März 2012

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Testbericht Sony Reader PRS-T1

Im Januar 2012 konnte auch ich mich nach langem Hin und Her dazu durchringen, einen eBook-Reader zu kaufen. Von meinen Schwierigkeiten habe ich berichtet.

Mittlerweile habe ich bereits mehrere Bücher darauf gelesen, und komme nun endlich dazu, meine Meinung ein wenig schriftlich auszuarbeiten. Denn ich habe ganz viele neue Eindrücke gewonnen. Der Testbericht ist aber länger geworden, als ich dachte, weshalb ich ihn ein wenig aufgeilt habe. Über die folgenden Labels kommt ihr direkt zum Abschnitt, der euch interessiert:

   Kaufgrund · Lieferumfang und technische Details · Laden von eBooks auf den Reader
   Das Lesen mit dem Reader · Skins von DecalGirl · Die Schutzhülle von außen · Fazit

Kaufgrund

Den ausführlichen Kaufgrund findet ihr in oben erwähntem Bericht. Ich habe mir das Modell PRS-T1 in Schwarz gekauft, weil das Modell das Neueste ist, mit E-Ink-Technologie und WLAN-fähig, und die Farbe einfach am Zeitlosesten ist. Ich bin kein Fan von Weiß und habe befürchtet, dass ich mich am Rot schnell satt sehe. Als ich letztens in einem Morawa den roten Reader „in echt“ gesehen habe, hat sich diese Meinung auch bestätigt und ich bin sehr froh, dass ich mir die Farbe Schwarz ausgesucht habe.

Der Sony Reader PRS-T1 kostet in Deutschland 149 € und in Österreich 159 €. Studenten können aber, wenn sie direkt über die Homepage von Sony bestellen, 10 % Rabatt bekommen. Weil ich in Deutschland bestellt habe, konnte ich meinen Reader so recht günstig ergattern.

Lieferumfang und technische Details

Mit dem Reader mitgeliefert werden ein Touchpen sowie ein USB-Kabel für den PC. Über das Kabel können die Bücher auf den Reader geladen werden. Der Reader wird eigentlich auch nur über den PC aufgeladen, wer das nicht möche, kann sich aber günstige Adapter für die Steckdose besorgen. Da der Akku aber ohnehin recht lange hält, halte ich das nicht für nötig. Ich musste den Reader bisher nur einmal zu Beginn voll aufladen und habe bereits einige Bücher gelesen. Es wird aber bald soweit sein, den Reader neu aufzuladen. Die Akkulaufzeit von einem Monat, die Sony angibt, stimmt also in etwa.

Der eBook-Reader ist recht klein und liegt gut in der Hand. Er ist fast so dünn wie ein Bleistift und wiegt mit 168 Gramm so gut wie gar nichts.

Der PRS-T1 hat einen integrierten Speicher von 2 GB, der für ungefähr 1200 eBooks reicht. Falls das jemandem nicht ausreichen sollte, kann der Speicher aber auch mittels einer MicroSD-Karte erweitert werden. Eine solche Karte ist auch recht günstig zu erwerben.

Mit dem Reader kann man übrigens auch Hörbücher oder einfach nur Musik hören - man muss nur ein paar Kopfhörer anstecken, denn Lautsprecher sind in dem Gerät nicht eingebaut. Aber Achtung: Es sind keine Kopfhörer im Lieferumfang enthalten!

Um gleich von Anfang an in den Lesegenuss zu kommen sind bereits zwei eBooks sowie die Betriebsanleitung auf dem Reader vorgeladen. Letztere habe ich übrigens noch nie benötigt, denn der Sony Reader PRS-T1 erklärt sich vollkommen von selbst. Probleme hatte ich damit noch nie. Ich frage mich wirklich, was in den 182 Seiten wohl so drin steht, wenn doch alles so einfach ist.

Der PRS-T1 ist wie bereits erwähnt WLAN-fähig und mann kann mit dem Reader sogar im Internet surfen. Das macht aber keinen Spaß und würde ich nicht empfehlen. Praktisch ist lediglich etwas, das in Deutschland aber noch nicht möglich ist: Das Laden von eBooks direkt vom Reader auf den Reader. Wann Sony den eBook-Shop auch für Deutschland eröffnet. ist noch nicht klar.

