März 2012

Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 0 0 2 3 4
0 0 7 8 9 10 11
0 13 0 15 16 17 0
0 20 21 22 0 24 25
26 27 28 29 0 31 0

Skinned

Titelbild Autor: Robin Wasserman
Originaltitel: Crashed
Genre: Jugendbuch / Science Fiction (Dystopie)
Erscheinungsjahr: USA: 2009 / D: 2010
Seitenanzahl: 376 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Skinned ist erste Teil einer Reihe, die 200 Jahre in der Zukunft spielt. Die Titel der Cold-Awakening-Trilogie lauten sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch Skinned, Crashed und Wired. Alle Teile sind bereits erschienen. Für eine englische Neuauflage aller Bände wurden die Titel geändert und Skinned wurde in Frozen umbenannt.

Die Frau hinter der Geschichte

Robin Wasserman Robin Wasserman, geboren 1978, wuchs in Philadelphia auf und studierte an der Harvard University. Bevor sie das Schreiben zu ihrem Beruf machte, arbeitete sie als Lektorin für einen Kinderbuchverlag.
Die amerikanische Autorin lebte einige Zeit lang in Los Angeles, bemerkte dann aber doch, dass sie trotz des schönen Wetters und des Strandes den Lärm und die Bagels von New York vermisste. Heute lebt sie deshalb in Brooklyn und schreibt liebend gerne Bücher für junge Erwachsene.

Darum geht's in dem Roman

Lia Kahn war immer glücklich in ihrem Leben. Sie hatte alles: Sie war schön, intelligent, beliebt und hatte eine nette Familie, durch deren vielen "Bonus" (das Geld in dem "Network") sie immer alles bekam, was sie wollte.

Doch dann passierte etwas Schreckliches: Aufgrund eines Ausfalls der Technik hatte Lia Kahn einen schrecklichen Autounfall, an dem sie gestorben wäre, hätten ihre Eltern nicht einer Operation zugestimmt: Lias Gehirn wurde in einen neuen Körper eingepflanzt, eigentlich einer Maschine, die den organischen, menschlichen Körpern so viel wie möglich ähneln soll, und mit dem es Lia auch möglich sein soll, ganz normal weiterzuleben.

Lia ist völlig schockiert, als sie im Krankenhaus wieder aufwacht, und von dieser schrecklichen Operation, die nicht mehr rückführbar ist, erfährt. Sie hat zwar noch alle Erinnerungen und alles Wissen, das die "alte" Lia hatte - aber sie fühlt sich nicht mehr, wie sie selbst. Ihr wäre es lieber, ein Leben lang entstellt, oder gar tot zu sein, als als tote Maschine zu leben, die weder essen, noch schlafen oder richtig fühlen kann.

Aber Lia muss sich nun mit ihrem neuen Leben abfinden - sie ist jetzt ein Skinner, und muss sich wieder neu in ihrer Umgebung einfinden. Doch als sie nach mehreren Monaten Reha wieder nach Hause zurückkehrt, muss sie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, wie sie immer gedacht hat. Ihre Freunde wollen kaum noch etwas mit ihr zu tun haben und unterhalten sich lieber mit ihrer kleinen Schwester Zoie, und auch ihr Freund Walker sowie ihre Familie wenden sich nach und nach von ihr ab. Denn in ihren Augen ist Lia nicht mehr sie selbst, sondern nur eine Maschine, der einprogrammiert wurde, so zu tun, als sei sie Lia.

Nur ein Mensch, mit dem Lia früher gar nichts zu tun hatte, hält noch zu ihr: Auden Heller. Er freundet sich nach und nach mit Lia an und versucht, ihr so wieder zu einem "normalen" Leben zu verhelfen ... Aber ob das so einfach ist?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Skinned ist ein wirklich fesselndes Buch, bei dem man sich gut in die Charaktere einfühlen kann. Gleich zu Beginn findet man sich in Lias Gedanken wieder, die ihr nach ihrer Operation durch den Kopf gehen. Sie kann nicht mehr richtig zuordnen, wer oder was sie nun ist und was sie in diesem Krankenhaus soll. Ihre Gedanken auf dem Weg ihrer "Genesung" werden so detailliert und in Ich-Form beschrieben, dass man als Leser das Gefühl hat, selbst diese Gedanken zu haben. Man kann Lia einerseits gut verstehen, aber andererseits ist auch die Entscheidung ihrer Eltern nachvollziehbar, was die darauffolgende Handlung umso interessanter macht.

