März 2012

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Der Junge aus dem Meer

Titelbild Autor: Aimee Friedman
Originaltitel: Sea Change
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: US: 2009 / D: 2011
Seitenanzahl: 285 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Der Junge aus dem Meer ist ein für sich allein stehender Einzelroman, der auch mehr oder weniger in sich abgeschlossen ist. Das Ende ist aber relativ offen gehalten, sodass sich viele Leser eine Fortsetzung wünschen würden. Die Autorin schließt eine mögliche Fortsetzung aufgrund zahlreicher Nachfragen mittlerweile nicht mehr gänzlich aus.

Die Frau hinter der Geschichte

Aimee FriedmanAimee Friedman wurde 1979 geboren und wuchs in Queens, New York, in einem Appartement voller Bücher auf. Bereits sehr früh interessierte sie sich für Geschichten, weshalb sie ihre erste eigene auch bereits im Alter von fünf Jahren schrieb. Nach dem Studium arbeitet Aimee bis heute als Kinderbuchlektorin, einen Beruf den sie sehr liebt. 2005 debütierte sie mit dem New York Times Bestseller South Beach. Ihr sechster Roman, "Der Junge ist dem Meer" ist ihr aktuellstes Werk.

Darum geht's in dem Roman

Eigentlich sollte die naturwissenschaftlich begeisterte Miranda ihre Ferien über ein Praktikum am Museum of Natural History machen, aber der Tod ihrer Großmutter Isadora hat dieses Praktikum etwas nach hinten verschoben. Obwohl Isadora und Mirandas Mutter Amalia zerstritten waren, hat diese ihrer jüngsten Tochter das alte Ferienhaus auf Selkie Island vererbt. Gemeinsam mit ihrer Mutter muss Miranda das Haus nun auf Vordermann bringen und entrümpeln, um es zu verkaufen, denn Amalia hat absolut kein Interesse daran.

Als Mirandas Mutter dann aber auf der sagenumwobenden, mysteriösen Insel ankommt und ihre alten Freunde wieder trifft, scheint sie ihre Pläne zu änderen. Sie fühlt sich wieder an ihre Jugend erinnert und genießt die Zeit auf der Insel. Sie denkt sogar daran, wieder öfter nach Selkie Island zu kommen! Auch ihre Tochter Miranda soll den Aufenthalt bestmöglich genießen und sich darum mit den Töchtern von Amalias ehemaligen Freundinnen anfreunden. Doch diese sind absolut gar nicht nach Mirandas Geschmack, denn anstatt von Mathe und Physik haben sie nur ihr Aussehen und Jungs im Kopf. Zu allem Überfluss möchten diese Mädchen Miranda auch noch verkuppeln, die nach einer erst vor kurzem gescheiterten Beziehung aber überhaupt kein Interesse an einem Sommerflirt hat.

Um auf andere Gedanken zu kommen und sich etwas von den anderen Mädchen zu entfernen, besucht Miranda ein Museum auf der Insel, in dem sie Leo kennen lernt. Leo stammt von der Insel und hat kein Interesse an den reichen Touristen, die immer den Sommer auf Selkie Island verbringen. Viel lieber beschäftigt er sich mit der Wissenschaft. Miranda fühlt sich sofort zu ihm hingezogen, auch wenn Leo irgendwie geheimnisvoll wirkt. Aber was verbirgt er?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

"Der Junge aus dem Meer" ist ein schöner, kurzer Jugendroman, der den Leser gemeinsam mit Miranda mit auf eine geheimnisvolle Reise nach Selkie Island nimmt. Bereits von Anfang an wird man mit den Mythen und Sagen rund um die Ferieninsel konfrontiert, denn auf der Überfahrt mit dem Schiff wird Miranda bereits vor einigen Dingen gewarnt. Diese nimmt das allerdings alles mit Humor und hält die Geschichten eher für Touristenattraktionen. Selbst würde sie nie daran glauben, da für die Naturwissenschaftlerin alles auf einer logischen Basis beruhen muss.

