März 2012

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Urbat - Die dunkle Gabe

Titelbild Autor: Bree Despain
Originaltitel: The Dark Divine
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: USA: 2009 / D: 2010
Seitenanzahl: 431

Das gehört dazu

Urbat - Die dunkle Gabe ist der Auftakt zu einer Trilogie und damit der erste Teil. Es ist das Roman-Debüt der amerikanischen Autorin. Der letzte Teil der Serie erscheint im März 2012 zunächst auf Englisch. Die Titel der Reihe lauten in Originalsprache: The Dark Divine, The Lost Saint, The Savage Grace.

Die Frau hinter der Geschichte

Bree DespainBis die 1979 geborene Bree Despain tatsächlich zur freien Schriftstellerin wurde, war es ein langer Weg. Obwohl die Amerikanerin sich bereits als Kind viele Geschichten ausgedacht hat und ihre Lehrer ihr sagten, dass sie das Zeug zur Autorin hätte, traute sich Bree Despain den anspruchsvollen Beruf nicht zu. Lieber wollte sie als Juristin arbeiten.
Doch als sie sich einmal ein Semester freinahm, um zu schreiben, bekam sie Mut von ihren Fans - und als sie zurück zur Uni kam tauschte sie ihr Studium gegen Kurse in Literatur und Kreativem Schreiben.
Aber erst nach einem schweren Autounfall, der Bree Despain zeigte, wie schnell ein Leben vorbei sein kann, beschloss sie, endlich das zu tun, was ihr immer schon am meisten Spaß gemacht hatte: Schreiben.

Darum geht's in dem Roman

Die Familie von Grace Divine scheint nach außen hin perfekt: Der Vater ist Pastor, für viele ein Vorbild und hat seine vier Kinder Jude, Grace, Charity und James gemeinsam mit seiner Frau wohlerzogen. Vor einigen Jahren gab es in der Familie außerdem noch ein weiteres Familienmitglied - Daniel. Nachdem Daniels aggressiver Vater ihn immer wieder verprügelte, beschloss Grace's Vater Daniel bei sich aufzunehmen.

An einem eigenartigen Abend vor drei Jahren verschwand Daniel aber spurlos, und tauchte nie wieder auf. Grace, die Daniel als Bruder wirklich sehr geliebt hat, war sehr enttäuscht, konnte sich sein Verschwinden aber nicht erklären. Alles was sie wusste war, dass ihr großer Bruder Jude irgendetwas damit zu tun hat, denn seit diesem Abend scheint auch Jude sich irgendwie verändert zu haben. Trotzdem spricht niemand in der Familie darüber und Grace wird einfach gesagt, dass sie damit klarkommen muss, dass Daniel nun weg ist. Der Abend wird viele Jahre lang totgeschwiegen.

Doch dann taucht Daniel plötzlich wieder in Grace's Schule auf. Grace ist sofort hin und weg, freut sich sehr, Daniel wieder zusehen und hat die Hoffnung, endlich zu erfahren, was vor drei Jahren zwischen Jude und Daniel passiert ist. Obwohl Jude seiner kleinen Schwester das Versprechen abnimmt, Daniel nicht mehr zu treffen, kann diese nicht anders: Grace entwickelt schnell wieder Gefühle für Daniel und will ihm helfen, sein Leben in Ordnung zu bringen. Aber da steht immer noch dieser seltsame Abend vor drei Jahren zwischen ihnen...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Bevor ich mit dem Lesen von "Urbat - Die dunkle Gabe" begonnen habe, wusste ich gar nicht mehr so richtig, worum es eigentlich geht und warum ich mir das Buch gekauft habe. Den Schutzumschlag mit dem Klappentext hatte ich im Zug nicht mit - also habe ich ohne irgendein Vorwissen einfach mal drauf los gelesen, was ich sonst nie mache. Ich behaupte aber, dass sich das dieses Mal sogar gelohnt hat.

Gleich zu Beginn wurde ich nämlich komplett von der Geschichte eingenommen. Als Leser erfährt man ziemlich schnell, dass vor drei Jahren etwas Schlimmes geschehen ist, weiß aber genau wie Grace nicht, was damals wirklich der Grund für Daniels Verschwinden war. Darum war ich auch bereits nach zwei Seiten, als Daniel wieder in der Schule auftaucht, sehr neugierig auf den Rest der Handlung. Es kommt selten vor, dass ich gleich von Beginn an nicht mehr aufhören möchte, weiterzulesen, weil es bereits so spannend ist. Viel öfters kommt erst noch eine lange Einführung in das "Setting", in die Charaktere und die Umstände, unter der die Geschichte stattgefunden hat. Auf all diese Dinge verzichtet Bree Despain in ihrem Roman aber, zumindest zu Beginn. Viel lieber lässt sie gleich die Spannungsbombe platzen, die sich dann über die gesamten restlichen 400 Seiten erstreckt.

