März 2012

Mo Di Mi Do Fr Sa So
27 28 0 0 2 3 4
0 0 7 8 9 10 11
0 13 0 15 16 17 0
0 20 21 22 0 24 25
26 27 28 29 0 31 0

Splitterherz

Autor: Bettina Belitz
Originaltitel: Splitterherz
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenanzahl: 631

Das gehört dazu

Splitterherz ist der erste Teil einer Trilogie von Bettina Belitz. Der Abschluss der Reihe ist im November 2011 erschienen. Die Reihe selbst ist nach eigenen Worten der Autorin eigentlich kein richtiges Jugendbuch, sondern ein Buch für junge Erwachsene und behandelt einige Themen die wohl erst für Leser ab 16 geeignet sind. Die Namen der Teile der Reihe nach sind: Splitterherz, Scherbenmond, Dornenkuss.

Die Frau hinter der Geschichte

Bettina BelitzDie deutsche Autorin wäre 1973 beinahe in einer Bäckerei in Heidelberg zur Welt gekommen, was sie heute als Erklärung für ihre Leidenschaft für Pflaumenkuchen sieht. Belitz wuchs zwischen unzähligen Büchern auf und verliebte sich schon früh in die Magie der Buchstaben. Aber Lesen allein genügte ihr nicht und schon bald mussten eigene Geschichten auf Papier geschrieben werden. Nachdem sie einige Jahre nach dem Studium als Redakteurin und freie Journalistin arbeitete machte sie das auch zu ihrem Beruf. Heute lebt die Autorin umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern im Westerwald und schreibt bevorzugt für Jugendliche.

Darum geht's in dem Roman

Ein schwerer Schlag für Elisabeth Sturm: Sie soll das schöne, große, coole Köln verlassen und gemeinsam mit ihren Eltern in die Pampa ziehen. Nach Kaulenfeld. Im Westerwald. Als wäre es nicht schon in Köln schwierig genug gewesen, sich anzupassen, muss sie sich jetzt auch noch neue Freunde und Hobbys suchen, denn Disco, Kino und Shopping fällt am Land weg. Und das alles ein Jahr vor dem Abi!

Genervt geht Ellie alles und jedem aus dem Weg und versucht die letzten zwei Schuljahre so schnell wie möglich hinter sich zu bekommen. Bis sie auf Colin trifft. Seit er sie auf einem Pferd vor einem Gewitter gerettet hat, kreuzen sich ihre Wege immer wieder. Ellie weiß nicht so wirklich, was sie von dem mysteriösen Colin halten soll. Einerseits ist sie hin und weg von ihm, andererseits verhält er sich eigenartig und schickt sie immer wieder weg. Wer ist Colin?

Als auch ihre Eltern von Ellies vielen Treffen mit Colin erfahren, will ihr Vater den Jungen kennenlernen, der sie jeden Tag nach Hause fährt. Doch als die beiden aufeinandertreffen, kommt es zum Eklat, denn die beiden können sich absolut nicht riechen. Ellies Vater wirft Colin schließlich voller Zorn aus dem Haus und verbietet seiner Tochter jeden Umgang mit ihm. Aber warum verhält Ellies Vater sich so komisch? Was weiß er über Colin? Als Ellie Nachforschungen anstellt, erfährt sie Schreckliches...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

"Splitterherz" basiert auf einer neuen Idee, die aber erst sehr spät aufgedeckt wird. Die ersten 200 Seiten des Buches lesen sich nur sehr schwer und es geschieht kaum etwas, das die Handlung voran treibt. Erst als Colin auf Ellies Vater trifft, geht es so richtig los. Meiner Meinung nach hätte man die Vorgeschichte auf gut 30-50 Seiten kürzen können, was den Lesefluss wesentlich angenehmer gemacht hätte. Nach einem überaus langem Kapitel hatte ich kaum Lust, weiterzulesen, weil der Antrieb dazu gefehlt hat. In diesem ersten Drittel des Romans war ich öfters kurz davor, das Buch abzubrechen. Im Endeffekt bin ich aber froh, dass ich mich da durchgekämpft habe, denn die letzten beiden Drittel waren um einiges besser.