Laden von eBooks auf den Reader

Der Sony Reader PRS-T1 unterstützt (fast) alle gängigen Formate für eBooks, insbesondere auch das *.epub, Standardformat für eBooks. Das Laden von gekauften Büchern auf den Reader ist sehr leicht und braucht eigentlich keine Anleitung.

Die mitgelieferte Software für den PC ist nicht einmal unbedingt nötig, denn man kann das eBook auch einfach direkt auf den „Wechseldatenträger“ laden. Einzig und allein unbedingt installieren muss man die Software (oder alternativ Adobe Digital Editions), um die DRM-geschützten Dateien freizugeben.

Besonders praktisch finde ich, dass man auch PDFs ganz einfach auf den Reader laden und dann dort lesen kann. So ist es mittlerweile viel bequemer, Leseproben zu lesen, weil ich das nicht mehr am PC machen muss. PDF-Dateien werden jedoch optisch nicht so schön dargestellt wie EPUBs. Aber auch das ist kein allzu großes Problem, denn wer möchte, kann die PDF-Datei mit der Freeware Calibre zu einer EPUB-Datei konvertieren, die dann schöner dargestellt wird. Ein kleines Problem habe ich dabei noch festgestellt: Kopf/Fußzeilen werden dann einfach in den Fließtext miteingebaut, wie man bei dem Bild rechts erkennen kann. Die Seitenzahlen von Midnight Sun befinden sich somit mitten im Text. Ich glaube aber schon einmal irgendwo gelesen zu haben, dass es auch dafür eine Funktion bei Calibre gibt. Da muss ich mich aber noch genauer damit auseinandersetzen.

Nur ein großes Problem habe ich mit meinem Reader, aber da kann Sony nichts dafür: Die Cover der Bücher sind bei den meisten eBooks, die ich bisher gekauft habe, nicht in der Datei enthalten. An und für sich ist das kein großes Problem, aber es sieht im Menü einfach unschön aus. Auch hier schafft Calibre aber Abhilfe, denn nachträglich ein Cover hinzuzufügen ist kein Problem. So sieht wenigstens die Übersicht schöner aus.
Im Schlafmodus bleibt allerdings die Titelseite, wie sie vom Verlag herausgegeben wird, erhalten. Um dieses Problem zu beheben müsste man noch epub zu epub konvertieren, was mit DRM-geschützten Dateien aber nicht möglich ist. Schade!

Erhältlich sind übrigens alle eBooks, auch wenn man sie nicht, wie beim Kindle, über Amazon kaufen kann. Ich kaufe deutsche eBooks bei Thalia.at (Leute aus Deutschland können auch bequem mit Bankeinzug bei libri.de bestellen) und englische eBooks bei eBooks.com beziehungsweise bei The Book Depository. Englische eBooks kann man leider nur mit Kreditkarte bezahlen.

Das Lesen mit dem Sony Reader

Das Lesen mit dem Sony Reader PRS-T1 ist sehr bequem und äußerst praktisch, aus vielen Gründen.

Zum einen kann man endlich gemütlich, einhändig lesen, ohne irgendwelche Seiten festhalten zu müssen. Zum anderen ist der Reader sehr leicht, sodass einem nach langem Halten des „Buches“ die Hände nicht wehtun. Des Weiteren kann der Leser den Reader auch vollkommen seinen Wünschen anpassen, denn so gut wie alles ist verstellbar.

Je nach den eigenen Vorlieben kann man sich eine Schriftart mit/ohne Serifen einstellen, sowie die Schriftgröße anpassen. Das geht ganz einfach über das Menü. Die einzelnen Dateien sind, was ihre Schriftgröße anbelangt, etwas unterschiedlich, aber ich konnte bisher immer die richtige Größe für mich finden.

Außerdem kann man sehr bequem von Seite zu Seite springen, einfach über die Seitennavigation, die sich ebenfalls im Menü befindet. Ich finde es besonders toll, dass ich so endlich auch einmal bei Büchern ohne Inhaltsverzeichnis ein Verzeichnis habe :) Denn ich schaue mir sehr oft an, wie lange ein Kapitel ist, bevor ich es lese. Besonders wenn ich abends schon müde bin!

