März 2012

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Wake

Titelbild Autor: Lisa McMann
Originaltitel: Wake
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Erscheinungsjahr: US: 2008 / D: 2009
Seitenanzahl: 221 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Wake ist der erste Teil der Dreamcatcher-Trilogie. Auf Englisch sind bereits alle Teile erschienen, die englischen Titel lauten: Wake, Fade, Gone. Der Abschluss der Trilogie erscheint Ende 2012 auf Deutsch, unter dem Namen Sleep, allerdings nur als Taschenbuch.

Die Frau hinter der Geschichte

Lisa McMann Die amerikanische Autorin Lisa McMann wurde 1968 in Michigan geboren, lebt aber mittlerweile in Arizona. Bereits in der vierten Klasse wollte McMann Schriftstellerin werden.
Die Idee für ihren ersten Roman hatte die zweifachen Mutter witzigerweise als sie selbst geträumt hat, im Traum ihres Mannes zu sein und zu beobachten, was er träumt, genau wie die Protagonistin Janie es kann. Wake, stieg sofort in die New York Times Bestsellerliste für Kinderbücher ein.

Darum geht's in dem Roman

Die siebzehnjährige Janie führt ein recht bescheidenes Leben. Ihre Mutter ist alkoholsüchtig und schert sich wenig um ihre Tochter, einen Vater gibt es nicht. Sie träumt davon, einmal ein besseres Leben zu haben als ihre Mutter. Darum arbeitet sie hart darauf hin ein Stipendium für ein College zu bekommen, um endlich von zu Hause wegzukönnen.

Das war aber auch schon alles, was an Janie normal ist. Denn tief in ihr drinnen ist Janie alles andere als normal. Sie besitzt nämlich eine schreckliche Fähigkeit, die sie davon abhält, ein normales Leben zu führen. Sobald in Janies Nähe jemand einschläft und träumt, wird Janie in diesen Traum gesogen und muss ihn mitansehen. Dadurch kann sie nachts nur alleine in einem Zimmer schlafen, dessen Fenster geschlossen sind. Auch in der Schule hat sie es sehr schwer, da viele während der Stunden immer wieder einnicken und Janie dadurch ganz abwesend wird. Bei schrecklichen Albträumen kann mir ihr äußerlich sogar ansehen, was sie miterleben muss. Sieht Janie nämlich einen solchen Traum, wird sie von Anfällen heimgesucht, sodass Augenzeugen sie immer für verrückt und krank erklären.

Für Janie ist ihre "Gabe" eine große Belastung, weil sie niemandem davon erzählen kann. Während der Busfahrt zu einem Schulausflug werden Janies Anfälle jedoch von jemandem beobachtet - von Carl, einem stillen Jungen, der sich sonst kaum mit jemandem unterhält. Und Janie bleibt fast nichts anderes übrig, als ihm alles anzuvertrauen.

Einerseits fühlt sich Janie irgendwie gut und sicher damit, Carl von ihrer Fähigkeit zu erzählen, andererseits hat sie aber auch ein komisches Gefühl im Magen. Sie kennt Carl nicht, und er hat Geheimnisse vor ihr, die er ihr nicht erzählen will. Was verbirgt Carl? Hat es etwas mit dem schrecklichen Albtraum zu tun, den er immer hat? Kann Janie ihm vertrauen?

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Wake ist ein Roman, der die Welt des Fantasy einmal anders nutzt. Denn bis auf die Fähigkeit, die Janie hat, ist alles sehr real, und man könnte zeitweise sogar glauben, dass es diese Traumfänger wie Janie tatsächlich gibt.

Gleich von Anfang an leidet man mit Janie mit. Durch die Ich-Perspektive kann man sich sehr gut in Janie hineinfühlen und erkennt so die schwierige Lage, in der sie sich befindet. Ein Leben mit einer alkoholabhängigen Mutter, ohne Vater und kaum genügend Schlaf ist äußert schwierig. Janie gewinnt sofort die Sympathie des Lesers, der von Beginn an auf ein Happy End für sie hofft.

Die siebzehnjährige Traumfängerin ist ein äußerst starker Charakter, der vom Leser gut nachvollzogen werden kann. Aber auch die anderen Figuren in dem Roman sind sehr gut gelungen. Dazu gehören besonders Janies lebendige beste Freundin Cassie und Carl. Carl ist zwar mysteriös und hat so einige Geheimnisse, was ihn nicht unbedingt sympathisch macht, aber der Leser hängt gebannt an ihm und will unbedingt mehr erfahren.

Neben den Charakteren ist es Lisa McMann auch gut gelungen, die Träume bildhaft und echt zu beschreiben. Es macht Spaß, über lustige Träume zu lesen, und erschreckt, was manche Menschen für Albträume haben können. Leider sind die Träume so lebhaft, dass man sie teilweise nicht sofort von der übrigen Handlung unterscheiden kann. Das ist in der englischen Ausgabe anders, denn hier wurden Träume kursiv gekennzeichnet. In der deutschen Ausgabe finden sich teilweise leider nicht einmal Absätze, was sehr schwierig für den Leser ist.

Obwohl der Roman eigentlich durchgehend relativ spannend war, und man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht, lässt er sich nur sehr schwer lesen. Die gesamte Handlung ist absolut nicht flüssig geschrieben, sondern wirkt eher holprig und abgehackt. Daran ist vor allem der Schreibstil der Autorin Schuld: Es finden sich sehr kurze, einfache Sätze und viele, viele Absätze. Die "Kapitel" sind sehr kurz, mit einer einfachen Datums- und Uhrzeitsangabe versehen und erstrecken sich teilweise nicht einmal über eine ganze Seite. So lässt sich der Roman zwar sehr schnell lesen, man kommt als Leser aber trotzdem in keinen richtigen Lesefluss.

Erst gegen Ende wird das besser und die Handlung noch einmal so richtig spannend. Das liegt aber nicht nur am minimal verbesserten Schreibstil, sondern vor allem daran, dass man sich als Leser daran gewöhnt. Es ist besonders schade, dass der Roman so kurz ist und schon dann endet, wenn man sich als Leser endlich eingelesen hat.

In wenigen Worten

Wake ist ein recht passabler Auftakt für eine Trilogie, der vor allem durch die Idee, die ihm zugrunde liegt, glänzt. Leider ist der Schreibstil sehr abgehackt und holprig, sodass der Leser nicht in einen richtigen Lesefluss kommen kann. Der Inhalt ist gut, die Charaktere auf jeden Fall gelungen, aber richtig Spaß macht es nicht, das Buch zu lesen. Ich vergebe gute 3 Schlüssel.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Spannend und neu. Gut!
  • Figuren: 5 von 5
    Sehr gut gelungen, man kann sich in alle hineinfühlen.
  • Spannung: 4 von 5
    Durchwegs enthalten.
  • Einstieg in das Buch: 3 von 5
    Inhaltlich gehts gut, in den Schreibstil fühlt man sich leider erst sehr spät ein.
  • Spaß: 4 von 5
    Immer wieder Auflockerung durch witzige Träume, Dialoge und Szenen
  • Cover: 4 von 5
    Ein schönes deutsches Cover, das irgendwie zum Träen anregt - gut gelungen! Das ist wohl auch der Grund, warum das Cover in so viele andere Sprachen übernommen wurde.

Kommentare

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