März 2012

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Crashed

Titelbild Autor: Robin Wasserman
Originaltitel: Wired
Genre: Jugendbuch / Science Fiction (Dystopie)
Erscheinungsjahr: USA: 2009 / D: 2011
Seitenanzahl: 384 (im Hardcover)

Das gehört dazu

Wired ist dritte Teil einer Reihe, die 200 Jahre in der Zukunft spielt und damit auch der Abschluss. Die Titel der Cold-Awakening-Trilogie lauten sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch Skinned, Crashedund Wired. Alle Teile sind bereits erschienen. Für eine englische Neuauflage aller Bände wurden die Titel geändert und Wired wurde in Torn umbenannt.

Die Frau hinter der Geschichte

Robin Wasserman Robin Wasserman, geboren 1978, wuchs in Philadelphia auf und studierte an der Harvard University. Bevor sie das Schreiben zu ihrem Beruf machte, arbeitete sie als Lektorin für einen Kinderbuchverlag.
Die amerikanische Autorin lebte einige Zeit lang in Los Angeles, bemerkte dann aber doch, dass sie trotz des schönen Wetters und des Strandes den Lärm und die Bagels von New York vermisste. Heute lebt sie deshalb in Brooklyn und schreibt liebend gerne Bücher für junge Erwachsene.

Darum geht's in dem Roman

Nachdem Lia ihren Vater dazu gebracht hat, den Bonus für Rileys neuen Körper zu sponsern, muss sie nun ihre Schuld begleichen und wieder zu Hause wohnen. Mittlerweile arbeitet Lia mit BioMax zusammen, um der Öffentlichkeit gegenüber zu zeigen, dass Mechs keine gefühllosen Lebewesen sind. Mechs und Orgs sollen sich in Zukunft etwas annähern, um die zuvor aufgetretenen Spannungen wieder zu kompensieren. Das alles macht Lia aber mehr oder weniger, weil sie sich nichts Besseres mit ihrem Leben anzufangen weiß. Selbst glaubt sie nicht daran, dass Orgs Mechs jemals akzeptieren kann und auch Riley hält die Zusammenarbeit mit BioMax nicht für optimal. Lia ist das alles aber eher egal.

Erst als Jude wieder auftaucht, nimmt Lia ihr Umfeld wieder mehr war. Sie hat Riley nämlich noch immer nicht die Wahrheit darüber erzählt, was tatsächlich passiert ist, als sein Körper bei der Bruderschaft explodiert ist: Riley hat Jude, seinen besten Freund, verraten, um darauf zu achten, dass keine Menschen sterben. Nun keimt in Lia die Angst, dass Jude Riley die Wahrheit erzählen wird.

Doch das sind gar nicht Judes Absichten. Jude verfolgt einen viel größeren Plan, für den er Lia braucht. Um sie für sich zu gewinnen, verschafft er ihr einige Informationen zu dem Unfall, bei dem sie damals gestorben ist - und der dafür gesorgt hat, dass sie nun fast ihr gesamtes Leben hasst. Aber mit diesen Informationen hätte Lia nie gerechnet...

Außerdem erfahren Lia und Jude noch ein ganz besonderes Geheimnis von BioMax, das wohl nie an die Öffentlichkeit dringen sollte. Die Mechs können dieses Geheimnis aber nicht für sich behalten. Nur was sollen sie tun? BioMax könnte sie alle mit einem Schlag vernichten, denn nur sie haben die Informationen, die die Mechs am Leben erhalten...

Die Verpackung von außen

Das halte ich davon

Wired schließt wieder annähernd nahtlos an seinen Vorgänger an, sodass man als Leser auch dann wieder schnell mitten im Geschehen ist, wenn das Lesen von Crashed schon länger zurückliegt. Die Erwartungen für den Abschluss der Reihe waren sehr hoch, immerhin hatte die Autorin noch besonders wichtige Fragen zu klaren - oder auch nicht: Was macht einen Menschen wirklich aus?

Der Anfang war für mich wieder recht schleppend und langwierig, wie auch schon in Crashed. Erst nach den ersten gut 50-100 Seiten kommt die Geschichte in Fahrt - nämlich als Jude auftaucht und Lia mit den schrecklichen Informationen versorgt, die der Leser und auch Lia nie erwartet hätten. Ab dieser Stelle kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn eine Enthüllung folgt der zuvorgegangen, und eine ist schrecklicher als die andere. Hier hat sich Robin Wasserman noch einmal alles Mögliche aus den Fingern gesaugt, das man absolut nicht vorhersehen kann und den Leser wirklich bei jedem Umblättern der Seite entgeistert zurücklässt.