Abgesehen von den vielen detaillierten Gedanken haben mir aber auch die Beschreibung der Welt recht gut gefallen. Ich habe zwar ab und an nicht wirklich verstanden, warum das jetzt genau so und nicht anders ist (zum Beispiel warum die Städte alle radioaktiv verstrahlt sind) - aber im Großen und Ganzen hat sich ein abgerundetes Bild ergeben. Und wenn das Umfeld zu lang und breit beschrieben worden wäre, hätten wahrscheinlich viele andere Dinge darunter leiden müssen.

So zum Beispiel hätte es mich sehr gestört, wenn der Handlungsstrang zu kurz gekommen wäre, dass Lias Schwester Zoie Lias Platz bei ihren Freunden und ihrer Familie einnimmt. Zoie hängt nun mit Lias besten Freundinnen herum, Zoie ist nun mit Lias Ex-Freund Walker zusammen und Zoie ist nun die sportliche, die bei Laufwettbewerben mitmacht und die Familie stolz macht. Lia fühlt sich mehr und mehr ausgegrenzt und hintergangen, vor allem weil eigentlich Zoie in dem Auto hätte sitzen sollen und nun Lias Leben führen sollte. Auch das ist, wie alle ihre Gedanken, gut nachvollziehbar.

Obwohl Lia nicht gerade die sympathischste Protagonistin ist (sie ist viel zu eingebildet und überheblich) fühlt man mit ihr mit und wünscht ihr, dass ihre Schwester sowie ihre Freunde netter zu ihr wären. Aber niemand kann noch etwas mit ihr anfangen, weil sie eben ein Mech, ein Skinner, eine Maschine ist. Einzig und allein Auden beginnt sich mit ihr anzufreunden, was Lia zu Beginn nicht gerade begeistert, aber doch weiterhilft. Als Lia dann nämlich auf weitere Skinner trifft, die sie davon überzeugen wollen, dass sie sich nun mit diesem Leben abfinden muss, braucht sie Auden umso mehr und ist froh, ihn zu haben.

Auch der Schreibstil von Robin Wasserman hat es mir angetan, er war zwar detailliert aber es war dennoch kein "Zu viel des Guten".

In wenigen Worten

Im Großen und Ganzen ist die Handlung flüssig und gut durchdacht beschrieben, obwohl ich ab und zu das Gefühl hatte, dass sich kaum etwas tut. Trotzdem ist alles nachvollziehbar und authentisch, es wird eigentlich nie langweilig und die einzelnen Handlungsstränge mit Zoie, Auden und den anderen Mechs haben mir auch sehr gut gefallen. Für einen guten Auftakt der Serie und mit Vorfreude auf den nächsten Band vergebe ich 5 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 3 von 5
    Eine gute Idee, die mich jetzt aber nicht sonderlich vom Hocker gehaut hat.
  • Figuren: 5 von 5
    Sehr interessante und authentische Charakter - und auch noch so verschieden!
  • Spannung: 3 von 5
    Richtige Spannungshöhepunkte gibt es eher selten, und vor allem eher erst gegen Schluss, aber langweilig ist es auch nie.
  • Einstieg in das Buch: 5 von 5
    Man wird zwar ein wenig ins "kalte Wasser" geworfen, aber kann sich sofort in Lia einfühlen.
  • Spaß: 2 von 5
    Ab und zu gibt es lustige Szenen.
  • Cover: 4 von 5
    Ich finde das deutsche Cover ziemlich schön, auch schöner als alle englischsprachigen. Auch die Farbgebung gefällt mir - ist mal was anderes für Trilogien!

Kommentare

Ich garantiere nicht für Spoilerfreiheit in den Kommentaren!

Keine Verbindung zu der Datenbank möglich.