abhalten, den Kreis zu schließen. Aber auch von ihnen erfährt Gwen nicht, worum es sich bei dem Geheimnis handelt und warum es so gefährlich ist.

Als wäre diese ganze Geheimnistuerei noch nicht genug, weiß Gwen auch nicht wirklich, wie sie mit Gideon umgehen soll. Erstens ist er ebenso verschlossen, was die Machenschaften der Wächter angeht und zweitens überfordern Gwen ihre Gefühle zu ihm. Er macht es ihr aber auch echt nicht leicht: In einem Moment küsst er sie, wenige Minuten später schaut er sie aber wieder hasserfüllt an. Was will er nur von ihr?

Besser für Gwen wird es erst, als sie bei einer ihre Zeitreisen auf eine jüngere Version ihres Großvaters stoßt, der ihr gerne dabei helfen will, endlich Licht ins Dunkle zu bringen. Aber auch er weiß in seinen jungen Jahren noch nicht viel und weitere Treffen zu planen, ist schwierig. Dabei muss Gwen doch dringend herausfinden, was der Graf wirklich im Schilde führt und vor allem was genau er eigentlich speziell von ihr will...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Saphirblau setzt genau an der selben Stelle fort, an der der Leser von Rubinrot enttäuscht zurückggelassen wurde, weil es so abrupt endet. Das ist ein riesengroßer Pluspunkt für den zweiten Teil, weil man wirklich nichts verpasst, zeigt aber auch wieder die Schwachstelle von Rubinrot: Es wirkt, als wären die beiden Romane einfach künstlich nach einer gewissen Seitenanzahl getrennt geworden, damit man mehrere Bände der Serie herausbringen kann. Dafür war ich aber auch ziemlich schnell wieder mitten im Geschehen.

Der erste spannende, lustige Moment erwartet den Leser gleich zu Beginn, als Gwen den Wasserspeiergeist Xemerius kennenlernt, der sich wie ein kleines Kind freut, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann und Gwen von da an auf Schritt und Tritt folgt. Der trockene Humor von Xemerius bringt aber ziemlich viel Leben in Saphirblau, das gerade zu Anfang noch etwas langweilig ist. Auch wenn Gwendolyn ziemlich genervt von ihm ist, schließt man diesen neuen Charakter als Leser sofort ins Herz und möchte ihn auch nie wieder missen.

Auch die übrigen alten Charaktere sind Kerstin Gier wieder wunderbar gelungen. Charlotte ist immer noch die arrogante Zicke, die sie früher war, die restlichen Familienmitglieder von Gwen haben wie gewohnt ihre eigenartigen Hobbys und Eigenschaften und auch die Mitglieder der Loge sind wirklich einzigartig. Gwen und Gideon gefallen mir nach wie vor auch sehr gut.

Besonders gelungen ist Kerstin Gier die Beziehung von Gwen und Gideon, die nicht nur für Gwen sondern auch für den Leser mehr als verwirrend ist. Von den unterschiedlichen Gesten und Taten Gideons war ich mehr als nur einmal überrascht. Bei mir zu Hause würde man so etwas als "Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt" bezeichnen. Ich habe wirklich gern verfolgt, wie Gwen damit umgeht, dass Gideon sie in einem Moment verliebt küsst und im anderen hasserfüllt anblickt, auch wenn ich mit Gwen mitgeleidet habe. Die zwischenmenschliche Beziehung ist eindeutig erkennbar und äußerst vielschichtig. Aber nicht nur jene zwischen Gideon und Gwen, sondern auch andere Beziehungen, wie die zwischen Gwen und ihrer Familie oder Charlotte und Gwen haben mir gut gefallen.

Sehr gefreut habe ich mich auch über Gwens Begegnung mit ihrem Großvater, die dann endlich auch die eigentliche Handlung vorantreibt. Auch wenn es nur wenige Informationen sind, bekommt man so doch endlich mehr Einblick in die Arbeit der Wächter und das Geheimnis, das es zu entschlüsseln gilt. Außerdem bekommt man auch ein differenzierteres Bild vom Grafen, der einem aber am Ende noch suspekter ist, als er es schon in Rubinrot war.

Generell ist das Ende wieder sehr offen gelassen, macht aber definitiv wieder Lust auf mehr, vor allem da es jetzt noch konkretere Rätsel zu entschlüssen gibt! Positiv zu erwähnen bleiben auch noch der Prolog und der Epilog, die wieder einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben von Lucy und Paul zeigen und viel Möglichkeiten für Interpretationsspielraum lassen!

In wenigen Worten

Saphirblau ist eine äußerst gelunge Fortsetzung zu Rubinrot und fesselt den Leser in vielerlei Hinsicht! Die Figuren, die Handlung, die Rätsel und die Witze können allesamt überzeugen. Das Ende macht Lust auf mehr, sodass man den Abschluss der Reihe kaum noch erwarten kann! Ich vergebe sehr gute 5 Schlüssel.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Viele schöne neue Ideen, die gut in die Handlung eingeflochten wurden.
  • Figuren: 5 von 5
    Wunderbar! Allen voran Xemerius, den übertrifft niemand!
  • Spannung: 3 von 5
    Anfangs fand ich es wieder recht langweilig, gegen Ende nimmt es aber wieder stark zu.
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Man ist ziemlich schnell wieder drin in der Geschichte.
  • Spaß: 5 von 5
    Mit Xemerius gibt es sogar noch mehr lustige Szenen als in Rubinrot, und das war kaum noch möglich!
  • Cover: 3 von 5
    Das deutsche Cover finde ich wie auch schon bei Rubinrot nicht so gut gelungen, wie jene der anderen Länder, auch wenn diese Mädchenfotografien drauf haben, die ich normalerweise nicht so gern mag. Aber mich stört die Farbgebung extrem, das blasse Blau verbinde ich einfach nicht mit "Saphir"!

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