Eine witzige Sache: Die Seitenanzahl der eBooks, die unten angegeben wird, stimmt nur selten mit der Hardcoverausgabe (oder einer anderen) überein. Die unterschiedliche Schriftgröße ist daran aber nicht Schuld. Warum ich im eBooks plötzlich über 100 Seiten weniger haben sollte, ist mir bisher noch rätselhaft. Aber damit kann man natürlich leben ;)

Für Leser, die sich bestimmte Textpassagen gerne merken oder einen Kommentar hinzufügen möchten, gibt es auch sehr bequeme Funktionen. Man kann ganz einfach Wörter und ganze Sätze markieren, und zu diesen Notizen hinzufügen. Letzteres geht entweder mittels Touch-Tastatur oder handschriftlich mit dem Touchpen. Die Notizen sind später alle sehr übersichtlich wiederauffindbar. Ich habe diese Funktion aber noch nie benützt, weil ich meine Notizen doch lieber handschriftlich NACH dem Lesen aufschreibe - währenddessen würde es mich nur viel zu sehr von der Handlung ablenken.

Mittels der Markierung kann man auch ganz einfach ein Wort im Wörterbuch suchen lassen. Das ist besonders bei englischsprachigen Büchern nützlich, wenn man das Vokabel gerade nicht kennt. Sony hat bereits einige zweisprachige, aber auch einsprachige Wörterbücher vorinstalliert, von denen man vorher einstellen kann, welches man benutzen möchte. Ich persönlich finde diese Wörterbuchfunktion unheimlich praktisch. Wenn ich früher ein englisches Buch gelesen habe, und ein Wort nicht kannte, habe ich einfach darüber gelesen und gehofft, es aus dem Zusammenhang zu verstehen. Heute markiere ich das Wort einfach mit dem Finger (oder dem Touchpen, den ich persönlich aber noch nie benutzt habe!) und weiß, was es auf Deutsch bedeutet. So lässt sich noch viel angenehmer auf Englisch lesen!

Leider gibt es ein riesengroßes Manko bei meinem Sony Reader: Die Oberfläche vorne glänzt und ist nicht so schön matt wie die Rückseite. Dadurch wird auch eine Lichtquelle hinter mir und dem Reader reflektiert, was mich ziemlich vom Lesen ablenkt. Ich habe versucht, dieses Problem in Fotos darzustellen.

Ich habe davon bereits vor dem Kauf gelesen und mir gedacht, dass es mich selbst vermutlich nicht so stören würde, weil ich den Reader dafür ja schon schräg halten muss. Fehlanzeige! Gott sei Dank gibt es aber auch hierfür eine äußerst praktische, wenn auch nicht ganz günstige Lösung: Die matten Skins von DecalGirl.

Skins von DecalGirl

Bei DecalGirl kann man sich Skins für alle möglichen Geräte bestellen, unter anderem auch für den Sony Reader PRS-T1. Ein solcher Skin kostet 19,99 $, nach Deutschland bzw. Österreich sind es dann nochmal knapp 10 $ Versand, man kommt also insgesamt auf über 20 €, was nicht gerade billig ist. Ich konnte mir zum Glück einmal Versandkosten sparen, weil meine Schwester sich auch gleich einen Skin für ihren Reader, den sie zum Geburtstag bekommt, gekauft hat und hatte zusätzlich einen 10 % Gutschein. Das wird aber leider nicht immer so sein, also muss man sich einen solchen Kauf auch gut überlegen. Mir wars das aber auf jeden Fall wert, weil mich diese reflektierende, glänzende Oberfläche schon sehr gestört hat.

Bei DecalGirl hat man eine riesige Auswahl an Skins und kann sich etwas völlig ausgefallenes, ein schlichtes Muster oder einfach nur einen farbigen Skin bestellen. Anfangs habe ich eher zur einfachen schwarzen Folie tendiert, einfach nur um das Glänzende abzudecken, aber die vielen bunten Skins haben mich auch irgendwie gereizt. Letztendlich habe ich mir dann den „Fly Me Away“-Skin bestellt, und ich bereue die Entscheidung nicht.

Bestellt habe ich am Freitag, 10. Februar 2012, verschickt wurde am Montag, 13. Februar 2012 und am Freitag, 24. Februar 2012 kam der Skin auch schon bei mir an. Ich denke, dass zwei Wochen Versandzeit von den USA nach Österreich sich doch sehen lassen können ;)

Weil ich selbst immer ein wenig ungeschickt bin, habe ich meinen Vater die Folie auf den Reader aufbringen lassen, der bei so etwas immer sehr genau ist. Eigentlich ist das Kleben aber absolut nicht schwer, und sollte von jedem durchgeführt werden können. Soweit ich weiß, garantiert die Firma sogar dafür, dass jeder es aufbringen kann und ersetzt Skins, die beim Aufkleben kaputt gehen kostenlos. Nur die Versandkosten müssen erneut bezahlt werden. Dem Skin liegt bei der Lieferung aber auch eine gute Anleitung bei.