Hier merkt man schon, dass sich die Autorin wirklich sehr darum bemüht hat, Miranda eine ganz eigene Persönlichkeit zu geben. Anders als die übrigen Mädchen, die ihre Ferien auf Selkie Island verbringen, interessiert sie sich nicht für ihr Äußeres und ein gutes Elternhaus sondern viel mehr für die Gesetze der Natur. Sie ist eher ein ruhiges und schüchternes Mädchen und dem Leser sehr sympathisch. Aimee Friedmann hat wirklich viele Facetten der Protagonisten beschrieben, sodass man Miranda gut kennenlernen darf. Die übrigen Mädchen gleichen sich eigentlich alle, was dem gesamten Roman aber keinen Abbruch tut, da sie ohnehin keine allzu große Rolle spielen. Wesentlich wichtiger ist da schon Leo, den man als Leser aber auch sehr sympathisch findet, obwohl er offensichtlich ein Geheimnis hat. Trotzdem lernt man auch ihn sehr gut kennen, was für mich in einem Roman immer sehr wichtig ist. Einzig und allein Amalia, Mirandas Mutter fand ich etwas eigenartig. Ich konnte überhaupt nicht einschätzen, was sie als Nächstes tun würde. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass sie sich auf der Insel ganz anders benimmt, als Miranda sie kennt und der Leser Amalia durch die Ich-Perspektive auch nur aus Mirandas Sicht kennt.

Aber nicht nur an den schön gezeichneten Charakteren ist der außergewöhnliche Schreibstil der Autorin zu erkennen. Auch die Mythen und Geheimnisse wurden besonders gut eingeflochten und bringen ein wenig Spannung. Des weiteren ist alles sehr bildlich beschrieben, sodass man sich den Flair von Selkie Island wirklich gut vorstellen kann. Wenn man selbst am Strand liegt, während man das Buch liest, ist es sogar noch authentischer!

Die einzelnen Beziehungen zwischen den Personen sind ebenso gut erkennbar und nachvollziehbar. Die Liebe zwischen Leo und Miranda war für mich dabei ein ganz großes Highlight, denn als Leser konnte man sie förmlich selbst spüren und ein wenig Schmetterlinge im Bauch haben. Die Beziehungen zwischen Miranda und den anderen Mädchen auf der Insel, sowie zu ihrer Mutter Amalia fand ich ebenfalls gut skizziert.

Gut gefallen hat mir auch noch, dass der Roman eigentlich die ganze Zeit über relativ spannend war. Als Leser wurde man so nie in seinem Lesefluss unterbrochen, weil man sich gerade mal durch eine etwas zähe Stelle kämpfen musste - eher im Gegenteil, denn Aimee Friedmann hat viele kleine spannende Handlungsstränge eingebaut, zum Beispiel fand ich es ganz toll als Miranda bei Leo zu Hause war.

Das Ende war mir persönlich dann aber leider etwas zu offen, da nicht verraten wird, wie es mit Leo und Miranda weitergeht und der Leser sich selbst eine Meinung bilden muss. Für mich wäre eine Fortsetzung absolut wünschenswert!

In wenigen Worten

"Der Junge aus dem Meer" ist eine schöne Lektüre für den Sommer, um ein wenig das Gefühl von Urlaub zu haben. Mir fehlte es allerdings an Tiefgang in der Geschichte, auch wenn die Charaktere und Beziehungen gut beschrieben waren. Das Ende war leider zu offen, und auch sonst ist einfach nicht allzu viel passiert. Trotzdem ist der Roman eine schöne Abwechslung, in der ich gerne geschmökert habe, weshalb ich 4 Schlüssel vergebe.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 3 von 5
    Eine schöne Idee, mit einigen gut ausgedachten Mythen um die Insel!
  • Figuren: 4 von 5
    Schön skizzierte Charaktere, besonders Miranda hats mir angetan. Ihre Mutter fand ich allerdings eigenartig.
  • Spannung: 4 von 5
    Durchwegs enthalten, sodass der Leser immer am Ball bleibt.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Durch die Mythen, die Miranda bei der Überfahrt erzählt werden, wird man gut auf die Geschichte eingestimmt. Schön!
  • Spaß: 3 von 5
    Ausgewogen, aber auf jeden Fall genügend.
  • Cover: 2 von 5
    Ich finde das Cover eigentlich nicht allzu schön. Die Gesichter sind nichts Besonderes und die Schnörkel zerstören das Bild eher, als dass sie es verbessern. Schade eigentlich.

Kommentare

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