Besonders gefallen hat mir in Wired die Entwicklung, die die Charaktere durchmachen beziehungsweise durchgemacht haben. Fangen wir bei Lia an. Lia hat sich von dem verwöhnten, arroganten, charakterlich schwachen Mädchen im Laufe der Teile zu einer starken Figur entwickelt, die man als Leser einfach lieben und bewundern muss. Sie stellt nicht mehr sich selbst an erste Stelle, sondern sorgt sich auch um andere, allen voran ihre kleine Schwester Zoie. Diese macht übrigens wohl die größte Entwicklung durch. Hat man als Leser Zoie im ersten Teil noch gehasst, so beginnt man sie im letzten Teil wirklich zu lieben. Für mich ist sie in diesem Abschluss sogar meine Lieblingsfigur geworden. Zo hat ihr Verhalten komplett geändert, vor allem ihrer Schwester Lia gegenüber. Das hat mich wirklich sehr begeistert. Aber auch Jude und Riley haben sich sehr stark verändert - Jude wird sympathischer und man erfährt endlich mehr über ihn selbst, besonders auch über seine Vergangenheit. Riley hingegen konnte ich in diesem Teil gar nicht mehr verstehen - sehr schade!

Der Schreibstil von Robin Wasserman ist gewohnt flüssig und lässt sich schnell und gut lesen. Die Handlung baut kontinuierlich Spannung auf, auch wenn man das nach der ersten Wendung gar nicht mehr erwartet hätte. Als dann plötzlich das Leben aller Mechs auf dem Spiel steht, rückt wieder die allbekannte Frage in den Vordergrund, die die gesamte Trilogie ausmacht: Was ist ein Mensch? Wodurch zeichnet er sich aus? Braucht es einen organischen Körper, oder reicht ein Hirn, das funktioniert?

Ich habe die letzten Seiten wirklich sehr gebannt gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören, weil ich endlich wissen wollte, wie Robin Wasserman ihre Konflikte, die sie eingeführt hat, auflöst. Und ich muss sagen - ich war am Ende leider ziemlich schwer enttäuscht. Denn das Ende kommt absolut überraschend, ist extrem offen und verwirrend. Ich bin wirklich verstört zurückgeblieben und habe mich nur gefragt: "Wie jetzt, das wars schon?! Aber das kann doch gar nicht sein!" Im Endeffekt bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich das Ende auch verstanden habe. Aber selbst wenn ich es verstehen würde - es ist einfach viel zu offen! Meiner Meinung nach hat es sich die Autorin hier viel zu einfach gemacht. Da wirft man eine Grundfrage des Menschen in den Raum und beantwortet sie dann in keinerlei Hinsicht. Natürlich muss jeder selbst eine Entscheidung treffen. Aber ein bisschen mehr Informationen bezüglich des Endes hätten niemandem geschadet, die Mehrheit sogar eher begeistert. Ich bin mir sicher, dass das Ende manchen auch gefallen wird, aber meinen Geschmack hat es leider absolut nicht getroffen, was sehr schade ist, für eine so tolle Trilogie!

In wenigen Worten

Für Wired holt die Autorin zum Abschluss noch einmal alles hervor, was sie in petto hat. Eine Wendung jagt die Nächste, die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut und der Leser kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Charaktere für sich sind alle wahnsinnig faszinierend und haben eine wunderbar starke Wandlung durchgemacht. Leider kommt das Ende viel zu plötzlich und kann mich einfach nicht überzeugen. Im Gegenteil: Ich bin sogar ziemlich enttäuscht. So kann ich für mich persönlich leider nur 3 Schlüssel vergeben.
Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel Schlüssel
im Detail:
  • Idee: 4 von 5
    Extrem viele neue spannende Ideen und Enthüllungen! Leider hat der Autorin die Idee fürs Ende wohl gefehlt.
  • Figuren: 5 von 5
    Die Wandlungen der Figuren sind extrem gut gelungen, toll!
  • Spannung: 4 von 5
    Der Anfang ist ein wenig zäh, aber dann baut sich die Spannung kontinuierlich auf!
  • Einstieg in das Buch: 4 von 5
    Man fühlt sich ziemlich schnell wieder in Lia ein.
  • Spaß: 2 von 5
    Seltener als in den Vorgängern.
  • Cover: 4 von 5
    Das deutsche Cover gefällt mir genau so gut, wie auch schon für die Vorgänger. Ganz perfekt ist es aber nicht.

Kommentare

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