Zunächst soll man den Reader gut von allen Staubpartikeln und Fingerabdrücken reinigen. Das habe ich mit meinem Brillenputztuch gemacht, und ist nicht allzu schwer.

Bevor man die Folie von der Vorlage nimmt und auf den Reader aufbringt, sollte man sich gut überlegen, bei welcher Ecke man sich orientieren kann und anfangen möchte. Beim PRS-T1 eignen sich hierfür die Tasten vorne, weshalb wir im linken unteren Eck mit dem Aufbringen begonnen haben. Dann arbeitet man sich einfach schrittweise vor, und versucht alle Kanten zu beseitigen, was nicht schwer ist. Nur eines haben wir festgestellt: Wenn sich die Farbe der Folie kaum vom Reader abhebt, wie es bei mir der Fall war, ist es noch viel schwieriger, sich zu orientieren. Beim weißen Reader meiner Schwester ging es viel leichter.

Bei der Rückseite orientiert man sich am besten am SD-Karten Slot. Und schon ist der Reader fertig beklebt.

Mir gefällt meiner jetzt noch besser als vorher, denn jetzt hat er etwas Individuelles, das nicht jeder hat. Und er reflektiert auch nicht mehr beim Lesen!

Wenn ihr euch auch so einen Skin kaufen möchtet (aus dem selben Grund wie ich), dann achtet darauf, dass ihr bei der Bestellung „Matte/Satin Finish“ anstatt von „High Gloss Finish“ angebt, denn sonst glänzt der Reader noch immer ;)

Die Schutzhülle von außen

Weil der Reader so unheimlich praktisch für unterwegs ist, möchte man natürlich nicht nur zu Hause damit lesen. Um ihn aber auch sicher transportieren zu können, ist eine Tasche von unbedingter Wichtigkeit.

Ich habe sehr lange nach etwas gesucht, weil ich gerne eine knallige Farbe wollte, aber nicht unbedingt diese komischen Hüllen, die dann wieder wie ein Buch aussehen sollen. Eine Tasche von Sony selbst kam für mich also nicht in Frage. Komischerweise gibt es bisher aber noch nicht allzu viel Auswahl in fremden Shops.

Dann ist mir eingefallen, dass eventuell die Firma fitBAG eine Tasche für den Sony Reader anfertigen würde. Von der Firma habe ich bereits eine Tasche für mein Handy, und ich bin sehr zufrieden damit.

Ich war positiv überrascht, als ich an einem Sonntag Abend noch eine Antwort auf meine Mail bekommen habe, in der ich nach einer Tasche für den Sony Reader PRS-T1 gefragt habe: Ja, es ist möglich, aber es kostet 5 € mehr, egal für welches Modell.

So etwas hatte ich mir schon gedacht, immerhin benötigt man für eine solche Tasche viel mehr Stoff. Das wars mir aber auch wert, also habe ich gleich bestellt: Eine gelbe Echtledertasche sollte es für mich werden. Ich war gespannt!

Ungefähr eine Woche später kam auch die Tasche bei mir an, und ich finde sie toll. Der Reader passt perfekt hinein und ist meiner Meinung nach wirklich gut geschützt. Die Mikrofaserinnenseite reinigt ihn zudem jedes Mal, wenn man ihn hinein- oder herausgibt.

Was vielleicht nicht jedem gefällt, ist dass die Tasche nicht wirklich verschließbar und oben offen ist. Aber ich hatte bisher noch kein Problem damit - der Reader ist mir noch nie herausgerutscht.

Fazit

Der Sony Reader ist toll und ich gebe ihn nicht mehr her. Ich habe bereits einige eBooks damit gelesen, und werde es auch in Zukunft noch tun. Momentan finde ich es manchmal sogar schade, wenn ich wieder zu einem „echten“ Buch greifen muss, weil ich die ja auch noch lesen möchte.

Er ist leicht, handlich, kann überall hin mitgenommen werden und ist einfach nur praktisch. Ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen!



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