Nach dem Treffen von Colin und Ellies Vater gibt es nämlich endlich Rätsel zu entwirren und einige Erklärungen. Auch wenn die Spannung immer noch nicht ganz da ist, hat man so endlich einen Antrieb, weiterzulesen. Denn nach dem eigenartigen Verhalten der beiden Männer möchte man schließlich einen Grund dafür wissen. Im letzten Drittel gibt es dann noch einmal unerwartete Wendungen und extraspannende Handlungsstränge, sodass sich das Ende zu lesen auf jeden Fall lohnt.

Neben der immer wieder fehlenden Spannung gab es aber leider auch noch mehrere Punkte, die das Leseerlebnis sehr schwierig gemacht haben. Zum einen sind das die andauernden Schlafattacken und Träume von Ellie, die nicht von der restlichen Handlung unterschieden werden. Man muss schon sehr konzentriert lesen, um zu verstehen, dass Ellie gerade träumt, aber selbst das reicht nicht immer aus. Ich als Leser war nicht nur einmal sehr verwirrt und wusste nicht mehr, was gerade geschehen war.

Zum anderen sind es die schwierigen Charaktere. Elisabeth Sturm ist äußerst anstrengend und absolut keine sympathische Hauptperson. Sie hat sich in Köln andauernd verstellt, um zu den "Coolen" zu gehören und verhält sich auch in Kaulenfeld ziemlich egoistisch. Mir persönlich war das einfach zu viel. Wenn Ellie nicht die ganze Zeit gejammert hätte, hätte sich der Roman bestimmt auch wesentlich leichter lesen können. Auch Colin ist nicht unbedingt einfach zu verstehen. Natürlich muss er mysteriös und eigenartig sein, aber mir persönlich hat er nicht wirklich zugesagt. Durch sein Verhalten hat er sich mir nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt und ich konnte Ellies Schwärmereien daher nicht nachvollziehen. Schade. Lediglich die Nebencharaktere wie Ellies Vater und Tillman haben mir gut gefallen, aber das wars dann auch schon wieder.

Bettina Belitz hätte also einiges besser machen können. Zum einen ist weniger mehr (650 Seiten nervige Charaktere und fehlende Spannung sind eben doch zu viel) und zum anderen hätten Träume zumindest mit einem Absatz gekennzeichnet gehört, sodass man sich als Leser nicht zwischen Handlung und Träumen durchwurschteln muss.

In wenigen Worten

"Splitterherz" ist ein Roman, der auf einer interessanten Idee basiert, aber nur langsam in die Gänge kommt und nicht das hält, was er verspricht. Erst wenn man die ersten 200 Seiten überwunden hat, wird es besser. Leider sind auch die Charaktere ziemlich anstrengend und der Schreibstil recht verwirrend, was nicht unbedingt zu Pluspunkten führt. Ich kann dem Roman wegen des spannenden Endes gerade noch 3 Schlüssel geben.

Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

im Detail:

  • Idee: 4 von 5
    Keine Vampire sondern andere Wesen. Gut!
  • Figuren: 3 von 5
    Die Hauptcharaktere (Ellie und Colin) sind gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Die anderen gut.
  • Spannung: 2 von 5
    Kommt leider erst nach 200 Seiten auf, und auch da nur dürftig. Gegen Ende wirds besser.
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Geht gut!
  • Spaß: 4 von 5
    Wenigstens einige spaßige Szenen gab es ;)
  • Cover: 4 von 5
    Ein schönes Cover mit vielen gelungenen Details! Mich störts nur dass der Schutzumschlag aus rauem Papier ist (sagt man das so?) und die Reihe im Regal nicht sooo gut aussieht.

Kommentare

Ich garantiere nicht für Spoilerfreiheit in den Kommentaren!

Keine Verbindung zu der Datenbank möglich.