Natürlich lernt man trotzdem auch bei "Urbat - Die dunkle Gabe" die Charaktere und ihr Umfeld von vielen Seiten kennen. Die Autorin lässt sich damit nur ein wenig mehr Zeit, als üblich. In diesem Roman gibt es sehr viele verschiedene Charaktere, und doch hatte ich nie das Gefühl, jemanden nicht zu kennen oder zu verwechseln. Das ermöglicht wohl der tolle Schreibstil von Bree Despain. Um sich lange Ortsbeschreibungen zu sparen, gibt es mitten im Kapitel immer wieder einfache Orts- und Zeitangaben, sodass man sich als Leser auch ohne große Erklärungen schnell wieder zurechtfindet. Dadurch bleibt auch mehr Platz, um die einzelnen Figuren zu beschreiben. Immer wieder gibt es kleinere Rückblenden in die Zeit vor dem mysteriösen Abend, an dem Daniel verschwunden ist, sodass man Grace, Jude und Daniel auch als Kinder kennen lernen kann. Ihre Charaktereigenschaften sind damit ziemlich schnell ersichtlich. Aber auch die Nebencharaktere erschließen sich dem Leser schnell und sind sehr authentisch, obwohl die Autorin gar nicht allzu viel beschreibt. Ich hatte nie das Gefühl, lediglich Personenbeschreibungen zu lesen, denn das Spannungselement stand immer im Vordergrund. Trotzdem sind viele der kleineren Nebenrollen gelungen, eine davon wurde sogar zu meiner Lieblingsfigur. An dieser Stelle muss die Autorin wirklich für ihre wunderbare Art zu schreiben gelobt werden, denn nur selten schafft man es, alle Charaktere ausführlich zu beschreiben, authentisch zu machen und dennoch die Spannung immer im Vordergrund zu halten.

Besonders toll fand ich die Liebesgeschichte zwischen Daniel und Grace, die sich im Hintergrund langsam, aber sicher entwickelt. Es ist sehr schön zu beobachten, wie alte Erinnerungen in den beiden aufkeimen, die sie verbinden. Dadurch, dass beide mittlerweile älter und reifer sind, geht die Liebe auch viel tiefer, als sie früher war. Als schönes Nebenelement ist auch das der Autorin sehr gut gelungen.

Spannung bleibt die gesamten 400 Seiten trotzdem immer vorhanden. Nur sehr langsam klären sich die Begebenheiten von dem Abend vor drei Jahren auf, aber das ist keineswegs mühsam, sondern sehr unterhaltsam. Denn dem Leser werden immer wieder kleine Rätsel geboten, die sich einem am Schluss beim großen Showdown dann endlich ganz erschließen. Die letzten Kapitel kommt man als Leser wirklich kaum noch zu Atem, weil man die vielen Überraschungen, die sich ergeben, kaum fassen kann.

Das Ende selbst fand ich besonders gelungen. Obwohl es offen ist und man das womöglich auch als kleinen Cliffhanger auffassen kann, bin ich der Meinung, dass die Autorin gar keine weiteren Teile schreiben hätte müssen. In irgendeiner Hinsicht finde ich "Urbat - Die dunkle Gabe" in sich abgeschlossen und wäre als Leser auch mehr als zufrieden mit so einem Ende, was nur sehr selten vorkommt. Nichtsdestotrotz gibt es genügend Potential für einen weiteren Teil. Und Lust auf mehr besteht nach diesem grandiosen Auftakt definitiv!

In wenigen Worten

"Urbat - die dunkle Gabe" ist ein grandioser Auftakt zu einer Serie, die ich nur allzu gerne weiterverfolge. Der außergewöhnliche Schreibstil der Autorin ermöglicht es dem Leser trotz der vielen kleinen Beschreibungen im Hintergrund immer wieder begeistert von einer Seite zur nächsten zu blättern, weil die Spannung durchwegs erhalten bleibt. Das Ende konnte mich absolut überzeugen, und ich wäre sogar zufrieden, wenn es keine weiteren Teile geben würde. Nichtsdestotrotz freue ich mich über mehr aus der Familie Divine! Ich vergebe sehr gute 5 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel

Zusätzlich kennzeichne ich dieses Buch als Geheimtipp.

im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Eine schöne Idee, die zwar an einigen Stellen an Bekanntes erinnert, und trotzdem irgendwie etwas Neues ist.
  • Figuren: 5 von 5
    Die Autorin kommt mit sehr wenigen Beschreibungen aus, und trotzdem sind selbst die kleinsten Nebencharaktere absolut authentisch.
  • Spannung: 5 von 5
    Von Seite 2 bis Seite 431 durchgehend aufrechterhalten, wow!
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Als Leser erhält man kaum Informationen zu den Umständen, in denen die Geschichte stattfindet, wird dafür aber sofort mit einer riesigen Spannungsbombe konfrontiert. Toller Einstieg!
  • Spaß: 3 von 5
    Genügend vorhanden, aber nichts Besonderes.
  • Cover: 4 von 5
    Ein sehr schönes Cover, das deutsche gefällt mir sogar noch besser als das Originalcover, weil die Schriftart sich besser in das Gesamtbild fügt. Ich kann das Foto allerdings nicht so ganz mit der Handlung in Verbindung bringen, schade.

Kommentare

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